Das ist ja immer die Frage nach solch einer Tat. Auch nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, der sich in diesem Winter zum 10. Mal jährt und nach dem alle plötzlich große Weihnachts-Fans waren und sich IHR Weihnachten nicht nehmen lassen wollen. Aber das gehört jetzt hier nicht hin.
Die LGBTQIA+-Community ist widerstandsfähig und zeigt sich auch jetzt stark. Da mach ich mir keine Sorgen. Und die Polizei wird sich zu den Sicherheitskonzepten Gedanken machen (müssen).
Zu Stabenswelt "Ciao"-Rede: ich bin kein Jurist, vielleicht ist da jemand schlauer, aber der Täter war ja deutscher Staatsbüger. Ob jemand in das Land seiner Eltern abgeschoben werden kann, obwohl er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, weiß ich nicht.
Ich finde auf jeden Fall, dass du es sehr gut geschafft hast, deine Wut sachlich zu verschriftlichen, Kay. Das macht den Text besonders wertvoll.
Ja, der Reflex ist auch da, das es plötzlich "unser" ist. Ich glaube die LQBTQIA+ Community ist widerstandsfähig, weil sie es muss. Heißt nicht, dass sie keine Unterstützung gebrauchen können :)
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Aber ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr, an gleicher Stelle, wieder der CSD gefeiert wird und man ihm eine gewisse “Jetzt erst recht”-Mentalität anmerken wird. Gerne mit aller Unterstützung, die sie kriegen können. Sehr gerne auch von der Politik.
Die Sache mit dem Datenschutz ist eine Ausrede. Immer. Die Datenschutzgesetze lassen Raum für Interpretation, das geht auch gar nicht anders, weil man nicht Millionen von Einzelfällen ins Gesetz schreiben kann. Daraus folgt, dass Behörden in 99,9% der Fälle Personendaten weitergeben dürfen ohne das Recht zu beugen. Es muss nur jemand entscheiden, handeln !dann begründen und die Verantwortung übernehmen. Das ist aber eine Tugend, die an vielen Stellen leider nicht sehr weit verbreitet ist.
Das Datenschutz Thema ging ja besonders hoch, weil dir Polizei den Fahnungsaufruf auf Social Media ohne Bild geteilt hatte und gefragt wurde wieso.
Das ist ein bisschen Obskur, weil man ja nur auf den Link klicken brauchte. Und wo da der Unterschied liegt zwischen der Nutzung der elektronischen Werbetafeln? Der Fällt vermutlich genau in deine Ausführungen.
Vor kurzem habe von den organisatorischen Probleme in Bautzen gelesen. Dort gibt es wohl Sicherheitsbedenken, wegen rechten Gegendemonstrationen. In meinem kleinen Kopf hatte ich mir vorgestellt, mit den ganzen CSD Teilnehmer aus Köln dort ‘einzufallen’. So 1,2 Millionen friedlich Feiernden. Meine Fantasie bringt niemanden in Bautzen etwas aber … man wird ja träumen dürfen.
Dann wache ich morgens in der Realität mit den Nachrichten aus Berlin auf.
Leider ja. Aber ich feiere jeden der den Mut hat in einigen Regionen von Ost-Deutschland den CSD zu laufen. Dort wird es nicht einfach eine Party sein, wie z.B. in Hamburg. Wobei es sich auch hier sicherlich anders anfühlen wird dieses mal.
Dein Text hat mich sehr berührt. Ich versuche diese Sorgen im Alltag auszublenden, aber dann passiert etwas wie dieser Anschlag und ich kann nicht umhin wieder diese Schwere zu spüren. In den letzten Jahren hat sich die Welt so sehr zum schlechten verändert, das ist zumindest mein subjektiver Eindruck. Dann frage ich mich, ob dem wirklich so ist oder ob ich es nur so wahrnehme, weil ich seit der Geburt meiner Kinder einfach sensibler geworden bin für solche Themen. Zumindest geht es vielen Eltern, die ich kenne ähnlich wie mir.
Ich denke wichtig ist, dass wir alle nicht wegschauen und uns Gemeinschaften aufbauen, die dem entgegenstehen.
