Hallo Kay, danke! Zwischen zivilem Verhalten und dem Gesetz ist die Freiheit. Diesen Raum zu pflegen ist eine Bürgerpflicht. Die Pflicht des Menschen, welcher in einem Land leben möchte, welches auch eine gewisse Geborgenheit anbietet.
Danke für deinen starken Text. Ich habe mich beim Lesen gefragt was ich getan hätte. In einem online Setting wie hier hätte ich die Situation, also die Kommentarspalte, verlassen. Für so ein Gespräch muss ich mein Gegenüber sehen, um ein Gespür zu haben, ob es einen zarten Faden der Resonanz gibt. Um über die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter den verschiedenen Themen, Meinungen, Ansichten etc. Liegen sprechen zu können. Wenn ich sehe es geht z.B. um Angst, dann gibt mir das die Möglichkeit diese Angst verstehen zu wollen und sich von Mensch zu Mensch zu begegnen -ohne Theorien, Meinungen etc. Was bewegt das Herz dieses Menschen? Was bewegt mein Herz, wenn ich ihm oder ihr zu höre ? Doch in mir gibt es auch eine Grenze. Eine Grenze dessen was ich nachvollziehen kann, wofür ich in der Lage bin Verständnis zu entwickeln...Meine innere Kapazität hat Grenzen und wenn dieses erreicht ist, dann kann ich nicht anders als mich und meine Werte schützen zu wollen. Auf die Frage nach dem guten Menschen, kann ich nur eine unvollständige Antwort geben: Ich bemühe mich und akzeptiere gleichzeitig meine Unvollkommenheit.
Wow, in diesem Text - und vor allem in deiner beschriebenen Interaktion mit dem Kommentator - ist so viel drin, was genau die gesellschaftliche Spaltung beschreibt, die wir gerade erleben. Ganz ganz viel davon sind meiner Meinung nach Folgen der Corona-Politik.
Auf der einen Seite der, der so sehr ein guter Mensch sein und auf der richtigen Seite stehen will. Auf der anderen Seite der, der massive Ausgrenzung erlebt und noch immer im Schmerz darüber gefangen ist und Romane schreibt und sich in Widersprüche verstrickt in dem Bemühen, darin anerkannt zu werden.
Du wirst diese Interpretation vielleicht zu weich finden.
Ich würde vermuten, du hast die Corona-Maßnahmen mitgetragen. Du wolltest das richtige tun. Dein Kommentator, so verrückt er jetzt auch wirkt, war ebenfalls überzeugt, dass seine Weigerung richtig und etwas anderes nicht mit seinem Mensch-Sein zu vereinbaren ist. Und er hat darin eine reale Erfahrung von Ausgegrenztheit und Bedrohung gemacht. Diese Erfahrung hast du mit unterstützt und verursacht. Weil es für dich das Richtige war.
Das ist der Punkt, den ich hier machen will. Ich unterstütze die Aussagen deines Kommentators nicht inhaltlich und auch, wenn ich vermute, dass er im Schmerz ist, trägt er natürlich volle Verantwortung dafür, was er behauptet. Und - hinter diesen Kommentar-Romanen steht Schmerz, der durch die Corona-Politik verursacht wurde. Dessen Verursachung du mitgetragen hast. Das Wegmachen dieses Schmerzes dann als Hygiene zu bezeichnen hat für mich einen komischen Beigeschmack. Ein Mensch zu sein bedeutet manchmal, Grenzen zu setzen und Wunden zu reißen. Aber mit eben dieser Wunde dürfen wir dann hinterher bitteschön auch konfrontiert werden, auch dann und erst recht, wenn sie nicht in einer hübschen Verpackung ankommt.
Ich glaube einfach, diese Corona-Sache braucht Aufarbeitung, nicht Verbannung in die Unsichtbarkeit.
Haha, jetzt hab ich dir auch einen Roman geschrieben. Sorry. Dieser Punkt war halt nicht in zwei Sätzen zu erklären. Ich antworte dir hauptsächlich, weil ich dein ehrliches Streben danach, ein "Mensch" zu sein, so schön finde.
an einer Stelle möchte ich entschieden widersprechen: Dass ich die Ausgrenzungserfahrung meines Kommentators "mit unterstützt und verursacht" habe, weil ich die Maßnahmen mitgetragen habe. Millionen Menschen haben Ähnliches erlebt wie er. Die meisten sind nicht bei Holocaustleugnung gelandet. Der Schmerz mag erklären, warum jemand für solche Erzählungen anfällig wird, nicht, warum er sich für genau diese entscheidet. Das bleibt seine Wahl, nicht meine Verantwortung.
Wie ich mit Rassismus und Holocaustleugnung umgehe, hat für mich nichts mit der Bewertung der Coronapolitik zu tun, das eine ist keine Funktion des anderen.
Hallo Kay, du beschreibst ein so wichtiges Thema, gerade bei den Passagen zun Schriftzug "be a Mensch" hatte ich Gänsehaut (ich habe den Text angehört). Es ist schön, dass du deine Texte selbst einsprichts, dass verstärkt die Emotionen und ist nahbarer als mit einer KI-Stimme. Menschen, die Hass verbreite, haben kein Recht darauf, eine Plattform zu bekommen. Wenn man das so differenziert macht wie du, finde ich es kein Problem, Menschen zu blockieren. Vielen Dank für den tollen Text und viele Grüße, Viktor
vielen herzlichen Dank für deinen Text und, dass Du diese ab und an auch einsprichst.
Ich gebe zu, ich struggle gerade mit einigen Themen. Unter anderem mit dem Blockieren, weil andere Meinung und so. Ich selber bin mir gerade einfach für mich nicht sicher, wie ich damit umgehen soll. In der Realität ziehe ich nur eine Augenbraue hoch, gucke kritisch und ignoriere weitestgehend. Bei ganz harten Sachen, kommen klare Ansagen. Ich hab da einfach keine Angst. Falls ich denn mal in so eine Situation komme, was selten vorkommt.
Meine Erfahrung im Internet aber, zum Beispiel auf BSKY, war, das dort freudig blockiert wird. "Mit Nazis diskutiert man nicht!" Es ist aber auch schon eine ganz blöde schwarzblaugrau-Zone geworden ohne braun sofort zu erkennen. Im Umkehrschluss bedeutet diese Vorgehensweise aber auch, dass man sich dann schnell in einer einseitigen Blase befindet. Ob dass dann so gut ist, möchte ich einmal bezweifeln, ohne es zu kritisieren. Internet-Nutzende haben das Recht auf ihren Seelenfrieden. Nichts desto Trotz, respektiere ich Anderer Handlungen nicht nur, ich möchte sie verstehen. Wenn es denn etwas größeres ist. Wenn jemand erst seine Banane ablecken muss bevor er sie pellt, dann is das nichts größeres, sondern bescheuert.
