Immer wieder habe ich Phasen, in denen ich zocke, und andere, in denen ich nahezu gar nicht. Jetzt komme ich gerade mal wieder in eine andere. Spaß machen mir da besonders kleine Pixelabenteuer, bei denen ich Bewegungen und Kombinationen zwar lernen kann, aber nicht muss.
Da kommen mir neben Spielen wie Diablo IV aber auch immer wieder sogenannte Beat-‘em-ups oder Brawler in den Sinn. In der Seitenansicht prügelt man sich von links nach rechts, allein oder zu mehreren, durch ein pixelig buntes Spielvergnügen.
Annihilus, der Herrscher der Negativen Zone, bricht mit der Kosmischen Kontrollstab aus seinem Reich aus und schickt die Insektenheere der Vernichtungswelle quer durch das Universum. Nova und der Beobachter schildern den Ernst der Lage, und eine Handvoll irdischer und kosmischer Helden, darunter Spider-Man, Wolverine, Iron Man, Storm und Captain America, schließt sich zum Widerstand zusammen. Die Spur der Invasion führt sie von den Straßen New Yorks zu Schauplätzen wie Wakanda und Asgard. Unterwegs stellen sie sich bekannten Schurken, und die Insekten befallen sogar die Sentinels. Mit jedem Planeten, den sie verteidigen, wird klarer, dass Annihilus nicht nur erobern, sondern das Leben im Kosmos auslöschen will. Ihre Jagd auf den Eroberer führt sie schließlich bis in die Tiefen der Negativen Zone, wo sich das Schicksal des Universums entscheiden soll.
Die Spieleschmiede Tribute Games hatte sich zuvor an einem Brawler versucht, der in der Tradition einer ganzen Spiele-Reihe steht. Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge erinnerte mit seiner Optik stark an die Spiele aus den 90ern, ich meine hier besonders die Konsolen-Ära um das Super Nintendo oder das Sega Mega Drive, hatte jedoch ein frisches Spielgefühl. Und das, ohne die Mechanik großartig zu verändern. Das Spiel war ein Erfolg und jetzt hat man sich mit der Marvel-Lizenz an ein ähnliches Projekt gewagt.
Die Story ist, wie oben zu sehen, schnell erklärt und orientiert sich vom Verlauf her an den Comics, so wie es eben auch die Filme tun. Da es sich hier um eine kosmische Invasion handelt, finden sich Captain America und co irgendwann auch im Weltraum wieder.
Der Kniff: Über den Storyverlauf von 16 Missionen werden weitere Helden freigespielt. Für eine Mission benötige ich im Schnitt zwischen 8 und 12 Minuten, sodass man das Spiel wunderbar als Casual spielen kann. Der Fortschritt wird gespeichert und kann sowohl online als auch auf dem eigenen Sofa mit bis zu vier Personen gespielt werden. Zumindest ist es so bei mir auf der Playstation 5.
Und das ist tatsächlich direkt auch eines der coolsten Features. Einfach mit Freunden aufs Sofa hängen, gemeinsam wie früher an einer Konsole spielen. Jeder kann sich zwei Helden auswählen, zwischen denen hin und her gewechselt werden kann, und los geht’s.
Einziges Manko ist hier, wie fast immer bei diesen Spieletypen, dass die Balance im Schwierigkeitsgrad ein wenig unausgewogen ist. Endgegner können, besonders der letzte, im Vergleich zum sonstigen Spielverlauf unglaublich stark wirken. Das liegt in der Vergangenheit des Genres. Denn auch wenn dieses Spiel ein moderner Vertreter ist, kommen sie ursprünglich aus dem Arcade-Bereich. Dort wurden die Herausforderungen schnell immer schwerer, damit die Menschen mehr Geld nachwerfen müssen. Das ist hier zwar nicht mehr notwendig, doch irgendwie gehört das zum guten Ton des Genres dazu.
Ich halte die Frustschwelle insgesamt jedoch für recht niedrig. Einzig einige Herausforderungen in den Levels, die für das Spiel jedoch nicht essenziell sind, bereiten mir noch Kopfschmerzen. Das ist aber immer so, wenn ich irgendwo lese, dass ich bei bestimmten Sachen oder bestimmten Gegnern keinen Schaden nehmen soll.
Wer ein wenig Casual-Prügelspaß sucht, sollte hier zugreifen. Das Spiel wird immer wieder in den Sales auftauchen, weil es sich um einen kleineren Indie-Titel handelt. Das ist jedoch mit hohem Wiederspielwert, besonders mit Freunden, jeden Euro wert.

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