Gerade weil es in vielen Regionen Deutschlands im Moment nicht so einfach ist.
Und zu deiner Frage: Ich habe zwar selbst keine Kinder, doch ich habe bei vielen Freunden bemerkt, wie sich der Blickwinkel ändert, wenn sie Kinder bekommen. Das ist aus meiner Sicht nur natürlich, weil man sich nicht mehr nur um sich selbst sorgen muss :)
Du schreibst: "Wenn wir anfangen Menschen anderer Herkunft oder anderer Religion pauschal zu misstrauen. Dann bekommen die Täter, seien es organisierte oder einzelne, genau das, was sie wollen. Sie säen Angst und Zweifel und wir beginnen selbst, unsere Gesellschaft zu zersetzen."
Sowas von. Aber von Angst & Zweifel haben ja auch genug (reiche) Menschen in der Regierung was.
Solange uns die Symptome derer Entscheidungen kollektiv Steine in unsere Alltagswege legen & wir uns gegenseitig beschuldigen, bleiben wir gelähmt.
Diese Tat macht mich, genau wie jede andere Straftat, gegen einen oder mehrere Menschen oder ein oder mehrere Tiere fassungslos.
Ich habe gerade Aktenzeichen XY gesehen und war so unfassbar schockiert, was Verkäufern, Rentnern, kleinen Kindern, egal wem aus egal welchem Motiv angetan wird. Es ist immer wieder sehr, sehr schwer zu ertragen.
Bei politisch motivierten Straftaten kommt hinzu, dass diese nicht "nur" ein Angriff auf die Teilnehmer des CSD, einer Demo oder einer Parteiveranstaltung sind, was an sich wie gesagt dramatisch genug ist, sondern eben auch jedesmal ein Anschlag auf unsere freie Gesellschaft, auf unser liberales Wertesystem und auf unsere Demokratie.
Daher liegt es an jedem einzelnen liberalen Demokraten aufzustehen und für die Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung (FDGO) aktiv einzutreten. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.
Das ist meine Meinung dazu.
(Ich hoffe, dass der Eingangssatz nur darauf bezogen war, dass ich letzte Woche bei meinem Thema überrumpelt wurde 😉 und ich nicht inhaltlich eine Grenze überschritten habe.)
Was hält eine Gesellschaft zusammen? Gute Frage, über die ich immer wieder nachdenke. Deine Antwort passt da gut: der Glaube eine bessere Welt zu schaffen ist da mit Sicherheit ein Teil davon.
Mich hat nicht verwundert, als gesagt wurde „er war bekannt“.
Der Ruf nach neuer Überwachung etc ist mMn Absicht. Die Tat wird genutzt um eine Agenda zu verfolgen.
Dabei hätte sie verhindert werden können: bekannter Islamist? Ciao. Als Gefährder eingestuft? Ciao.
Zuvor noch ordentlich erkennungsdienstlich erfassen, damit er nicht wieder durch die Maschen schlüpft.
Das Menschen sterben müssen und verletzt werden, weil Behörden eine bekannte Gefahr nicht von vornherein eliminieren - hab ich nie verstanden.
Deshalb haben alle Betroffenen umso mehr mein Mitgefühl. Da ist nicht einfach ein Ottonormalbürger durchgedreht, sondern eine bekannte Gefahr aktiv geworden.
Solche Fälle spalten die Gesellschaft- und Angst wird dann auch von unseren Instanzen genutzt um Dinge durchzusetzen.
Ist es auch. Hier wäre Abschieben zwar keine Möglichkeit gewesen, der Mensch ist in Deutschland geboren und hat die deutsche Staatsbürgerschaft.
Trotzdem wäre z.B. eine Resozialisierung im Vollzug sinnvoller gewesen, doch hinter her ist man immer schlauer. mein Punkt ist auch grundsätzlich, dass die Reflexe eher dafür sorgen, dass Terrorismus die Angst die sie will bekommen.
Ich freue mich übrigens, dass du immer so früh auf meinen Texten hängst. Das ist wirklich großartig :)
Na klar. Wenn du mich in der ersten Zeile schon direkt ansprichst :)
Ernsthaft - das Ciao war auch einsperrungsbezogen.