Du merkst, es rattert in mir. Bei mir ist es aktuell dieses "Schwurbel" Thema und: "Wie gehe ich damit um, wenn es im unmittelbaren Umfeld aufploppt" Ich mein', wie dumm kann man sein? In manch einer Ansicht die dann als "blah, freie Meinungsäußerung" daher kommt.
Das, was Du aber hier beschreibst und auch benennst, finde ich sehr gut. Du übernimmst Verantwortung. Du nennst es Hygiene. Du sagst, dass Du diesem keine Plattform bieten möchtest und das, dass finde ich gut, verständlich, sinnig und richtig. Ich gehe weiter und nenne es Zivilcourage. Ist es. Deine Worte haben mir unter anderem soeben etwas geholfen und dafür bin ich dir dankbar. Ich werde mir deinen Essay nochmal und bestimmt auch nochmal anhören. Klar, ich lese auch, aber manchmal, nach Millionen von Satzzeichen bin ich einfach satt und der Kopf macht zu, auch wenn ich in andere Thematiken umschwenke. Deswegen finde ich diese Möglichkeit der Podcasts hier, ebenfalls gut. Auch dafür, dass Du deinen Texten eine Stimme gibst, bin ich dir dankbar. Sehr sogar.
Um bei deinem Thema zu bleiben, noch ein Gedanke, der mir in den letzten Tagen so kam: Wie "sicher" ist Substack eigentlich im Bot Thema? Also, das was Du da mit diesen Kommentaren beschreibst, ist nicht unbedingt der gängige Pöbel an Kommentar Blitzbirnen. Ein Blick rüber zu YT und alle LeserInnen meines Kommentars können sofort nachvollziehen, was ich meine. Ich bin kein Profi in diesen Themen, aber ich hörte schon vor Jahren auf, Kommentare zu lesen, genau wegen diesem Schund-Gewitter. Es ging sogar schon soweit, dass ich mir Screenshots von richtig guten Kommentaren machte und sie sammelte. Entschuldigt bitte, ich muss zwar gerade selber über mich lachen, aber isso. Eines Tages veröffentliche ich ein Best Of..
Mich macht das mit dem DinA4 Seiten langen Kommentar etwas stutzig. Ich befürchte, das mit der Heranreifung an KI's uns das schlimmste noch bevorsteht. Denn sie sind schnell und in kurzen Sätzen / Kommentaren / Phrasen, unschlagbar und werden von irgend 'nem Troll oder Internet Jochen nicht mehr zu unterscheiden sein. Aber, ich möchte hier nicht abschweifen..
Wenn Du einmal darüber nachgedacht hast, oder schon eine Antwort hast, dann freue ich mich über deine Meinung.
Kommen wir einmal zu einem kleinen Zwischenfazit.
Du beziehst klare Kannte und Haltung.
Du ningelst nich rum mit deinen Sätzen, sondern analysierst und schwenkst sogar herüber in andere Länder, nimmst uns mit in deine WerteWelt. Auf eine Reise. Wir lernen.
Wieso machst Du dir Sorgen über fallende Follower Zahlen? Ich selber habe gestern, nach 5 Wochen Substack einen der ersten Großaccounts die mich interessierten, unsubscribed. War garnich so einfach. Ich lerne ja noch.. Er ging mir halt einfach auf den Sack. Waldorf und Statler sind ja manchmal lustig, aber sie sind alt. Mir war es zu plump und zu frech. Das ist etwas womit man dann rechnen muss, wenn man sein Sprachrohr vollpöbelt. Davon, gibt es schon genug im Interweb. Aber das bist Du nicht.
Ja, ich nöl auch schon viel rum immer, aber mir sind Follower Zahlen an sich, egal. Solange es Austausch gibt, is alles cool. Wer kommt, kommt Wer nich, halt nich.
Weißt Du Kay, ich mag jetzt hier nicht weiter über den Klee loben. Grundsätzlich sage und schreibe ich, was ich denke. Ich kann mich da auch nicht verstellen. Eher rollten sich mir die Fußnägel hoch oder so. Nein, genug des Lobes und des Dankes an dieser Stelle, auch wenn ich finde, dass Du alles richtig gemacht hast und irgendwie sogar als gutes Beispiel vorangehst.
Pro Tip der Woche, für dich: Bleib dir immer selbst treu *schwarzes herzchen icon
Du machst, dass was Du am besten kannst. Über das angebrochene Leben schreiben.
Und das finden wir gut.
Yours Lux
[ man wo sind denn eigentlich hier die icons im kommentierfeld geblieben?! und wieso machte sich ein neuer tab auf zum kommentieren? substack nervt auch manchmal einfach nur.. oder der entenbrowser, wasweißich.. Sorry ;) geht wieder ]
ich mag, dass du hier ein bisschen eskaliert bist :D
Das mit dem Bot, das habe ich mich schon gefragt. Ich glaube, dass es ein Risiko wird. Aber tatsächlich war der Text ohne Punkt und Komma, ohne Absätze... das wäre schon sehr perfide um eine KI darauf zu trainieren.
Bei Substack habe ich jedoch schon Bots gesehen. Sie tun etwas, aber mittlerweile kannst du LLMs auch den Browser-Steuern lassen, also wird es welche geben. Ich habe nur das Gefühl, dass Substack das zumindest im deutschsprachigen Raum noch sehr gut im Griff hat :)
Zu deiner Bluesky-Erfahrung, die hatte ich vor ein paar Tagen gesehen. Ich bin kein Freund von Blocklisten oder ähnlichen. Bei mir dürfen sich die Leute selbst disqualifizieren. Ich hoffe auch, dass ich dargestellt hab, dass nicht gleich bei einer anderen Meinung von mir blockiert wird. Diese muss auch mit Vehemenz immer wieder laut und aggressiv vorgetragen werden, dann reicht manchmal aber auch schon ein Auftritt. Meine Liste blockierter Menschen ist nicht so lang. Ich weiß aber, mich haben auch Menschen blockiert, mindestens 2. Und das ist okay.
