Der Winter kommt. Die Wochen werden wilder und damit auch die Gerüchte. Während Amazon gerade mit Sophie Turner in der Hauptrolle eine Lara Croft Serie filmt, heißt es jetzt, dass Zendaya für einen Tomb Raider Kinofilm unterschrieben hätte. Christopher Nolan, der gerade mit The Odyssey große Erfolge gefeiert hat, soll die Regie übernehmen.
Das sah ich so auf Instagram. Kurze Recherche brachte mir genau eine Quelle, das italienische MSN, das wiederum eine Agenturmeldung ungeprüft übernommen hat, und die scheint wieder auf einem Twitter-Satire-Account zu basieren. Wieder einmal ein Lehrstück, wie leicht sich im Internet Dinge zu schnellen Meldungen ausbreiten, weil jeder die erste Meldestelle sein will. Informationen sind Macht. Wir sollten jedoch immer mal schauen, wo diese Informationen herstammen. Zu gut, um wahr zu sein, ist oft einfach nicht wahr. Mehr zu dem Thema bekommst du auch im gesehenen Block.


Bereits in meinem Dänemark-Urlaub habe ich die Zeit genutzt, um nicht nur wieder mehr zu lesen, sondern um mich auch um dickere Bücher zu kümmern. Einer dieser Brecher war Eden - Wenn das Sterben beginnt von Marc Elsberg. Bisher hatte ich nur Blackout gelesen und war überzeugt, dass seine Fortsetzung eine gute Idee ist, um erneut ein Buch von ihm in die Hand zu nehmen.
Ein Riesenkalmar greift einen Walhai an, vor Triest trieben tote Fischschwärme, der Amazonasboden trocknet aus. Keine Welt, in der ich wirklich leben möchte, doch irgendwie kurz davorstehe. Wie auch beim Vorgänger springt dieser Roman zwischen vielen Orten, an denen die Handlung zeitgleich passiert, hin und her, während er die Geschehnisse wie im Zeitraffer erzählt, ohne dass sich die über 800 Seiten je nach Fleißarbeit anfühlen. Elsberg verwebt Schauplätze, Figuren und Krisen mit einer Leichtigkeit, die mich schon bei Blackout gepackt hat, und Piero Manzano ist als IT-Mann wieder mittendrin.
Die Stärke des Romans liegt darin, dass seine Anker in unserer Wirklichkeit so fest sitzen, dass sich bei mir bei der Ähnlichkeit fast der Magen verkrampft: Vieles fühlt sich weniger nach Fiktion an als nach einem Blick aus der Windschutzscheibe auf das, was unmittelbar auf der Straße liegt. Zurück bleibt ein mulmiges Gefühl, das sich nicht so leicht zuklappen lässt wie der Buchdeckel.
Zum letzten hängengeblieben habe ich es leider nicht rechtzeitig geschafft, deswegen muss ich dir jetzt (wahrscheinlich zum vorerst letzten Mal) von Gilda Giebel erzählen. Die große Einzelkritik ist inzwischen erschienen.
Gilda, forensische Psychologin und als Expertin in diversen Formaten, erklärt “Das Böse” nah an Geschichten von verschiedenen Frauen entlang und trotzdem ohne Plauderton. Der Titel Das Böse im Mann ist bewusst überspitzt, aber im Buch geht es um Muster und Abstufungen, nicht um ein Wesen, das alle Männer teilen. Und es erklärt nebenbei, warum meine Partnerin so an True Crime hängt: weniger Sensationslust als eine Art unbewusstes Training. Am Ende stehen Ratschläge zum Herauslösen aus toxischen Beziehungen, die ihr Gewicht erst durch den Weg davor bekommen. Sie richten sich an Frauen, aber ich habe das Buch trotzdem als Mann gelesen, und viel mitgenommen. Wie immer lohnt sich der Blick in die “große” Buchkritik.
Wusstest du eigentlich bereits, dass Gilda am 03.11. in Berlin ihre Buchpremiere feiert? Es gibt noch Karten. Ich werde auch dort sein:
Pfefferberg Theater. (Nein, ich erhalte keine Provision. 🙃)