Ich mache mir bei solchen Verblendungen nur keine große Hoffnung, dass Resozialisierung funktioniert. Müsste ich mich mal mit den Erfolgszahlen beschäftigen.
Ich weiß nicht, wie die Erfolge da sind. Ich kenne aus der rechten Szene einige Aussteiger. Das ist dort schon schwer. Je nach Intensität der Indoktrination.
Weil ich deinen Kommentar las: Ich meine Abschieben UND Gefängnis je nach Fall.
War wohl etwas wütend formuliert.
Ich beobachte solche Fälle seit vielen Jahren, einfach weil ich verstehen will, was da passiert. Warum es passiert und warum unser Rechtsstaat greift ... und auch wieder zu lasch, langsam und zu ... human ist.
So als Beispiel, wo ich scheitere:
Ein Fall aus 2023 - Ann-Marie Kyrath und ihr Freund wurden durch einen Palästinenser getötet, der seine Haftstrafe abgesessen hatte und 6 Tage später das Messer zog. Ja, er wurde verurteilt. Auch die Entlassung zuvor war regelkonform und rechtsstaatlich. Ich hab nur manchmal den Eindruck, dass dieser uns in manchen Fällen auf die Füße fällt. Der Mann hatte nur subsidiären Schutz. Es gab 2016 wohl schon Ansatzpunkte, diesen abzuerkennen. Er hat sich im Gefängnis mit Anis Amri verglichen - wurde nicht für voll genommen. Und dann kommt immer die Frage: Hätte das ausgereicht, um was zu tun? Vermutlich nicht, weil wir auch bei Mördern und Terroristen das Prinzip der Menschlichkeit verfolgen ... die jene, besonders letztere, in meinen Augen nicht haben.
Mir ist der Fall jedenfalls in Erinnerung geblieben.
du kündigst im zweiten Absatz an, deine Wut mit Zahlen zu kontrollieren, und dann machst du es auch. Das ist die eigentliche Leistung des Textes.
Der Punkt, der bleibt: Der Mann war den Behörden bekannt, im Mai verurteilt, Haftbefehl aufgehoben. Damit ist der ganze Forderungskatalog erledigt, ohne dass du moralisch werden musst. Und die Erklärung von Terrorismus für einen Fünfjährigen ist der beste Satz im Text.
die direkte Ansprache im ersten Satz irritiert mich. Der Vorname Jürg ist in Deutschland inexistenz, da es sich um eine typisch schweizerische Variante des Namens Jörg oder Jürgen handelt.
Selbst in der Schweiz ist der Vorname extrem selten: Seit dem Jahr 2000 wurden nur ein bis zwei Buben so getauft, seit 2011 kein einziger. Und in der weltweiten Substack-Community gibt es nur einen Träger mit diesem Vornamen. Mich.
Ich habe mich bewusst nie zum Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin geäussert, weil es dafür in Deutschland genug kompetente Persönlichkeiten gibt.
Deshalb finde ich es ein bisschen schwierig, wenn ich dazu so prominent angesprochen werde. Gibt es dafür einen Grund?
Ich kannte den Fall nicht, aber bei Anis Amri wird mir als Berliner, der seitdem fast jährlich auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz geht und die Gedenkstätte besucht, ganz anders. Auch wenn ich den Namen spontan nicht gewusst hätte. Solche Fälle, es gibt ja leider genug davon, bleiben oft in Erinnerung. Die bekannteste Frage ist ja: "Stabenwelt, was hast du eigentlich am 11.9.2001 gemacht? Wo hast du die Nachricht gehört?" Schon krass, wie sich das einbrennt.
Ich weiß, was du meinst. Aber ich weiß nicht was die Lösung ist. Und ich weiß auch zu wenig über die Ermittlungsarbeit. Wann ist jemand radikalisiert und wann einfach nur interessiert? Ab wann ist jemand gefährlich und wann nicht? Zeigt jeder Attentäter vorher auffälluges Verhalten? Alles verhindern kann man nicht. Und Kay hat ja geschrieben, dass das allermeiste verhindert wird. Müssen wir anfangen Iraner, Syrer, Libanesen, Palästinenser etc. vor Gericht strenger zu bestrafen? Das wäre ja auch irgendwie ungerecht. Wird in Zukunft jedes Vergehen mit Abschiebung bestraft? Ist das eine Lösung? Ist das immer fair? Ich habe auf all diese Fragen keine Antworten. Nicht wirklich.
