19 Kommentare
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Avatar von Winnie

Dein Essay ist mir unter die Haut gegangen. Ja, gerade Eltern sind so selbstverständlich immer da, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es anders wäre. Vor sehr vielen Jahren habe ich einen Film gesehen, der Titel fällt mir nicht mehr ein, in dem zwei Kinder durch einen Unfall ihre Eltern verlieren. Auf der Beerdigung sagt eines der beiden unter Tränen „uns hat keiner gesagt, dass Eltern auch sterben können!“ Über diesen Satz habe ich schon oft nachgedacht. Eltern sollten unkaputtbar sein. Kann man sein Kind auf einen Verlust vorbereiten, wenn es keinen Grund dafür gibt? Der Augenblick in dem einem klar wird, dass die Eltern auch sterben können, ist beängstigend. Ich empfand es als Verlust, bevor der überhaupt eingetreten war.

Eltern oder andere Menschen, die mir nahe stehen, können jederzeit aus meinem Leben verschwinden, wie auch immer. Wenn mich diese Situation nicht berühren würde, wären mir diese Menschen doch egal. Im Grunde wird einem klar, dass das Leben nicht unendlich ist und Kinder dürfen das gerne erst spät lernen um ihr Urvertrauen so lange wie möglich zu behalten.

Ich freue mich schon auf dein nächstes Essay.

Avatar von The Pink Lemon

Lieber Kay, deine Worte haben mich sehr berührt. Das ist ein sehr persönliches und emotionales Thema, das - wie ich finde- schwer in Worte zu fassen ist. Du hast das allerdings wirklich wundervoll beschrieben und findest dabei die genau richtigen Worte. Ich finde mich in deinen Worten wieder. Vielen Dank, dass du das mit uns teilst. 💗

Avatar von Ilka

Dein Essay hat mich tief berührt. Warum? Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass meine Söhne sich Sorgen machen könnten.

Avatar von Kay Puppa

Das ist ja das verrückte, die Sorgen kannte ich nicht. Ich nahm es einfach als gegeben hin.

Dabei glaube ich, dass jetzt, das danach, eine viel wertschätzendere Zeit sein kann :)

Avatar von Ilka
Sep 23Bearbeitet

Das glaube ich auch. Hast du schon mit deinen Eltern darüber gesprochen? Haben sie deine Geschichte gelesen? Was sagen sie dazu? Wie geht es ihnen damit?

Avatar von Kay Puppa

Ich habe mit ihnen vor der Veröffentlichung gesprochen. Und auch gefragt ob es für sie okay ist, wenn ich das öffentlich schriebe. Der Text hat Ihnen sehr gefallen. Sie lesen hier auf Substack sowieso immer mit :)

Es war ein schönes Erlebnis ihnen das zuhause bei Ihnen einmal vorzulesen. Weiteres, darf für sie und mich privat bleiben :)

Avatar von Laura Fröhlich

Dieses Gefühl um das es da geht kenne ich, aber es ist wirklich schwer zu beschreiben. Du hast es geschafft! 🥲

Avatar von Stefan A K Weichelt

Ein sehr berührender Text. Dieses Bild, dass die eigenen Eltern im Kopf irgendwie immer die bleiben, die sie früher einmal waren, kenne ich gut. Bei mir ist es inzwischen tatsächlich so, dass meine Eltern gebrechlicher werden. In Gedanken sehe ich sie trotzdem oft noch viel jünger.

Umso erschreckender ist es, wenn sich dieses innere Bild plötzlich mit der Realität verschiebt. Dann merkt man sehr deutlich, dass auch die Menschen, die gefühlt immer da waren, nicht unverwundbar sind. Und genau dadurch wird einem noch bewusster, wie wertvoll die gemeinsame Zeit ist.

Avatar von Helga Böhm

Lieber Kay, herzlichen Dank für diesen ehrlichen und so wundervoll gesprochenen Text. Er zeigt mir nochmal wie wichtig kämpfen ist, denn aufgeben ist keine Option! Außerdem hat jeder Tag Momente des Glücks und das Gefühl zur Verbundenheit zu unseren Liebsten❤️

Avatar von Kay Puppa

Hallo Helga,

das bedeutet mir sehr viel, dass hier von dir zu lesen :)

Und ich freue mich, dass du beim Lesen jetzt dabei bist :)

Avatar von Ronja

Dein Essay hat mich sehr berührt, Kay! Mein Vater ist schon gestorben, als ich 10 Jahre alt war und das gehört zu einem Leben dazu. Das gibt mir natürlich immer wieder ein bestimmtes Bewusstsein für die Vergänglichkeit des Lebens und eine Erinnerung alles in Perspektive zu rücken. Aber ich habe das, was du beschreibst, so stark mit meiner Mama. Für mich kann es in meiner Vorstellung gar kein Leben ohne sie geben und sie ist für immer in einem bestimmten Alter in meinem Kopf eingebrannt. Das Leben ist so schön und gleichzeitig kann es so herzzerreißend sein ❤️

