Dein Essay hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht und ich werde es sicher noch die nächsten Tage in mir bewegen. Würden wir Dinge mehr genießen, wenn wir wüssten, dass wir sie zum letzten Mal tun? Ich glaube unbedingt ja. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Menschen plötzlich bewusster leben, wenn sie eine Diagnose bekommen: Das Wissen um die Endlichkeit holt uns zurück in den Moment und erinnert uns daran, Dinge zu genießen und zu zelebrieren.
Was mir dabei noch kam: Wir haben in unserer Gesellschaft ein bisschen verlernt, das Alltägliche zu feiern. Jemanden zu begrüßen, eine Umarmung, das Essen auf dem Teller, einen Weg zu gehen – oft machen wir all das nur noch nebenbei, im Multitasking-Modus, immer schon mit dem nächsten Ziel im Kopf. Selbst das einfache Flanieren scheint fast verschwunden zu sein. Spazieren ohne Ziel schient für viele fast undenkbar. Dabei liegt genau dort so viel Leben.
Vielleicht helfen Begriffe wie „erstes Mal“ oder „letztes Mal“ einfach dabei, uns wieder zurück ins Erleben zu holen. Sie erinnern uns daran, den Moment bewusst wahrzunehmen. Und wenn wir wirklich im Moment ankommen, spielt es vielleicht gar keine Rolle mehr, ob es das erste oder das letzte Mal ist.
Spannend finde ich auch den Gedanken zur Vergangenheit. Wir hängen oft an ihr – vielleicht auch, weil unser Gehirn Erinnerungen so gern verklärt. Dinge, die im Moment gar nicht so besonders waren, wirken im Rückblick plötzlich wunderschön. Fotos zeigen ein Lachen, das vielleicht nur für den Moment der Aufnahme da war, und später wird daraus „der perfekte Urlaub“. Erinnerungen sind eben immer gefiltert und weichgezeichnet.
Und gleichzeitig kann dieses Festhalten an der Vergangenheit dazu führen, dass wir den aktuellen Moment gar nicht mehr richtig fühlen. Weil wir noch an alten Gefühlen, Bildern oder Geschichten festhalten. Vielleicht liegt die eigentliche Kunst also darin, immer wieder zurückzukehren: weg vom Festhalten, hin zum echten Erleben dessen, was gerade da ist.
Der Punkt ist glaube ich, dass das letzte Mal oft nicht so endgültig ist. Wann war ich das letzte Mal da oder dort? Ach fahr ich nochmal hin. Wann habe ich zuletzt dieses oder jenes gegessen? Hole ich mir gleich mal. Usw.
Das erste Mal lässt sich niemals wiederholen, das letzte Mal braucht nicht endgültig das letzte Mal bleiben.
Es ist lustig(?).. das mit dem Whisky mache ich auch so. Ich habe bestimmt fünf angebrochene Flaschen im Regal stehen, alle fast leer, und ich will sie (noch) nicht leeren.
Eine Flasche ist ein Kauf aus Edinburgh von meiner Reise 2017. Ich hab's bisher einfach nicht übers Herz gebracht von dieser einen Erinnerung loszulassen..
Dabei wäre die Flasche genüsslich leeren und den nächsten Schottland Urlaub buchen die beste Idee. Das letzte Mal bewusst genießen und neuen Erinnerungen eine Chance geben....
Oha, da hab ich mich gleich ertappt gefühlt: Ich hebe mir die letzten Seiten von einem wirklich guten Buch immer wochenlang auf, weil ich nicht will, dass es zu Ende ist. (Ihr könnt Euch meinen Schrei vorstellen, wenn es dann noch früher fertig ist als erwartet, weil dann doch noch ein Appendix oder gar Werbung kommt!)
Ich rutscht auch so regelmäßig aus dem JETZT raus. Und dabei wäre es so einfach!
Machen wir uns ein Gruppen-Tattoo? Notfalls einfach mit Kuli?
Das letzte Glas monatelang in der Flasche lassen, weil man das Ende nicht will. Ich glaube, das kennt jeder mit eigenen Beispielen, aber kaum jemand benennt es so.
Würde das Wissen, dass es das letzte Mal ist, den Moment retten oder ruinieren? Ich glaube, da werde ich noch eine Weile drüber nachdenken. Vielleicht bei einem Glas Whiskey.
Dein Essay hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht und ich werde es sicher noch die nächsten Tage in mir bewegen. Würden wir Dinge mehr genießen, wenn wir wüssten, dass wir sie zum letzten Mal tun? Ich glaube unbedingt ja. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Menschen plötzlich bewusster leben, wenn sie eine Diagnose bekommen: Das Wissen um die Endlichkeit holt uns zurück in den Moment und erinnert uns daran, Dinge zu genießen und zu zelebrieren.