Ganz kurz für meinen Kontext: Abdoul B. wurde doch zu einer Bewährung nach Jugendstrafrecht verurteilt oder nicht? Zumindest hat mir das der ARD-Terrorexperte in der RBB-Abendschau und in der Tagesschau so erklärt.
Das mit dem Strafmaß bezog sich auch auf deinen Text, das war schon so gemeint. Sonst muss ich wohl noch lernen, dass offensichtlich Japaner Substack gebaut haben und man hier immer von hinten nach vorne lesen muss 😉 Sirry, für die Verwirrung.
Die ganze Welt ist gerade kein guter Ort.
Da ist Resilienz gefragt.
Mir persönlich hilft da ein Austausch mit guten Freunden.
Das ist ja immer die Frage nach solch einer Tat. Auch nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, der sich in diesem Winter zum 10. Mal jährt und nach dem alle plötzlich große Weihnachts-Fans waren und sich IHR Weihnachten nicht nehmen lassen wollen. Aber das gehört jetzt hier nicht hin.
Die LGBTQIA+-Community ist widerstandsfähig und zeigt sich auch jetzt stark. Da mach ich mir keine Sorgen. Und die Polizei wird sich zu den Sicherheitskonzepten Gedanken machen (müssen).
Zu Stabenswelt "Ciao"-Rede: ich bin kein Jurist, vielleicht ist da jemand schlauer, aber der Täter war ja deutscher Staatsbüger. Ob jemand in das Land seiner Eltern abgeschoben werden kann, obwohl er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, weiß ich nicht.
Ich finde auf jeden Fall, dass du es sehr gut geschafft hast, deine Wut sachlich zu verschriftlichen, Kay. Das macht den Text besonders wertvoll.
Ja, der Reflex ist auch da, das es plötzlich "unser" ist. Ich glaube die LQBTQIA+ Community ist widerstandsfähig, weil sie es muss. Heißt nicht, dass sie keine Unterstützung gebrauchen können :)
Ansonsten, Danke Simon!
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Aber ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr, an gleicher Stelle, wieder der CSD gefeiert wird und man ihm eine gewisse “Jetzt erst recht”-Mentalität anmerken wird. Gerne mit aller Unterstützung, die sie kriegen können. Sehr gerne auch von der Politik.
Die Sache mit dem Datenschutz ist eine Ausrede. Immer. Die Datenschutzgesetze lassen Raum für Interpretation, das geht auch gar nicht anders, weil man nicht Millionen von Einzelfällen ins Gesetz schreiben kann. Daraus folgt, dass Behörden in 99,9% der Fälle Personendaten weitergeben dürfen ohne das Recht zu beugen. Es muss nur jemand entscheiden, handeln !dann begründen und die Verantwortung übernehmen. Das ist aber eine Tugend, die an vielen Stellen leider nicht sehr weit verbreitet ist.
Das Datenschutz Thema ging ja besonders hoch, weil dir Polizei den Fahnungsaufruf auf Social Media ohne Bild geteilt hatte und gefragt wurde wieso.
Das ist ein bisschen Obskur, weil man ja nur auf den Link klicken brauchte. Und wo da der Unterschied liegt zwischen der Nutzung der elektronischen Werbetafeln? Der Fällt vermutlich genau in deine Ausführungen.
Bedrücktende Thematik, die mich auch seit Tagen nicht loslässt.
Der ermutigende Ausblick am Ende dieses Textes tut daher sehr gut.
Vor kurzem habe von den organisatorischen Probleme in Bautzen gelesen. Dort gibt es wohl Sicherheitsbedenken, wegen rechten Gegendemonstrationen. In meinem kleinen Kopf hatte ich mir vorgestellt, mit den ganzen CSD Teilnehmer aus Köln dort ‘einzufallen’. So 1,2 Millionen friedlich Feiernden. Meine Fantasie bringt niemanden in Bautzen etwas aber … man wird ja träumen dürfen.
