The End of Oak Street (2026) / Filmkritik
Eine leichte Kritik über Nostalgie-Kino ganz ohne Marke
Als ich den Trailer zu The End of Oak Street sah, fühlte ich mich an diese abenteuerlichen Filme aus den 70er und 80er Jahren erinnert. Und dann direkt an Super 8, der den Vibe eben dieser Filme, insbesondere der von Steven Spielberg, wunderbar einfing.
Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: J. J. Abrahams produziert jetzt die gleiche Nostalgie, wie Steven Spielberg es damals mit ihm und Super 8 getan hat. Aber funktioniert Nostalgie ohne eine Marke, auf die man sich bezieht, heute immer noch? In einer Zeit, in der eigentlich nahezu alle großen Kassenschlager auf der Nostalgiewelle surfen? (Ja, Ausnahmen bestätigen die Regel, auch ich habe The Odyssey gesehen.)
Eine gewöhnliche Straße in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Straßenfeste, scheinbar perfekte Familienidylle. Bis in einer Nacht ein grelles Licht aufblitzt und ein dröhnender Knall allen die Ohren schmerzen lässt. Als sich der Staub legt, ist Oak Street nicht mehr dort, wo sie war, sondern in einer fremden, urzeitlich wirkenden Umgebung gestrandet.
Die scheinbar perfekte Familie muss sich in der neuen Umgebung behaupten und einen Weg finden, wieder nach Hause zu kommen.
Die Geschichte ist so simpel wie der Ablauf des Films. Zunächst wird uns die heile Welt gezeigt, bevor sie dann in das andere Szenario verpflanzt wird. Neu ist das Konzept nicht wirklich und der Film letztlich auch nicht herausragend, weil er die Dinge, die er anspielt, letztlich nicht konsequent genug groß macht. So ist es schön, mal zu sehen, wie nicht nur eine oder eine Gruppe von Personen in ein anderes Setting gesetzt werden, sondern ein ganzes Viertel. Allerdings wird das fast nie angespielt, weil der Fokus nur auf unserer Familie liegt. Das ist eine Entscheidung, doch genauso gut hätten sie auf mysteriöse Weise allein sein können und nur die Strukturen mitgereist. Es hätte nahezu keinen Unterschied gemacht.
Gefallen hat mir der Spagat zwischen Eltern-Beziehung und Abenteuer in der „Kindergruppe“. Hier schafft der Film eine Ausgewogenheit und findet in den richtigen Momenten zueinander. Ich war zwar überrascht, dass es im Kino nicht mehr wirkte, doch man merkte, dass der Film sich nur bedingt ernst nehmen wolle, sondern in erster Linie Spaß machen. So waren teilweise Szenen lustig obskur, beispielsweise wenn sich kleine Dinosaurier wie ein Waschbär verhalten oder ein Dino eine Eiskremschnauze hat, weil er den Eiscreme-Wagen für sich entdeckt hat. Aufgrund des langsamen Erzähltempos des Films auf seinen 99 Minuten, war die Taktung jedoch so langsam, dass das Publikum scheinbar nicht mitbekam, wie der Film sich selbst sieht.
Was mich überrascht hat, war, wie blutig dieser Film letztlich für FSK ab 12 Jahren ist. Das ganze Ambiente versprach ein Familienspaß à la Spielberg zu werden. Filmplakate und Trailer ließen sich nur so interpretieren. Am Ende kommt beim Regisseur und Drehbuchautoren von It Follows nun eine Mischung aus angedeutetem Horror und Familienspaß heraus, die manchmal ihr Gewaltpacing überschreitet. Ich würde wohl nicht mit einem Kind hingehen.
Nostalgie funktioniert in diesem Mix überraschend gut, auch wenn sich kein konkretes Produkt anspielen lässt, wie zum Beispiel Marvel oder andere Franchises es tun. Ich für meinen Teil hatte einen guten, wohligen 80er-Vibe, und das, obwohl ich einen Großteil meiner aufnahmefähigen Kindheit in den 90ern verbrachte. Aber was lief dort im Fernsehen? Na klar, die Wiederholung oder Premieren der 80er. Einen Stranger-Things-artigen Hype werden wir jedoch hier nicht erwarten können.