Die Sorge um die Follower-Zahl ist mehr die Sorge vor negatives Feedback. Ich kann mittlerweile gut mit Abmeldungen leben. Menschen kommen und gehen. Aber hier dachte ich, was wenn viele stornieren, weil sie z.B. eigentlich AfD Fans sind, was bedeutet das für mich?
Erfreulich, es ging niemand, das hatte ich noch nie.
Danke für diesen Text. Der hat mich heute tatsächlich den ganzen Tag begleitet – so sehr, dass ich sogar vergessen habe, dich zu liken. 😁 Dabei ist er jeden Like wert.
Ich kann dir zum Thema Meinungsfreiheit sehr das gleichnamige Buch von Ronen Steinke empfehlen. Er analysiert mit vielen Beispielen, warum in Deutschland an manchen Stellen tatsächlich die Meinungsfreiheit in Gefahr ist.
Lieber Kay, ein sehr wichtiger und wie immer sehr schön geschriebener Artikel!🙏 Vor allem dein Umgang mit Kommentaren und Diskussionen, die sich nicht mehr auf einer konstruktiven Ebene bewegen, finde ich richtig und ich handhabe das genauso.
Danke für diesen wichtigen Text, lieber Kay! Ich bin auch erstaunt und entsetzt, wie oft rassistische, misogyne, diskriminierende – also schlichtweg menschenverachtende – Aussagen derzeit gerne und fälschlicherweise unter dem Banner der „Meinungsfreiheit“ geschwungen werden. Das ist keine Meinungsfreiheit, sondern schlichtweg Rassismus, Misogynie, Diskriminierung und Menschenverachtung – ganz gleich, wie sehr versucht wird, es als „Meinung“ zu deklarieren. Und genau da liegt auch die Grenze: Freiheit bedeutet nicht Freiheit auf Kosten der Freiheit und Würde anderer.
Hallo Kay, dein Text ließ mich an eine Person denken, auf die ich kürzlich gestoßen bin. Sie heißt Irmela Mensah-Schramm, ist Aktivistin und übersprüht und entfernt Nazi-Parolen, wofür sie schon vor Gericht stand. In meinen Augen ist das, was sie tut, auch Hygiene und keine Zensur und ich bin froh, dass es Menschen wie sie gibt, die sich so stark dafür einsetzen. Gleichermaßen bin ich dankbar dafür, dass es Texte wie deinen gibt, die uns ermutigen, in unserer Gesellschaft mehr Menschlichkeit und das Gute walten zu lassen. Danke fürs Mut machen und viele Grüße!
Ich möchte hier vorab klar stellen, dass ich grundsätzlich bei dir bin. Das Mensch sein ist heutzutage etwas "ver-rückt". Anstand und Respekt für Viele ein Fremdwort.
Ich möchte aber du bedenken geben, dass das, was für DICH ein Fakt ist, also belegbare Gegebenheit, eine Tatsache, in Büchern nachlesbar, für jemand Anderes eine Falschaussage ist. Weil diese Personen andere Fakten als Basis verwenden und deine anzweifeln, so wie du die Ihrigen.
Was genau ein Faktum ist, ist Frage des Standpunktes.
Ich kenne solche Situationen. Mit solchen Personen findet sich selten ein Kontext. Dann ist das halt so. Ich muss nicht alle mit meinem Wissen beglücken. Ich bleibe grundsätzlich offen und hinterfrage gerne, schon immer. Ein "man tut das so und so" einfach ohne Erklärung, nehm ich nicht hin. Ich prüfe nach, vergleiche und bilde mir so meine Meinung aufgrund von vermeindlichen Fakten. "Vermeindlich" weil ich meine, dass es Fakten sind. Jemand anderes sieht es eben nicht so.
Aber egal, ob Fakt oder Meinung: RESPEKT ist die Basis.
Es stimmt, dass man auch bei vermeintlichen "Fakten" vorsichtig sein muss. Die Rassenideologie zum Beispiel wurde früher von der "Wissenschaft" als "Fakt" verkauft. Heute weiß man natürlich: pseudowissenschaftlich und kein Fakt, sondern eine Ideologie des weißen Mannes, um die menschenverachtende Kolonialisierung und Sklaverei zu rechtfertigen. Von vermeintlichen "Fakten" findet man viel in der Geschichte und natürlich auch heute noch. In der Lobbyarbeit, in der Politik, sogar in der Wissenschaft selbst, die unter dem Publikationsdruck des Kapitalismus leidet.
Ich schreibe vermeintliche "Fakten", weil es in Wahrheit keine Fakten sind.
Fakten müssen unabhängig nachweisbar sein, basierend auf reproduzierbaren Ergebnissen und Beobachtungen (z.b. in der Naturwissenschaft), und/oder vielfältig dokumentiert und bezeugt (z.B. in der Geschichte) - sie stehen unabhängig von der eigenen subjektiven Interpretationen der Realität oder Ideologien. Es gibt nicht "meine", "deine" oder "ihre" Fakten, sonst wäre der Begriff hinfällig. Um bei Kay's Beispiel zu bleiben: der Holocaust ist ein Fakt, weil er nachweislich und vielfältig belegt ist. Menschen, die ihn leugnen berufen sich nicht auf andere Fakten, sondern auf Darstellungen und Weltanschauungen, die keine Fakten sind.
Ein Fakt ist eben kein Standpunkt. Ein Standpunkt ist, wie Kay schon gesagt hat, eine Meinung.
Ja, es ist oft nicht einfach, dazwischen zu unterscheiden, das stimmt. Und auch eine gewisse, gesunde Skepsis und "Flexibilität" bleibt wichtig. Denn es gibt ja auch veraltete Theorien, die früher als Fakten gedeutet wurden, ganz ohne, dass es einen ideologischen Hintergrund gab, sondern, weil man es einfach nicht besser wusste (z.b. das Bohrsche Atommodell, das später durch die moderne Quantenmechanik widerlegt wurde)... Es gibt also immer eine gewisse Ungewissheit in (fast) allem was wir als Realität wahrnehmen. Und diese Ungewissheit muss auch transparent kommuniziert werden - in der Wissenschaft spricht man deswegen auch oft von Theorien oder Hypothesen um Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten von Fakten abzugrenzen.
Aber wir müssen trotzdem als Gesellschaft zwischen Fakt und Behauptung unterscheiden. Und wir müssen diesen Unterschied verteidigen. Sonst gibt es keine gemeinsame Basis mehr, auf deren Grundlage wir noch diskutieren und Mensch sein können. Dann sind wir ganz schnell bei George's Orwells 1984.