Avatar von Kay Puppa

Ja, da hast du recht Ronja. Danke, dass du deine Geschichte teilst! Genießt die Zeit :)

Vergänglichkeit ist was gutes, wenn wir uns ihr bewusst sind, dann können wir die Zeit genießen :)

Avatar von The Popcorner

brrr - das sitzt! ein toller text für eine lesebühne. danke, dass du deine erfahrungen hier so offen mit uns teilst, lieber Kay

Avatar von Kay Puppa

Mama und Papa waren damit okay :)

Haben ihn vorab gehört von mir.

Mir hat das Schreiben geholfen und ggf hilft es jemand anderen :)

Avatar von The Popcorner

schön!

Avatar von Simon M. Jahr

Lieber Kay, du beschreibst glaube ich etwas, was alle kennen. Plötzlich werden die Eltern verwundbar und der Blick auf das eigene Leben verändert sich. Zeit wird anders wahrgenommen und Prioritäten neu definiert. Und dann scheint alles wieder normal und wir drohen zu vergessen, was die Zeit uns gelehrt hat. Wir wissen, dass Menschen sterben, aber wir verdrängen, dass das auch in der Familie passieren kann. Eine ähnliche Situation, wie du sie beschrieben hast, erlebte ich vor einem guten Monat. Deswegen habe ich dir auch geschrieben: Hättest du den Text zu diesem Zeitpunkt herausgebracht, hätte er mich gekillt und diesen Kommentar zu schreiben gleich ein zweites Mal.

Ich bin inzwischen fast so weit zu behaupten, dass nach allen Gesetzten der Wahrscheinlichkeit meine Mutter nicht mehr leben dürfte. Sie tut es, Gitt sei Dank und hat keine schweren Verletzungen davongetragen. Doch was war passierte? Sie war mit den Mädels unserer Familie auf Madeira und sie unternahmen eine anstrengende Wanderung. Meine eine Schwester und sie konnten schon kaum noch, aber es musste ja irgendwie weiter gehen. Die anderen waren weit voraus. Meine Schwester ging vorne, sie hinten. Meine Mutter knickte etwas weg, stolperte, fiel und war weg. Meine Schwester hat sich umgedreht, als sie etwas hörte, sah stolpern und fallen - Mama weg. Panik! Zu diesem Zeitpunkt musste sie aufgrund des Wegprofils davon ausgehen, dass sie 20m in die Tiefe gestürzt war. Doch da war ein Baum und eine Brombeerhecke und da lag sie 2-2,5m tiefer. Blutende Verletzung am Kopf, Abschürfungen am ganzen Körper, Brombeerdornen in der Haut, aber lebendig. Das zu hören war aus vielen Gründen schwierig für mich: ich war viel zu weit weg und konnte beiden nicht helfen, ich wusste wie kacke es meiner Schwester geht und konnte nur mit ihr schreiben und innerhalb eines Arbeitstages wäre ich beinahe Halbwaise gewesen. Aus unterschiedlichen Gründen der GAU. Und es soll sich wirklich um wenige Meter gehandelt haben, die über Tod und Leben entschieden haben.

Deswegen kann ich die Situation mit deinem Vater gut nachvollziehen und was es mit dir gemacht hat. Zum Glück leben sie beide, dein Vater und meine Mutter. Und dieses Geschenk sollten wir auch als solches berachten - als Geschenk.

Schon als Kind habe ich mir msnchmal vorgestellt, was wäre, wenn ich nach der Schule nach Hause komme und mir jemand sagt, dass meinen Eltern oder einem Elternteil etwas passiert ist. So ganz fern sist mir die Endlichkeit also nicht. Aber leichter macht es das dann doch nicht.

Avatar von Kay Puppa

So eine verrückte Geschichte! Gut, dass ich deinen Kommentar in Ruhe gelesen habe. Danke das du das teilst.

Da können es manchmal ein paar Zentimeter sein. Und schon ist alles anders. Ich hoffe sie ist schon wohlbehalten zurück und ihr genießt die gemeinsame Zeit :)

Avatar von Simon M. Jahr

Beides definitiv, ja.

Avatar von Claudia | Hunger auf mehr

Als Krankenschwester bin ich schon früh und viel mit Tod konfrontiert worden und konnte mich nie daran gewöhnen. Nichts bereitet einen auf den Tod der eigenen Eltern vor. Und ja, es gibt immer diese kleinen Augenblicke, die uns bewusst machen, wie zerbrechlich unser kleines Menschenleben ist und wie wichtig, den Menschen, die uns wichtig sind das auch zu zeigen. Ich hoffe, dein Vater hat das alles gut überstanden. 💚