Dann wache ich morgens in der Realität mit den Nachrichten aus Berlin auf.
Leider ja. Aber ich feiere jeden der den Mut hat in einigen Regionen von Ost-Deutschland den CSD zu laufen. Dort wird es nicht einfach eine Party sein, wie z.B. in Hamburg. Wobei es sich auch hier sicherlich anders anfühlen wird dieses mal.
Dein Text hat mich sehr berührt. Ich versuche diese Sorgen im Alltag auszublenden, aber dann passiert etwas wie dieser Anschlag und ich kann nicht umhin wieder diese Schwere zu spüren. In den letzten Jahren hat sich die Welt so sehr zum schlechten verändert, das ist zumindest mein subjektiver Eindruck. Dann frage ich mich, ob dem wirklich so ist oder ob ich es nur so wahrnehme, weil ich seit der Geburt meiner Kinder einfach sensibler geworden bin für solche Themen. Zumindest geht es vielen Eltern, die ich kenne ähnlich wie mir.
Ich denke wichtig ist, dass wir alle nicht wegschauen und uns Gemeinschaften aufbauen, die dem entgegenstehen.
Hallo Lena,
dein letzter Satz ist das wichtigste :)
Gerade weil es in vielen Regionen Deutschlands im Moment nicht so einfach ist.
Und zu deiner Frage: Ich habe zwar selbst keine Kinder, doch ich habe bei vielen Freunden bemerkt, wie sich der Blickwinkel ändert, wenn sie Kinder bekommen. Das ist aus meiner Sicht nur natürlich, weil man sich nicht mehr nur um sich selbst sorgen muss :)
Du schreibst: "Wenn wir anfangen Menschen anderer Herkunft oder anderer Religion pauschal zu misstrauen. Dann bekommen die Täter, seien es organisierte oder einzelne, genau das, was sie wollen. Sie säen Angst und Zweifel und wir beginnen selbst, unsere Gesellschaft zu zersetzen."
Sowas von. Aber von Angst & Zweifel haben ja auch genug (reiche) Menschen in der Regierung was.
Solange uns die Symptome derer Entscheidungen kollektiv Steine in unsere Alltagswege legen & wir uns gegenseitig beschuldigen, bleiben wir gelähmt.
Ein wütender, aber sehr klarer Text.... Besonders hängen geblieben ist bei mir die Frage, was eine offene Gesellschaft eigentlich zusammenhält.....
Diese Tat macht mich, genau wie jede andere Straftat, gegen einen oder mehrere Menschen oder ein oder mehrere Tiere fassungslos.
Ich habe gerade Aktenzeichen XY gesehen und war so unfassbar schockiert, was Verkäufern, Rentnern, kleinen Kindern, egal wem aus egal welchem Motiv angetan wird. Es ist immer wieder sehr, sehr schwer zu ertragen.
Bei politisch motivierten Straftaten kommt hinzu, dass diese nicht "nur" ein Angriff auf die Teilnehmer des CSD, einer Demo oder einer Parteiveranstaltung sind, was an sich wie gesagt dramatisch genug ist, sondern eben auch jedesmal ein Anschlag auf unsere freie Gesellschaft, auf unser liberales Wertesystem und auf unsere Demokratie.
Daher liegt es an jedem einzelnen liberalen Demokraten aufzustehen und für die Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung (FDGO) aktiv einzutreten. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.
Das ist meine Meinung dazu.
(Ich hoffe, dass der Eingangssatz nur darauf bezogen war, dass ich letzte Woche bei meinem Thema überrumpelt wurde 😉 und ich nicht inhaltlich eine Grenze überschritten habe.)
Ich kann dir auch die Publikation von Gilda Gibel empfehlen (https://substack.com/home/post/p-206433428)
Dort geht es auch um das Ausnutzen von den Schwächsten Menschen. Den YouTube Beitrag dazu hat sie mir freundlicherweise in den Kommentaren verlinkt.
Ach und der Text begrüßt jeden persönlich, egal was er oder sie vorher geschrieben hat. Kleiner Taschenspieler Kniff ;)
Was hält eine Gesellschaft zusammen? Gute Frage, über die ich immer wieder nachdenke. Deine Antwort passt da gut: der Glaube eine bessere Welt zu schaffen ist da mit Sicherheit ein Teil davon.