Sehr schön, dass wir am selben Ort landen: Respekt. WUNDERVOLLE BASIS🙏
Ich bleibe aber dabei: Fakten sind nicht gleich Fakten. Das System und die dahinter liegende Industrie ist sehr, sehr mächtig. "Fakten" werden gesteuert. Es gibt so viele Dinge, über die namhafte Forscher und Wissenschaftler etwas herausgefunden haben, was eben gegen die Interessen der Industrie spricht. Diese Fakten existieren, werden aber verschwiegen oder gar diffamiert.
Was aber ganz sicher "Fakt" ist: wir treffen uns in der Basis, beim Respekt. 🙏
da triffst du etwas, das ich im Text nicht mehr unterbringen konnte, weil er einfach immer wieder zu groß wurde dadurch.
Der Standpunkt ist eine Meinung. Ich wollte das ursprünglich am Beispiel Klimawandel abarbeiten: Messdaten zum Klimawandel sind der Fakt. Dass dieser stärker steigt durch unseren Eingriff, auch. Was wir daraus machen, wie wir zu den Maßnahmen stehen, ob CO2-Steuer oder Verzicht oder Technologieglaube der richtige Weg ist, das ist Meinung. Da darfst du anderer Ansicht sein als ich, und ich muss dich trotzdem respektieren.
Was du beschreibst, ist im Grunde derselbe Mechanismus, nur eine Ebene früher: Du sagst, was für mich ein Fakt ist, kann für jemand anderen eine Falschaussage sein, weil er andere Fakten zur Basis macht. Das stimmt oft, bei komplexen, noch offenen Fragen, bei denen selbst Experten uneins sind. Das ist im Grunde die Basis guter wissenschaftlicher Arbeit: Man streitet über Deutungen, prüft Gegenargumente, revidiert Positionen, wenn neue Daten dazukommen. Aber bei den Dingen, um die es in meinem Text ging, gibt es diese Unschärfe nicht. Der Holocaust ist nicht "meine Faktenbasis gegen eine andere". Er ist so dicht dokumentiert, durch Täter, Opfer, Archive, Prozesse, dass ich ihn als Grenzwert genommen habe: Wenn selbst das schon "Standpunkt" sein soll, dann ist der Begriff Fakt bedeutungslos geworden.
Ich glaube, wir sind uns näher, als es aussieht. Auch du prüfst nach, vergleichst, bildest dir eine Meinung "aufgrund von vermeintlichen Fakten" – das Wort "vermeintlich" zeigt mir, dass du selbst zwischen der Ebene "das könnte ich falsch verstanden haben" und "es gibt sowieso keine Wahrheit" unterscheidest. Genau diese erste Haltung teile ich. Die zweite ist es, wogegen ich schreibe.
Und da, wo du landest, lande ich auch: Respekt ist die Basis. Nur eben Respekt vor dem Menschen – nicht zwangsläufig vor jeder Behauptung, die er aufstellt. :)
Lieber Kay, vielleicht steht es mir nicht zu, da ich kein Jude bin, aber durch meine jüdische Tante und ihre Familie, fühle ich mich dem Judentum sehr verbunden, dir zu sagen "Du bist a mentsch". Das ist für mich ganz klar.
Wenn du mich fragst, hast du alles richtig gemacht. Anders kann man auf solche Kommentare nicht reagieren. Wir müssen nicht alles dulden.
Es ist interessant, dass sich solche Leute immer auf irgendwelche Rechte und Gesetze stützen, die sie anderen aber nicht zugestehen. Zu Corona Zeiten waren es Persönlichkeitsrechte, das Vermummungsverbot, Recht auf körperliche Unversehrtheit etc. Jetzt ist es vor allem die Meinungsfreiheit. Wenn ich es mir richtig zusammen reime, geht es ja ursprünglich darum, die Freiheit des Volkes gegenüber der Regierung zu sichern. Nicht einen Freifahrtschein auszustellen, um alles sagen zu dürfen, was man will. Das ist leider ganz schön ausgearbeitet. Frauen im Internet können davon ein Lied singen. Fr. Künast (Die Grünen) zum Beispiel, die Passagen von Kommentaren an sie veröffentlichte, die aber nie vor Gericht gingen, weil die Drohungen "nicht konkret genug" waren.
Leider sind die rechten Hetzer und die AfD Meister des Verdrehens und uns in ihren kruden Argumentationen immer ein oder zwei Schritte voraus. Da sollte man sich nicht drauf einlassen.
Und vor allem, wir müssen nicht allem eine Plattform bieten.
Ich kann dir, falls du es nicht bereits kennst, das Buch Fake Facts von Pia Lamberti und Katharina Nocun empfehlen. (Wir anscheinend ausgelistet als Hardcover und ist bei Amazon gerade billiger als das Taschenbuch).
Da geht es zwar vordergründig um Verschwörungsmythen, aber das hilft auch beim Argumentieren über/gegen andere Themen.
Es geht eben auch sehr darüber, wie man (offline) mit Menschen diskutieren kann, die glauben die Wahrheit zu haben. Gerade im engen Familien und Freundeskreis sind solche Gespräch schwer.
Hallo Kay, danke! Zwischen zivilem Verhalten und dem Gesetz ist die Freiheit. Diesen Raum zu pflegen ist eine Bürgerpflicht. Die Pflicht des Menschen, welcher in einem Land leben möchte, welches auch eine gewisse Geborgenheit anbietet.
Danke für deinen starken Text. Ich habe mich beim Lesen gefragt was ich getan hätte. In einem online Setting wie hier hätte ich die Situation, also die Kommentarspalte, verlassen. Für so ein Gespräch muss ich mein Gegenüber sehen, um ein Gespür zu haben, ob es einen zarten Faden der Resonanz gibt. Um über die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter den verschiedenen Themen, Meinungen, Ansichten etc. Liegen sprechen zu können. Wenn ich sehe es geht z.B. um Angst, dann gibt mir das die Möglichkeit diese Angst verstehen zu wollen und sich von Mensch zu Mensch zu begegnen -ohne Theorien, Meinungen etc. Was bewegt das Herz dieses Menschen? Was bewegt mein Herz, wenn ich ihm oder ihr zu höre ? Doch in mir gibt es auch eine Grenze. Eine Grenze dessen was ich nachvollziehen kann, wofür ich in der Lage bin Verständnis zu entwickeln...Meine innere Kapazität hat Grenzen und wenn dieses erreicht ist, dann kann ich nicht anders als mich und meine Werte schützen zu wollen. Auf die Frage nach dem guten Menschen, kann ich nur eine unvollständige Antwort geben: Ich bemühe mich und akzeptiere gleichzeitig meine Unvollkommenheit.
