Sehen Sie auch genau zu? - hängengeblieben #004
Zwischen Pixelkunst, Rennstrecke und einer Zeitmaschine ist etwas Magie
Vor einigen Tagen habe ich noch mal The Prestige gesehen, einen von Christopher Nolans kleineren, aber nicht weniger eindrucksvollen Filmen. Die Rivalität zweier Magier hat mich schon beim ersten Sehen fasziniert, so wie die Klammer um den Film: „Sehen Sie auch genau zu?“ Und immer wieder, wenn ich den Film sehe, fallen mir neue Details auf. Details, die wir auch in unserem Alltag zu oft übersehen.
Ich möchte mir wieder öfter die Frage stellen, ob ich auch wirklich dabei bin, im Hier und Jetzt, ob ich auch genau hinsehe. Eine meiner großen Leidenschaften, wenn ich durch die Straßen Hamburgs gehe, ist das Finden von Aufklebern. Kleine, klebende Kunstwerke, in die oft mehr Liebe geflossen ist, als man im schnellen Vorbeigehen denken würde. Aber auch so können viele Details im Vorbeiflug, zum Beispiel auf dem Fahrrad, verloren gehen. Kürzlich habe ich aus dem Augenwinkel etwas gesehen, und als ich mich umdrehte, staunte ich nicht schlecht: Da hatte doch jemand heimlich an ein Gebäude, auf Hausnummernhöhe, in der gleichen Größe, eine Pixel-Art-Mona-Lisa geklebt.
Wann hast du das letzte Mal etwas entdeckt, das dich überrascht hat?
Ich bin weiter dabei, mich durch Robert Seethalers Werke zu arbeiten. Zeitlich geht es kreuz und quer. Eine Entscheidung, die ich bewusst getroffen habe. Von hinten nach vorn würde ich zu sehr die Entwicklung spüren. Das ist mir schon bei anderen Autoren passiert. Hier scheint die Strategie aufzugehen.
Zuletzt war ich mit Ein ganzes Leben beschäftigt. Eine Kritik, die ich als Note veröffentlichte, da ich annahm, dass dieses über zehn Jahre alte Buch kaum noch Interesse hervorrufen würde. Dabei gibt es doch immer Menschen, die die Geschichte um Andreas Egger nicht gelesen haben. Sollte das bei dir der Fall sein, würde ich dringend empfehlen, dir die Zeit für den Roman zu nehmen. Es ist beeindruckend, wie sehr die Beschreibung des Lebens dieses Mannes mich während des Lesens für sich einnahm. Und das, obwohl ich mir vorab die Frage gestellt habe: Wie soll bitte ein Leben auf etwas mehr als 150 Seiten sinnvoll erzählt werden können?
Aktuell hatte ich weniger Konzentration (und Zeit) zum Lesen als üblich. Demnächst kannst du etwas über den Thriller Tokyo von Tokuro Nukui lesen. In meinem Urlaub werde ich dann einiges nachholen können, da freue ich mich schon sehr drauf.
Es ist eine ganze Weile her, dass mich ein Marvel-Film ins Kino gelockt hat. Dass es ausgerechnet der vierte “Solo”-Auftritt eines Helden im Marvel Cinematic Universe ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Wir treffen wieder auf Spider-Man, der allein gegen das Verbrechen in New York kämpft. Eine Stadt, die sich nicht mehr an ihn erinnert. Alles läuft für ihn wie geplant, vielleicht ist er sehr belastet, sehr allein, doch gerade als es ihm klar werden könnte, taucht eine neue Bedrohung auf.
Wie immer ist der Film ein kleines Schaulaufen und gespickt mit Cameos. Einer dominiert den Film weit über einen Cameo-Status hinaus. Und dass ausgerechnet der Punisher die Figur ist, die wir für diesen Film brauchen (wo wir uns doch alle Daredevil gewünscht hatten), ist genauso eine Überraschung wie großartig dieser Film an sich ist. Die 145 Minuten haben selten ein Gefühl von Länge. Die Kameraarbeit hat eine tolle Dynamik. Der Look des New York im Film wirkt frisch, aber wie eine Hommage an den alten Maguire-Spider-Man. Unter der bunten Comic-Action findet sich ein Erzählstrang über Verlust sowie Angst vor Veränderung, was auch den Punisher zur optimalen Paarung macht.
Spider-Man: Brand New Day ist vielleicht das Beste, das Marvel in einer ganzen Zeit abgeliefert hat, und weckt die Hoffnung, dass er ein positiver Vorbote für Avengers: Doomsday ist.
Auf AppleTV habe ich mir dann noch endlich F1 - The Movie (Note-Kritik) reingezogen. Und ich kann verstehen, dass der Film so erfolgreich war. Manchmal ist es eben doch ein wenig planbar. Trotzdem bleibt er für mich hinter anderen großen Rennsport-Filmen zurück. Er ist es trotzdem mehr als wert, gesehen zu werden. Gerade weil Brad Pitt als gealterter Rennfahrer alle an die Wand spielt.
Ein kleines Highlight kam zum Ende des letzten Wochenendes. The End of Oak Street fühlt sich an wie ein Steven Spielberg-Film, aber von früher™. Und so schafft es dieser Film, auf der Retro-Welle zu surfen, ohne im Gegensatz zu Marvel und Konsorten sich ständig selbst zu zitieren, sondern auf ein Gefühl Bezug zu nehmen. Der Vibe der 80er ist sofort da, handwerklich ist der Film gut gemacht. An manchen Stellen ist er mir nicht ausgebaut genug, trotzdem ist er eines der besseren „Familien-Abenteuer“, die ich seit Langem gesehen habe. Der Spaßfaktor ist hoch, Animationen wirken echt.