Mich hat nicht verwundert, als gesagt wurde „er war bekannt“.
Der Ruf nach neuer Überwachung etc ist mMn Absicht. Die Tat wird genutzt um eine Agenda zu verfolgen.
Dabei hätte sie verhindert werden können: bekannter Islamist? Ciao. Als Gefährder eingestuft? Ciao.
Zuvor noch ordentlich erkennungsdienstlich erfassen, damit er nicht wieder durch die Maschen schlüpft.
Das Menschen sterben müssen und verletzt werden, weil Behörden eine bekannte Gefahr nicht von vornherein eliminieren - hab ich nie verstanden.
Deshalb haben alle Betroffenen umso mehr mein Mitgefühl. Da ist nicht einfach ein Ottonormalbürger durchgedreht, sondern eine bekannte Gefahr aktiv geworden.
Solche Fälle spalten die Gesellschaft- und Angst wird dann auch von unseren Instanzen genutzt um Dinge durchzusetzen.
Halte ich für gefährlich.
Btw. Warum ich an Anfang?😬
Ist es auch. Hier wäre Abschieben zwar keine Möglichkeit gewesen, der Mensch ist in Deutschland geboren und hat die deutsche Staatsbürgerschaft.
Trotzdem wäre z.B. eine Resozialisierung im Vollzug sinnvoller gewesen, doch hinter her ist man immer schlauer. mein Punkt ist auch grundsätzlich, dass die Reflexe eher dafür sorgen, dass Terrorismus die Angst die sie will bekommen.
Ich freue mich übrigens, dass du immer so früh auf meinen Texten hängst. Das ist wirklich großartig :)
Na klar. Wenn du mich in der ersten Zeile schon direkt ansprichst :)
Ernsthaft - das Ciao war auch einsperrungsbezogen.
Ich mache mir bei solchen Verblendungen nur keine große Hoffnung, dass Resozialisierung funktioniert. Müsste ich mich mal mit den Erfolgszahlen beschäftigen.
Du meinst Deradikalisierung? Finde ich auch schwierig.
Ich weiß nicht, wie die Erfolge da sind. Ich kenne aus der rechten Szene einige Aussteiger. Das ist dort schon schwer. Je nach Intensität der Indoktrination.
Weil ich deinen Kommentar las: Ich meine Abschieben UND Gefängnis je nach Fall.
War wohl etwas wütend formuliert.
Ich beobachte solche Fälle seit vielen Jahren, einfach weil ich verstehen will, was da passiert. Warum es passiert und warum unser Rechtsstaat greift ... und auch wieder zu lasch, langsam und zu ... human ist.
So als Beispiel, wo ich scheitere:
Ein Fall aus 2023 - Ann-Marie Kyrath und ihr Freund wurden durch einen Palästinenser getötet, der seine Haftstrafe abgesessen hatte und 6 Tage später das Messer zog. Ja, er wurde verurteilt. Auch die Entlassung zuvor war regelkonform und rechtsstaatlich. Ich hab nur manchmal den Eindruck, dass dieser uns in manchen Fällen auf die Füße fällt. Der Mann hatte nur subsidiären Schutz. Es gab 2016 wohl schon Ansatzpunkte, diesen abzuerkennen. Er hat sich im Gefängnis mit Anis Amri verglichen - wurde nicht für voll genommen. Und dann kommt immer die Frage: Hätte das ausgereicht, um was zu tun? Vermutlich nicht, weil wir auch bei Mördern und Terroristen das Prinzip der Menschlichkeit verfolgen ... die jene, besonders letztere, in meinen Augen nicht haben.
Mir ist der Fall jedenfalls in Erinnerung geblieben.
Wiiiiie geeeeeht daaaas? 😇
Also, ich mache ganz schnell diese Texte auf, dann ändere ich den Namen, damit du das lesen kannst. Das sind mir meine Abonnenten wert.