Und darauf kommt es doch letztlich an, genau dieses Streben :)
Das eine Meinungsfreiheit zu haben nicht bedeutet, dass sie grenzenlos ist, sollte noch viel öfter publiziert werden.
"Be a Mensch "spricht aus was viele Menschen fühlen, aber schwer Worte in Worte fassen können. Dafür gibt es Kay Puppa.
Wow, in diesem Text - und vor allem in deiner beschriebenen Interaktion mit dem Kommentator - ist so viel drin, was genau die gesellschaftliche Spaltung beschreibt, die wir gerade erleben. Ganz ganz viel davon sind meiner Meinung nach Folgen der Corona-Politik.
Auf der einen Seite der, der so sehr ein guter Mensch sein und auf der richtigen Seite stehen will. Auf der anderen Seite der, der massive Ausgrenzung erlebt und noch immer im Schmerz darüber gefangen ist und Romane schreibt und sich in Widersprüche verstrickt in dem Bemühen, darin anerkannt zu werden.
Du wirst diese Interpretation vielleicht zu weich finden.
Ich würde vermuten, du hast die Corona-Maßnahmen mitgetragen. Du wolltest das richtige tun. Dein Kommentator, so verrückt er jetzt auch wirkt, war ebenfalls überzeugt, dass seine Weigerung richtig und etwas anderes nicht mit seinem Mensch-Sein zu vereinbaren ist. Und er hat darin eine reale Erfahrung von Ausgegrenztheit und Bedrohung gemacht. Diese Erfahrung hast du mit unterstützt und verursacht. Weil es für dich das Richtige war.
Das ist der Punkt, den ich hier machen will. Ich unterstütze die Aussagen deines Kommentators nicht inhaltlich und auch, wenn ich vermute, dass er im Schmerz ist, trägt er natürlich volle Verantwortung dafür, was er behauptet. Und - hinter diesen Kommentar-Romanen steht Schmerz, der durch die Corona-Politik verursacht wurde. Dessen Verursachung du mitgetragen hast. Das Wegmachen dieses Schmerzes dann als Hygiene zu bezeichnen hat für mich einen komischen Beigeschmack. Ein Mensch zu sein bedeutet manchmal, Grenzen zu setzen und Wunden zu reißen. Aber mit eben dieser Wunde dürfen wir dann hinterher bitteschön auch konfrontiert werden, auch dann und erst recht, wenn sie nicht in einer hübschen Verpackung ankommt.
Ich glaube einfach, diese Corona-Sache braucht Aufarbeitung, nicht Verbannung in die Unsichtbarkeit.
Haha, jetzt hab ich dir auch einen Roman geschrieben. Sorry. Dieser Punkt war halt nicht in zwei Sätzen zu erklären. Ich antworte dir hauptsächlich, weil ich dein ehrliches Streben danach, ein "Mensch" zu sein, so schön finde.
Liebe Marleen,
an einer Stelle möchte ich entschieden widersprechen: Dass ich die Ausgrenzungserfahrung meines Kommentators "mit unterstützt und verursacht" habe, weil ich die Maßnahmen mitgetragen habe. Millionen Menschen haben Ähnliches erlebt wie er. Die meisten sind nicht bei Holocaustleugnung gelandet. Der Schmerz mag erklären, warum jemand für solche Erzählungen anfällig wird, nicht, warum er sich für genau diese entscheidet. Das bleibt seine Wahl, nicht meine Verantwortung.
Wie ich mit Rassismus und Holocaustleugnung umgehe, hat für mich nichts mit der Bewertung der Coronapolitik zu tun, das eine ist keine Funktion des anderen.
Lieber Kay,
ach schade. Ich hab nicht das Gefühl, dass du wirklich versucht hast, meinen Punkt hier zu verstehen...
Ich bin grad am Zögern, ob ich's nochmal probieren soll. Es juckt mir in den Fingern. Aber wahrscheinlich willst du da gerade echt nicht hin
Ein toller interessanter Text 👏🏼 Ich finde du handelst im Umgang mit diesen Komnentaren genau richtig. Hätte ich auch so gemacht.
Hallo Kay, du beschreibst ein so wichtiges Thema, gerade bei den Passagen zun Schriftzug "be a Mensch" hatte ich Gänsehaut (ich habe den Text angehört). Es ist schön, dass du deine Texte selbst einsprichts, dass verstärkt die Emotionen und ist nahbarer als mit einer KI-Stimme. Menschen, die Hass verbreite, haben kein Recht darauf, eine Plattform zu bekommen. Wenn man das so differenziert macht wie du, finde ich es kein Problem, Menschen zu blockieren. Vielen Dank für den tollen Text und viele Grüße, Viktor
Sehr geehrter Herr Puppa,
lieber Kay,
vielen herzlichen Dank für deinen Text und, dass Du diese ab und an auch einsprichst.
Ich gebe zu, ich struggle gerade mit einigen Themen. Unter anderem mit dem Blockieren, weil andere Meinung und so. Ich selber bin mir gerade einfach für mich nicht sicher, wie ich damit umgehen soll. In der Realität ziehe ich nur eine Augenbraue hoch, gucke kritisch und ignoriere weitestgehend. Bei ganz harten Sachen, kommen klare Ansagen. Ich hab da einfach keine Angst. Falls ich denn mal in so eine Situation komme, was selten vorkommt.
Meine Erfahrung im Internet aber, zum Beispiel auf BSKY, war, das dort freudig blockiert wird. "Mit Nazis diskutiert man nicht!" Es ist aber auch schon eine ganz blöde schwarzblaugrau-Zone geworden ohne braun sofort zu erkennen. Im Umkehrschluss bedeutet diese Vorgehensweise aber auch, dass man sich dann schnell in einer einseitigen Blase befindet. Ob dass dann so gut ist, möchte ich einmal bezweifeln, ohne es zu kritisieren. Internet-Nutzende haben das Recht auf ihren Seelenfrieden. Nichts desto Trotz, respektiere ich Anderer Handlungen nicht nur, ich möchte sie verstehen. Wenn es denn etwas größeres ist. Wenn jemand erst seine Banane ablecken muss bevor er sie pellt, dann is das nichts größeres, sondern bescheuert.