Aktuell wird wenig bis gar nichts gezockt, ich weiß nicht, wann ich die Playstation zuletzt angeschaltet hatte.
Seit Jahren bin ich einer dieser Menschen, die EAFC kaufen… jedes Jahr wieder. Schon früher, als es noch FIFA hieß. Und was soll ich sagen, es ist lange her, dass ich so wenig heiß war wie die dieses Jahr. In Anbetracht der Tatsache, dass ein großer Teil meiner Zockertruppe später auf GTA VI umsteigt, könnte es sein, dass ich dieses Jahr sogar komplett aussetze. Denn der Hype um GTA ist für mich allmählich verblasst. GTA 5 mochte ich noch die Story, der Online Modus hat mich jedoch nach einer Zeit nicht mehr abgeholt. Zu sehr tun sich die Spieler dort gegenseitig Quatsch an. Aus dem Alter bin ich einfach raus. Die Story soll die größte überhaupt sein. Die Hauptstory allein ohne Nebenaufgaben würde bei 40 Stunden liegen, insgesamt läge man bei über 100 Stunden. Solche Spiele schrecken mich leider inzwischen ab. Zu hoch die Zeit, die sie von mir fordern.
Da lobe ich mir ein Diablo. Das kann ich immer wieder spielen, aber auch wochenlang in der Ecke liegen lassen, und es funktioniert immer noch für mich.
Ist das hier wirklich für gehört, oder doch eher gesehen? Marty McFly singt jetzt. Zurück in die Zukunft ist als Musical in Hamburg angekommen, mit komplett neu komponierter Musik und einem Bühnenbild, das die Zeitreise so überzeugend auf die Bretter bringt, dass man kurz vergisst, wie das technisch überhaupt geht. Der Humor wurde für ein jüngeres Publikum spürbar plattgewalzt, was bei einer Geschichte über Mutter-Sohn-Verwicklungen im gleichen Alter ein eigenes Fragezeichen aufwirft. Die deutsche Musik holt mich nicht ganz ab, der Cast dafür umso mehr. Und dann ist da noch Elton, der zwei Tage die Woche als Schuldirektor über die Bühne geht und auf der Website als großer Fan verkauft wird. Der Trend macht eben vor nichts Halt.
Ich weiß, nicht jeder kommt aus Hamburg und nicht mal möchte jeder in Hamburg leben (wirklich erschütternd, wäre aber auch irgendwie zu voll). Trotzdem möchte ich euch ein kleines Seitenprojekt vorstellen, das The Popcorner gemeinsam mit mir betreut.
Wir haben hier vor einigen Wochen Schnackstack aus der Traufe gehoben. Ziel ist es ein Verzeichnis von Schnackstackenden (Stäckies) aus Hamburg und Umgebung zu erstellen. Aber vor allen wollen The Popcorner und ich Mitte Oktober auf ein Treffen mit euch gehen um den Austausch anzustoßen.
Abonniert Schnackstack, wenn ihr davon etwas mitbekommen oder ihr auf die Übersicht Hamburger Substack kommen wollt. In den nächsten Tagen geht die Planung los.
Habt ihr eigentlich schon mitbekommen, dass die D-A-CH Region wieder eine Betreuung hat? Nach dem Abgang von Andreas Laux war der Posten leider längere Zeit unbesetzt. Umso großartiger, dass Karsten @ Substack jetzt da ist. Und ich Feier das bestimmt nicht nur, weil er aus Hamburg ist, sondern nachdem er sich in seiner Rolle geoutet hat aus meiner Sicht einen tollen Aufschlag hingelegt hat, der den Eindruck hinterlässt, dass er Substack und damit uns nach vorne bringen kann, will und wird.
Aktuell habe ich ein wenig das Gefühl, die Zeit rinnt mir durch die Finger. Ich hatte euch bereits vor einiger Zeit einen Artikel mit Substack-Tipps und -Tricks angekündigt. Dieser wird am kommenden Freitag in meiner Rubrik herausgefallen erscheinen.
Und hast du genau hingesehen?
Ich schon, immer wieder, und ich freue mich, hier Teil dieser Substack-Gemeinde zu sein, es macht mir großen Spaß.
Alles hier ist ein kleines Abenteuer. Vor einigen Tagen war ich #89 in aufstrebend Literatur. Wenige Tage später haben sich so viele Menschen von ihren Abos verabschiedet wie noch nie. Ich gebe es zu, ich musste mich an den Gedanken gewöhnen, dass Menschen nur mal kurz reinschauen und dann weiterziehen. Das ist der Lauf des Lebens.
Umso mehr freue ich mich aber, wie viele von euch dabei sind. Lesen, Herzen und Feedbackgeben. Vielleicht sehe ich ein paar von euch dann im Oktober.
Es macht mir viel Spaß mit euch. Vielleicht seid ihr meine Mona Lisa.
Mit diesem Pixelhaufen sage ich Tschüss und wir lesen uns
Euer Kay
















Ich glaub ich hab schon 1000x mal gesagt wie sehr ich das Format liebe und ich sag’s auch gern noch 1000 mal haha. Wieder grandiose Einblicke lieber Kay, du hast mich auf die Idee gebracht, hier in der Umgebung mal nach einem Kino zu suchen um mir den Spiderman mal reinzuziehen. Ich bin gespannt ☺️❤️