Was mir dabei noch kam: Wir haben in unserer Gesellschaft ein bisschen verlernt, das Alltägliche zu feiern. Jemanden zu begrüßen, eine Umarmung, das Essen auf dem Teller, einen Weg zu gehen – oft machen wir all das nur noch nebenbei, im Multitasking-Modus, immer schon mit dem nächsten Ziel im Kopf. Selbst das einfache Flanieren scheint fast verschwunden zu sein. Spazieren ohne Ziel schient für viele fast undenkbar. Dabei liegt genau dort so viel Leben.
Vielleicht helfen Begriffe wie „erstes Mal“ oder „letztes Mal“ einfach dabei, uns wieder zurück ins Erleben zu holen. Sie erinnern uns daran, den Moment bewusst wahrzunehmen. Und wenn wir wirklich im Moment ankommen, spielt es vielleicht gar keine Rolle mehr, ob es das erste oder das letzte Mal ist.
Spannend finde ich auch den Gedanken zur Vergangenheit. Wir hängen oft an ihr – vielleicht auch, weil unser Gehirn Erinnerungen so gern verklärt. Dinge, die im Moment gar nicht so besonders waren, wirken im Rückblick plötzlich wunderschön. Fotos zeigen ein Lachen, das vielleicht nur für den Moment der Aufnahme da war, und später wird daraus „der perfekte Urlaub“. Erinnerungen sind eben immer gefiltert und weichgezeichnet.
Und gleichzeitig kann dieses Festhalten an der Vergangenheit dazu führen, dass wir den aktuellen Moment gar nicht mehr richtig fühlen. Weil wir noch an alten Gefühlen, Bildern oder Geschichten festhalten. Vielleicht liegt die eigentliche Kunst also darin, immer wieder zurückzukehren: weg vom Festhalten, hin zum echten Erleben dessen, was gerade da ist.
Danke das du dich so intensiv mit dem Text auseinander gesetzt hast :)
Gerade dein letzter Absatz findet sich etwa auch bei Laozi wieder:
„Wenn du deprimiert bist, lebst du in der Vergangenheit.
Wenn du ängstlich bist, lebst du in der Zukunft.
Wenn du im Frieden bist, lebst du in der Gegenwart.“
Es beschäftigt uns Menschen schon sehr lange, dass wir nicht immer im hier und jetzt sind.
Der Punkt ist glaube ich, dass das letzte Mal oft nicht so endgültig ist. Wann war ich das letzte Mal da oder dort? Ach fahr ich nochmal hin. Wann habe ich zuletzt dieses oder jenes gegessen? Hole ich mir gleich mal. Usw.
Das erste Mal lässt sich niemals wiederholen, das letzte Mal braucht nicht endgültig das letzte Mal bleiben.
Es ist lustig(?).. das mit dem Whisky mache ich auch so. Ich habe bestimmt fünf angebrochene Flaschen im Regal stehen, alle fast leer, und ich will sie (noch) nicht leeren.
Eine Flasche ist ein Kauf aus Edinburgh von meiner Reise 2017. Ich hab's bisher einfach nicht übers Herz gebracht von dieser einen Erinnerung loszulassen..
Dabei wäre die Flasche genüsslich leeren und den nächsten Schottland Urlaub buchen die beste Idee. Das letzte Mal bewusst genießen und neuen Erinnerungen eine Chance geben....
Danke für den Denkanstoß!
Oha, da hab ich mich gleich ertappt gefühlt: Ich hebe mir die letzten Seiten von einem wirklich guten Buch immer wochenlang auf, weil ich nicht will, dass es zu Ende ist. (Ihr könnt Euch meinen Schrei vorstellen, wenn es dann noch früher fertig ist als erwartet, weil dann doch noch ein Appendix oder gar Werbung kommt!)
Ich rutscht auch so regelmäßig aus dem JETZT raus. Und dabei wäre es so einfach!
Machen wir uns ein Gruppen-Tattoo? Notfalls einfach mit Kuli?
Die große Frage ist doch, wie würde das aussehen?
Das letzte Glas monatelang in der Flasche lassen, weil man das Ende nicht will. Ich glaube, das kennt jeder mit eigenen Beispielen, aber kaum jemand benennt es so.
Würde das Wissen, dass es das letzte Mal ist, den Moment retten oder ruinieren? Ich glaube, da werde ich noch eine Weile drüber nachdenken. Vielleicht bei einem Glas Whiskey.