Letzten Freitag auf dem Schnackstack-Treffen war diese Serie Thema und seitdem rechne ich damit, dass sie viral geht: Werwölfe - Das Spiel von List und Täuschung. Die zweite Staffel ist seit kurzem in der ARD Mediathek vollständig verfügbar und aus meiner Sicht ein Must-See.
Das Spiel kennst du vermutlich noch selbst von diversen Wohnzimmern und Küchentischen. Wir spielten es damals mit Zetteln und Freunden, deren Pokerface spätestens in der dritten Runde zu bröckeln anfing. Die Serie macht das ein wenig größer. Hier spielen nicht nur Fremde, sie leben auch noch ein paar Tage in einem Tiny-Haus-Dorf. Neben Influencern und Comedians finden sich in der zweiten Staffel Psychologen, ein Polizist und sogar ein Medium. Und wirklich jede teilnehmende Person tritt im Glauben an, für das Spiel gemacht zu sein.
Bei allen beginnt das Spiel mit dem gleichen Satz. “Ich bin ein Dorfbewohner” und die Blicke der Gruppe liegen auf ihnen. Jede Regung wird gedeutet. Freut sich da jemand zu sehr, weil er insgeheim schon weiß, wen man in der ersten Nacht fressen möchte?
Michael Kessler bleibt als Erzähler so zurückhaltend, dass er nie zur Hauptfigur wird. Keine Spur von Sommerhaus der Stars, dafür eher ein Experiment mit Notizbuch, viel Bauchgefühl und manchmal ein bisschen Selbstüberschätzung. Dabei können wir zusehen, wie wenig es manchmal braucht, bis kleine Gemeinschaften zerbrechen.
Warum mich das traurig macht und ich beim Zuschauen an Monopoly denken musste, erfährst du in der großen Kritik.

Eher selten biete ich in dieser Kategorie etwas an. Dieses Mal möchte ich dir jedoch Marvel Cosmic Invasion vorstellen. Während sich alle auf den Film Avengers: Doomsday vorbereiten kehrt das Spiel zu den Wurzeln zurück.
Mit bis zu vier Controllern, einem Sofa und drei Freunden könnt ihr euch hier durch die bunte Comic-Welt prügeln. Cosmic Invasion von Tribute Games ist ein sogenannter Brawler im Look der 90er, der sich anfühlt wie damals, nur ohne das Münzen-Nachwerfen.
Eine Mission dauert etwa zehn bis zwölf Minuten. Jeder Spieler wählt zwei Helden, die dann im Tag-Team antreten, und los geht’s. Bunt, lebendig und spaßig sind die Stichworte hier. Die Schwierigkeitskurve hat genrebedingt ihre Zacken, und ein paar optionale Hürden haben mir ein wenig Kopfschmerzen bereitet, aber das gehört bei Brawlern zum guten Ton.

Auf Substack gibt es ja wirklich alles. Teilweise unter dem Radar laufen m.E. noch Stacks, die sich ausschließlich um Kritiken kümmern bzw. Kritiken größeren Raum (in Form eines eigenen Posts) einräumen. Heute möchte ich dir die Stacks von Sarah Maria Lillig und Luisa Fernau vorstellen.
Luisa schreibt über Bücher. Und scheint dabei einen beträchtlichen Output (und vorher Input) zu haben. In ihrem Stack geht es ausschließlich um Bücher. Das meiste davon sind große Einzelkritiken, ab und zu hat sie jedoch einen Sammelpost, in dem sie verschiedene Bücher zu einem Thema vorstellt.
Super sympathisch ist mir die Notereihe “Meine realistische Lesewoche” in der Luisa teilt, wie viele Seiten sie an den Tagen gelesen hat. Überraschend, ich habe schon mal ein Bild mit einer 0 gesehen.
Vielleicht schaust du einfach mal vorbei und lässt dich von ihren gelesenen Büchern inspirieren. Ich kann es nur empfehlen.
Bei Sarah Maria Lillig liegt der Schwerpunkt (zumindest was Kritiken angeht) eher bei Filmen. Dabei würde ich so weit gehen und eher bereits von Filmanalysen sprechen. Zuletzt ist sie da mit Bad Apples sehr nach vorn gegangen.
Sarah schreibt eigentlich zweisprachig, scheint mir, zu meiner großen Freude immer mehr in die deutsche Sprache zu kippen bei Notes und Texten. Bei ihr geht Qualität vor Quantität, allerdings auch Diversität vor Homogenität. Neben den Filmanalysen bekommst du Gedichte, Essays, Konzert-Reviews und mehr. Es wird definitiv nicht langweilig. Holen wir sie doch noch etwas stärker in die German-Bubble. Dann wird sie vielleicht irgendwann mal einsprachig.
Was sind deine liebsten Stacks für Kritiken, egal ob Film oder Buch?

Endlich mal ein Monat, in dem nicht unglaublich viel liegen geblieben ist. Letzte Woche Freitag war das wunderbare erste Schnackstack Treffen.
Ich freue mich immer noch, wie unglaublich toll dieser Abend war :)
Ansonsten stehe ich gerade in der Kommunikation mit einer Druckerei für das Magazin. Da scheine ich auf der Zielgeraden. Allerdings muss ich das eine oder andere klären und anders machen. Ich merke, was gute Beratung ausmacht. Besonders freue ich mich, dass ich für das Cover mit einer Künstlerin zusammenarbeite, die ich hier auf Substack kennengelernt habe, die auch aus der Region um Hamburg kommt.
Ich hoffe, ich kann dir da zeitnah neue Informationen zuspielen.

Und falls dir dieser Text was gegeben hat, du aber gerade kein Abo willst:
Du kannst mir auch einfach was in die Kaffeekasse werfen.
Freiwillig, einmalig, ohne Verpflichtung.