Du merkst, es rattert in mir. Bei mir ist es aktuell dieses "Schwurbel" Thema und: "Wie gehe ich damit um, wenn es im unmittelbaren Umfeld aufploppt" Ich mein', wie dumm kann man sein? In manch einer Ansicht die dann als "blah, freie Meinungsäußerung" daher kommt.
Das, was Du aber hier beschreibst und auch benennst, finde ich sehr gut. Du übernimmst Verantwortung. Du nennst es Hygiene. Du sagst, dass Du diesem keine Plattform bieten möchtest und das, dass finde ich gut, verständlich, sinnig und richtig. Ich gehe weiter und nenne es Zivilcourage. Ist es. Deine Worte haben mir unter anderem soeben etwas geholfen und dafür bin ich dir dankbar. Ich werde mir deinen Essay nochmal und bestimmt auch nochmal anhören. Klar, ich lese auch, aber manchmal, nach Millionen von Satzzeichen bin ich einfach satt und der Kopf macht zu, auch wenn ich in andere Thematiken umschwenke. Deswegen finde ich diese Möglichkeit der Podcasts hier, ebenfalls gut. Auch dafür, dass Du deinen Texten eine Stimme gibst, bin ich dir dankbar. Sehr sogar.
Um bei deinem Thema zu bleiben, noch ein Gedanke, der mir in den letzten Tagen so kam: Wie "sicher" ist Substack eigentlich im Bot Thema? Also, das was Du da mit diesen Kommentaren beschreibst, ist nicht unbedingt der gängige Pöbel an Kommentar Blitzbirnen. Ein Blick rüber zu YT und alle LeserInnen meines Kommentars können sofort nachvollziehen, was ich meine. Ich bin kein Profi in diesen Themen, aber ich hörte schon vor Jahren auf, Kommentare zu lesen, genau wegen diesem Schund-Gewitter. Es ging sogar schon soweit, dass ich mir Screenshots von richtig guten Kommentaren machte und sie sammelte. Entschuldigt bitte, ich muss zwar gerade selber über mich lachen, aber isso. Eines Tages veröffentliche ich ein Best Of..
Mich macht das mit dem DinA4 Seiten langen Kommentar etwas stutzig. Ich befürchte, das mit der Heranreifung an KI's uns das schlimmste noch bevorsteht. Denn sie sind schnell und in kurzen Sätzen / Kommentaren / Phrasen, unschlagbar und werden von irgend 'nem Troll oder Internet Jochen nicht mehr zu unterscheiden sein. Aber, ich möchte hier nicht abschweifen..
Wenn Du einmal darüber nachgedacht hast, oder schon eine Antwort hast, dann freue ich mich über deine Meinung.
Kommen wir einmal zu einem kleinen Zwischenfazit.
Du beziehst klare Kannte und Haltung.
Du ningelst nich rum mit deinen Sätzen, sondern analysierst und schwenkst sogar herüber in andere Länder, nimmst uns mit in deine WerteWelt. Auf eine Reise. Wir lernen.
Wieso machst Du dir Sorgen über fallende Follower Zahlen? Ich selber habe gestern, nach 5 Wochen Substack einen der ersten Großaccounts die mich interessierten, unsubscribed. War garnich so einfach. Ich lerne ja noch.. Er ging mir halt einfach auf den Sack. Waldorf und Statler sind ja manchmal lustig, aber sie sind alt. Mir war es zu plump und zu frech. Das ist etwas womit man dann rechnen muss, wenn man sein Sprachrohr vollpöbelt. Davon, gibt es schon genug im Interweb. Aber das bist Du nicht.
Ja, ich nöl auch schon viel rum immer, aber mir sind Follower Zahlen an sich, egal. Solange es Austausch gibt, is alles cool. Wer kommt, kommt Wer nich, halt nich.
Weißt Du Kay, ich mag jetzt hier nicht weiter über den Klee loben. Grundsätzlich sage und schreibe ich, was ich denke. Ich kann mich da auch nicht verstellen. Eher rollten sich mir die Fußnägel hoch oder so. Nein, genug des Lobes und des Dankes an dieser Stelle, auch wenn ich finde, dass Du alles richtig gemacht hast und irgendwie sogar als gutes Beispiel vorangehst.
Pro Tip der Woche, für dich: Bleib dir immer selbst treu *schwarzes herzchen icon
Du machst, dass was Du am besten kannst. Über das angebrochene Leben schreiben.
Und das finden wir gut.
Yours Lux
[ man wo sind denn eigentlich hier die icons im kommentierfeld geblieben?! und wieso machte sich ein neuer tab auf zum kommentieren? substack nervt auch manchmal einfach nur.. oder der entenbrowser, wasweißich.. Sorry ;) geht wieder ]
Hallo Lux,
ich mag, dass du hier ein bisschen eskaliert bist :D
Das mit dem Bot, das habe ich mich schon gefragt. Ich glaube, dass es ein Risiko wird. Aber tatsächlich war der Text ohne Punkt und Komma, ohne Absätze... das wäre schon sehr perfide um eine KI darauf zu trainieren.
Bei Substack habe ich jedoch schon Bots gesehen. Sie tun etwas, aber mittlerweile kannst du LLMs auch den Browser-Steuern lassen, also wird es welche geben. Ich habe nur das Gefühl, dass Substack das zumindest im deutschsprachigen Raum noch sehr gut im Griff hat :)
Zu deiner Bluesky-Erfahrung, die hatte ich vor ein paar Tagen gesehen. Ich bin kein Freund von Blocklisten oder ähnlichen. Bei mir dürfen sich die Leute selbst disqualifizieren. Ich hoffe auch, dass ich dargestellt hab, dass nicht gleich bei einer anderen Meinung von mir blockiert wird. Diese muss auch mit Vehemenz immer wieder laut und aggressiv vorgetragen werden, dann reicht manchmal aber auch schon ein Auftritt. Meine Liste blockierter Menschen ist nicht so lang. Ich weiß aber, mich haben auch Menschen blockiert, mindestens 2. Und das ist okay.
Die Sorge um die Follower-Zahl ist mehr die Sorge vor negatives Feedback. Ich kann mittlerweile gut mit Abmeldungen leben. Menschen kommen und gehen. Aber hier dachte ich, was wenn viele stornieren, weil sie z.B. eigentlich AfD Fans sind, was bedeutet das für mich?
