Es wirkt unglaublich, doch es ist jetzt sechs Jahre her, als wir The Mandalorian als Serie erstmals über den Streamer Disney+ laufen lassen konnten.1 Was mir neben Grogu aka Baby-Yoda am meisten im Kopf geblieben ist, ist das Gefühl das erste Mal wieder wirklich “Star Wars”-Gefühl zu haben und das sogar abseits von Episode I bis VI. Das war bisher nur Rogue One gelungen, der zum Glück in Andor seine sehr gute Prequel-Serie ganz eigenen Kalibers gefunden hat. Episode VII bis IX hingegen sahen für mich wie Star Wars aus, unterhielten mich, fühlten sich jedoch nie so organisch nach Star Wars an.
Und auch wenn die bisher letzte und dritte Staffel eher schwach waren freute ich mich schon länger auf den Film. Könnte es doch nach dem großen Durchbruch von Pedro Pascal das letzte Mal sein, dass wir den Mandalorianer zu Gesicht bekommen. Es war also klar, dass ich wieder für Science-Fiction meinen Vater einpacke und es ins Kino geht, diesmal zu The Mandalorian & Grogu.
Der Film begrüßt uns mit einer klassischen Texttafel, die uns die Welt erklärt, jedenfalls wo wir uns befinden. Der Mandalorianer und Grogu unterstützen die Neue Republik, indem sie flüchtige Imperiale aufspüren und möglichst lebendig den Vertretern der Neuen Republik überstellen.
Einer dieser Flüchtigen ist Coyne. Niemand weiß, wie er aussieht oder ob er überhaupt noch lebt. Die Zwillinge, zwei Verwandte von Jabba den Hutten wissen laut Geheimdienstinformationen, wo und wer dieser Coyne ist. Doch bei den Hutten gibt es nichts umsonst, und so muss Mando sich entscheiden, ob er für die Hutten arbeiten will und den entführten Rotta den Hutten finden und zu ihnen bringen will.
Es ist wenig verwunderlich, dass der Film an der Stelle einsteigt, an der uns die Serie zum Ende von Staffel drei verlassen hat. Insgesamt wirkt der Film, als hätte er auch einwandfrei als vierte Staffel funktionieren können. Das liegt unter anderem daran, dass er sich so sektional anfühlt, als könnte man fast den Finger in die Episoden-Trenner legen. Das ist per se nichts Schlechtes, zeigt es doch, wie sehr sich die Produktionswerte von Kino und Serien angenähert haben. Zusätzlich ist es ein Zeichen, dass Disney+ Serien sich nicht nur so anfühlen wie aufgeblähte Filme, da Episoden auch gerne mal 20 Minuten Nettospielzeit zählen und wir jetzt genau den gegenteiligen Effekt haben. Ein Subplot raus, hier und da gestrafft - fertig ist Staffel 4 als Kinofilm. Zusätzlich kommt die Empfehlung den Film vielleicht nicht auf einer IMAX Leinwand zu sehen, der Look der Serie ist nicht Cineastisch genug um die Bilder in diesem Format zu tragen.
Dabei bekommen wir alles, was wir aus der Serie kennen, und nichts Neues außer vereinzelt ein paar Figuren. Mit Sigourney Weaver und Jeremy Allen White bekommt Pedro Pascal prominente Verstärkung und wertet den Film cinematisch auf.. Für White spricht, dass er sich für die Rolle eines eher unattraktiven Wurm-Aliens entschieden hat und damit in dem Jahr so etwas verkörpert, in dem er selbst zum Sexiest Man Alive gekürt wurde. Ein schöner Kontrast der die nötige Selbstironie beweist..
Der große Knalleffekt fürs Kino bleibt allerdings aus. Mein Vater und ich, wir hatten trotzdem auf jeden Fall unseren Spaß. Es muss eben nicht immer High-End-Kino sein, um einen tollen Filmnachmittag zu haben.
Original: The Mandalorian and Grogu
Regie:Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor
Laufzeit: 132 Minuten
FSK ab 12 Jahren
Kinostart: 20. Mai 2026
IMDb Wertung 7.0 (13.06.2026)
Kinotrainer in deutscher Sprache
The Mandalorian hat zwar ein Produktionsjahr von 2019, ist jedoch in Deutschland erst seit dem Disney+-Start (24. März 2020) verfügbar.