Du bekommst ja auch jede Woche von mir eine E-Mail in der ich dich mit Keksding anschreibe :)
Ach, jetzt wo ich deine Aufmerksamkeit habe, was sagst du zum Text?
du kündigst im zweiten Absatz an, deine Wut mit Zahlen zu kontrollieren, und dann machst du es auch. Das ist die eigentliche Leistung des Textes.
Der Punkt, der bleibt: Der Mann war den Behörden bekannt, im Mai verurteilt, Haftbefehl aufgehoben. Damit ist der ganze Forderungskatalog erledigt, ohne dass du moralisch werden musst. Und die Erklärung von Terrorismus für einen Fünfjährigen ist der beste Satz im Text.
Danke fürs genaue Hinschauen statt laut sein.
Ich weiß wie er das macht :) Habs rausgefunden.
Pssssst ;)
Lieber Kay,
die direkte Ansprache im ersten Satz irritiert mich. Der Vorname Jürg ist in Deutschland inexistenz, da es sich um eine typisch schweizerische Variante des Namens Jörg oder Jürgen handelt.
Selbst in der Schweiz ist der Vorname extrem selten: Seit dem Jahr 2000 wurden nur ein bis zwei Buben so getauft, seit 2011 kein einziger. Und in der weltweiten Substack-Community gibt es nur einen Träger mit diesem Vornamen. Mich.
Ich habe mich bewusst nie zum Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin geäussert, weil es dafür in Deutschland genug kompetente Persönlichkeiten gibt.
Deshalb finde ich es ein bisschen schwierig, wenn ich dazu so prominent angesprochen werde. Gibt es dafür einen Grund?
Guten Morgen Jürg,
ein kleiner Taschenspieler Trick. Nur du siehst deinen Namen :)
Ist also weniger prominent als befürchtet.
Ich kannte den Fall nicht, aber bei Anis Amri wird mir als Berliner, der seitdem fast jährlich auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz geht und die Gedenkstätte besucht, ganz anders. Auch wenn ich den Namen spontan nicht gewusst hätte. Solche Fälle, es gibt ja leider genug davon, bleiben oft in Erinnerung. Die bekannteste Frage ist ja: "Stabenwelt, was hast du eigentlich am 11.9.2001 gemacht? Wo hast du die Nachricht gehört?" Schon krass, wie sich das einbrennt.
Ich weiß, was du meinst. Aber ich weiß nicht was die Lösung ist. Und ich weiß auch zu wenig über die Ermittlungsarbeit. Wann ist jemand radikalisiert und wann einfach nur interessiert? Ab wann ist jemand gefährlich und wann nicht? Zeigt jeder Attentäter vorher auffälluges Verhalten? Alles verhindern kann man nicht. Und Kay hat ja geschrieben, dass das allermeiste verhindert wird. Müssen wir anfangen Iraner, Syrer, Libanesen, Palästinenser etc. vor Gericht strenger zu bestrafen? Das wäre ja auch irgendwie ungerecht. Wird in Zukunft jedes Vergehen mit Abschiebung bestraft? Ist das eine Lösung? Ist das immer fair? Ich habe auf all diese Fragen keine Antworten. Nicht wirklich.
Engmaschiger begleiten und aus dem Umfeld rausholen. Daran soll es wohl hier gescheitert sein.
Ganz kurz für meinen Kontext: Abdoul B. wurde doch zu einer Bewährung nach Jugendstrafrecht verurteilt oder nicht? Zumindest hat mir das der ARD-Terrorexperte in der RBB-Abendschau und in der Tagesschau so erklärt.
korrekt.
ich glaube deine ganzen Kommentare sind gar nicht da gelandet, wo du sie haben wolltest
Wieso?
Weil die alle "Top" Level sind und es wirkt als wenn du jemanden Antwortest
Ah ja. Das kann wohl sein.
Das mit dem Strafmaß bezog sich auch auf deinen Text, das war schon so gemeint. Sonst muss ich wohl noch lernen, dass offensichtlich Japaner Substack gebaut haben und man hier immer von hinten nach vorne lesen muss 😉 Sirry, für die Verwirrung.
Kleiner Kniff, jede/r wird persönlich angesprochen. Der Name im Text ändert sich danach, wer ihn liest. :)
Ein bisschen enttäuschend 😂