Erfreulich, es ging niemand, das hatte ich noch nie.
"Wenn ich nur 'nen Escalade hätte.." Ich würd damit auch Brötchen holen fahren. Wie gut das ich mich hier bei dir nicht selber disqualifiziert hab ✌️😁
Vielen Dank Kay, für deine Worte. Ich mag, wie Ruhig und Bedacht sie sind. Deswegen bin ich hier.
Es Gibt AFD Fans? Oh man.. Ich hab grad Kopfkino. Vor dem ersten Kaffee.
Ich werde mal schauen, wie tief ich mich hier auf Substack ein-nerden kann. Es bleibt weiterhin spannend.
Irgendwelche Nischen haben ja immer Fans ;)
Ich war die Brötchen gerade mit dem Fahrrad holen.
Kay, dieser Text ist wahnsinnig gut und wichtig! Danke dir! Ich hatte etwas Gänsehaut beim Lesen.
Und jetzt bin ich ziemlich angerührt.
Danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast!
Danke für diesen Text. Der hat mich heute tatsächlich den ganzen Tag begleitet – so sehr, dass ich sogar vergessen habe, dich zu liken. 😁 Dabei ist er jeden Like wert.
ach, ich hoffe im positiven.
Und das Herz kannst du ja noch nachholen :)
Ich kann dir zum Thema Meinungsfreiheit sehr das gleichnamige Buch von Ronen Steinke empfehlen. Er analysiert mit vielen Beispielen, warum in Deutschland an manchen Stellen tatsächlich die Meinungsfreiheit in Gefahr ist.
Schau ich gerne mal rein, danke dir!
Lieber Kay, ein sehr wichtiger und wie immer sehr schön geschriebener Artikel!🙏 Vor allem dein Umgang mit Kommentaren und Diskussionen, die sich nicht mehr auf einer konstruktiven Ebene bewegen, finde ich richtig und ich handhabe das genauso.
Danke für diesen wichtigen Text, lieber Kay! Ich bin auch erstaunt und entsetzt, wie oft rassistische, misogyne, diskriminierende – also schlichtweg menschenverachtende – Aussagen derzeit gerne und fälschlicherweise unter dem Banner der „Meinungsfreiheit“ geschwungen werden. Das ist keine Meinungsfreiheit, sondern schlichtweg Rassismus, Misogynie, Diskriminierung und Menschenverachtung – ganz gleich, wie sehr versucht wird, es als „Meinung“ zu deklarieren. Und genau da liegt auch die Grenze: Freiheit bedeutet nicht Freiheit auf Kosten der Freiheit und Würde anderer.
Da bin ich ganz deiner Meinung🫶
Hallo Kay, dein Text ließ mich an eine Person denken, auf die ich kürzlich gestoßen bin. Sie heißt Irmela Mensah-Schramm, ist Aktivistin und übersprüht und entfernt Nazi-Parolen, wofür sie schon vor Gericht stand. In meinen Augen ist das, was sie tut, auch Hygiene und keine Zensur und ich bin froh, dass es Menschen wie sie gibt, die sich so stark dafür einsetzen. Gleichermaßen bin ich dankbar dafür, dass es Texte wie deinen gibt, die uns ermutigen, in unserer Gesellschaft mehr Menschlichkeit und das Gute walten zu lassen. Danke fürs Mut machen und viele Grüße!
Ich möchte hier vorab klar stellen, dass ich grundsätzlich bei dir bin. Das Mensch sein ist heutzutage etwas "ver-rückt". Anstand und Respekt für Viele ein Fremdwort.
Ich möchte aber du bedenken geben, dass das, was für DICH ein Fakt ist, also belegbare Gegebenheit, eine Tatsache, in Büchern nachlesbar, für jemand Anderes eine Falschaussage ist. Weil diese Personen andere Fakten als Basis verwenden und deine anzweifeln, so wie du die Ihrigen.
Was genau ein Faktum ist, ist Frage des Standpunktes.
Ich kenne solche Situationen. Mit solchen Personen findet sich selten ein Kontext. Dann ist das halt so. Ich muss nicht alle mit meinem Wissen beglücken. Ich bleibe grundsätzlich offen und hinterfrage gerne, schon immer. Ein "man tut das so und so" einfach ohne Erklärung, nehm ich nicht hin. Ich prüfe nach, vergleiche und bilde mir so meine Meinung aufgrund von vermeindlichen Fakten. "Vermeindlich" weil ich meine, dass es Fakten sind. Jemand anderes sieht es eben nicht so.
Aber egal, ob Fakt oder Meinung: RESPEKT ist die Basis.
Es stimmt, dass man auch bei vermeintlichen "Fakten" vorsichtig sein muss. Die Rassenideologie zum Beispiel wurde früher von der "Wissenschaft" als "Fakt" verkauft. Heute weiß man natürlich: pseudowissenschaftlich und kein Fakt, sondern eine Ideologie des weißen Mannes, um die menschenverachtende Kolonialisierung und Sklaverei zu rechtfertigen. Von vermeintlichen "Fakten" findet man viel in der Geschichte und natürlich auch heute noch. In der Lobbyarbeit, in der Politik, sogar in der Wissenschaft selbst, die unter dem Publikationsdruck des Kapitalismus leidet.
Ich schreibe vermeintliche "Fakten", weil es in Wahrheit keine Fakten sind.
Fakten müssen unabhängig nachweisbar sein, basierend auf reproduzierbaren Ergebnissen und Beobachtungen (z.b. in der Naturwissenschaft), und/oder vielfältig dokumentiert und bezeugt (z.B. in der Geschichte) - sie stehen unabhängig von der eigenen subjektiven Interpretationen der Realität oder Ideologien. Es gibt nicht "meine", "deine" oder "ihre" Fakten, sonst wäre der Begriff hinfällig. Um bei Kay's Beispiel zu bleiben: der Holocaust ist ein Fakt, weil er nachweislich und vielfältig belegt ist. Menschen, die ihn leugnen berufen sich nicht auf andere Fakten, sondern auf Darstellungen und Weltanschauungen, die keine Fakten sind.
Ein Fakt ist eben kein Standpunkt. Ein Standpunkt ist, wie Kay schon gesagt hat, eine Meinung.
Ja, es ist oft nicht einfach, dazwischen zu unterscheiden, das stimmt. Und auch eine gewisse, gesunde Skepsis und "Flexibilität" bleibt wichtig. Denn es gibt ja auch veraltete Theorien, die früher als Fakten gedeutet wurden, ganz ohne, dass es einen ideologischen Hintergrund gab, sondern, weil man es einfach nicht besser wusste (z.b. das Bohrsche Atommodell, das später durch die moderne Quantenmechanik widerlegt wurde)... Es gibt also immer eine gewisse Ungewissheit in (fast) allem was wir als Realität wahrnehmen. Und diese Ungewissheit muss auch transparent kommuniziert werden - in der Wissenschaft spricht man deswegen auch oft von Theorien oder Hypothesen um Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten von Fakten abzugrenzen.
Aber wir müssen trotzdem als Gesellschaft zwischen Fakt und Behauptung unterscheiden. Und wir müssen diesen Unterschied verteidigen. Sonst gibt es keine gemeinsame Basis mehr, auf deren Grundlage wir noch diskutieren und Mensch sein können. Dann sind wir ganz schnell bei George's Orwells 1984.
Großartig formuliert und Erklärt.
Der Begriff Fakt wird leider nicht Trennscharf genutzt und das verwässert ihn.
Sehr schön, dass wir am selben Ort landen: Respekt. WUNDERVOLLE BASIS🙏
Ich bleibe aber dabei: Fakten sind nicht gleich Fakten. Das System und die dahinter liegende Industrie ist sehr, sehr mächtig. "Fakten" werden gesteuert. Es gibt so viele Dinge, über die namhafte Forscher und Wissenschaftler etwas herausgefunden haben, was eben gegen die Interessen der Industrie spricht. Diese Fakten existieren, werden aber verschwiegen oder gar diffamiert.
Was aber ganz sicher "Fakt" ist: wir treffen uns in der Basis, beim Respekt. 🙏
Hallo Diana,
da triffst du etwas, das ich im Text nicht mehr unterbringen konnte, weil er einfach immer wieder zu groß wurde dadurch.
Der Standpunkt ist eine Meinung. Ich wollte das ursprünglich am Beispiel Klimawandel abarbeiten: Messdaten zum Klimawandel sind der Fakt. Dass dieser stärker steigt durch unseren Eingriff, auch. Was wir daraus machen, wie wir zu den Maßnahmen stehen, ob CO2-Steuer oder Verzicht oder Technologieglaube der richtige Weg ist, das ist Meinung. Da darfst du anderer Ansicht sein als ich, und ich muss dich trotzdem respektieren.
Was du beschreibst, ist im Grunde derselbe Mechanismus, nur eine Ebene früher: Du sagst, was für mich ein Fakt ist, kann für jemand anderen eine Falschaussage sein, weil er andere Fakten zur Basis macht. Das stimmt oft, bei komplexen, noch offenen Fragen, bei denen selbst Experten uneins sind. Das ist im Grunde die Basis guter wissenschaftlicher Arbeit: Man streitet über Deutungen, prüft Gegenargumente, revidiert Positionen, wenn neue Daten dazukommen. Aber bei den Dingen, um die es in meinem Text ging, gibt es diese Unschärfe nicht. Der Holocaust ist nicht "meine Faktenbasis gegen eine andere". Er ist so dicht dokumentiert, durch Täter, Opfer, Archive, Prozesse, dass ich ihn als Grenzwert genommen habe: Wenn selbst das schon "Standpunkt" sein soll, dann ist der Begriff Fakt bedeutungslos geworden.
Ich glaube, wir sind uns näher, als es aussieht. Auch du prüfst nach, vergleichst, bildest dir eine Meinung "aufgrund von vermeintlichen Fakten" – das Wort "vermeintlich" zeigt mir, dass du selbst zwischen der Ebene "das könnte ich falsch verstanden haben" und "es gibt sowieso keine Wahrheit" unterscheidest. Genau diese erste Haltung teile ich. Die zweite ist es, wogegen ich schreibe.
Und da, wo du landest, lande ich auch: Respekt ist die Basis. Nur eben Respekt vor dem Menschen – nicht zwangsläufig vor jeder Behauptung, die er aufstellt. :)
Kay, du Mensch, danke für diesen Text.
Lieber Kay, vielleicht steht es mir nicht zu, da ich kein Jude bin, aber durch meine jüdische Tante und ihre Familie, fühle ich mich dem Judentum sehr verbunden, dir zu sagen "Du bist a mentsch". Das ist für mich ganz klar.
Wenn du mich fragst, hast du alles richtig gemacht. Anders kann man auf solche Kommentare nicht reagieren. Wir müssen nicht alles dulden.
Es ist interessant, dass sich solche Leute immer auf irgendwelche Rechte und Gesetze stützen, die sie anderen aber nicht zugestehen. Zu Corona Zeiten waren es Persönlichkeitsrechte, das Vermummungsverbot, Recht auf körperliche Unversehrtheit etc. Jetzt ist es vor allem die Meinungsfreiheit. Wenn ich es mir richtig zusammen reime, geht es ja ursprünglich darum, die Freiheit des Volkes gegenüber der Regierung zu sichern. Nicht einen Freifahrtschein auszustellen, um alles sagen zu dürfen, was man will. Das ist leider ganz schön ausgearbeitet. Frauen im Internet können davon ein Lied singen. Fr. Künast (Die Grünen) zum Beispiel, die Passagen von Kommentaren an sie veröffentlichte, die aber nie vor Gericht gingen, weil die Drohungen "nicht konkret genug" waren.
Leider sind die rechten Hetzer und die AfD Meister des Verdrehens und uns in ihren kruden Argumentationen immer ein oder zwei Schritte voraus. Da sollte man sich nicht drauf einlassen.
Danke Simon!
Und vor allem, wir müssen nicht allem eine Plattform bieten.
Ich kann dir, falls du es nicht bereits kennst, das Buch Fake Facts von Pia Lamberti und Katharina Nocun empfehlen. (Wir anscheinend ausgelistet als Hardcover und ist bei Amazon gerade billiger als das Taschenbuch).
Da geht es zwar vordergründig um Verschwörungsmythen, aber das hilft auch beim Argumentieren über/gegen andere Themen.
Es geht eben auch sehr darüber, wie man (offline) mit Menschen diskutieren kann, die glauben die Wahrheit zu haben. Gerade im engen Familien und Freundeskreis sind solche Gespräch schwer.