Manchmal sieht man Trailer, die sind so unfassbar gut geschnitten, wie eine Achterbahnfahrt. Keine echten Spoiler, und ein wilder Ritt, der einfach so viel Bock auf mehr macht, dass man es kaum aushalten kann, bis der Film ins Kino kommt. Ein solcher Filmtrailer war Good Luck, Have Fun, Don’t Die für mich. Und hätte das nicht schon alles gereicht, sehe ich noch das erste Mal seit neun Jahren Gore Verbinski als Regisseur. Ein Regisseur, der sich einfach nicht festlegen will auf ein Genre und uns damit Geschichten aus allen Abteilungen anbietet. Für seinen neuesten Film hat er sich mit Sam Rockwell zusammengetan, und schon jetzt frage ich mich, wie er es wohl schafft, in diesem Film zu tanzen.1 Doch davon unabhängig scheint die Kombination der beiden zu passen, denn Verbinski hatte seit Längerem ein Gespür für exzentrische Charaktere, das wissen wir spätestens, seit er gemeinsam mit Johnny Depp die Figur des Jack Sparrow zum Leben erweckt hat. Dann also rein in die Olga.
Ein Mann aus einer postapokalyptischen Zukunft reist in die Vergangenheit, um die Welt zuretten. Er startet unmittelbar in der Nähe seines Ziels in einem Diner. Dort muss er die perfekte Kombination von Menschen rekrutieren, damit ihm sein Vorhaben gelingt. Unsere Geschichte beginnt am Anfang einer solchen Zeitschleife und nimmt uns dann mit auf die im Trailer versprochene wilde Fahrt. Und viel mehr sollte man auch für die Grundlage des Films nicht verraten.
Fest steht: Ich hatte unglaublich viel Spaß im Kino, weil viele Bausteine in diesem Film gut funktionieren. So trägt Rockwell zwar wieder eine großartige Performance vor, muss damit jedoch den Film nicht alleine tragen. Der Cast, allen voran die Auserwählten aus dem Diner, spielt wunderbar. Juno Temple, die mir am meisten bekannt aus Ted Lasso ist und sich seitdem immer weiter in den Vordergrund spielt, aber auch Zazie Beetz die mit They Will Kill You aktuell mit einer weiteren Produktion über die Leinwände flimmert.
Lest diesen Absatz nur, wenn ihr den wunderbaren ersten Trailer gesehen habt.2 Good Luck, Have Fun, Don’t Die unter Sci-Fi, Komödie und Action geführt. Und eigentlich, kann man dem Ganzen noch eine Satire-Ebene hinzufügen. Immerhin ist die Aussage, dass die Welt untergeht, weil die Smartphone-Zeit in Social Media oder virtuellen Welten immer größer wird, bis wir nur noch herumhängen und ein Großteil der Menschheit ausstirbt, gar nicht so weit hergeholt. Bereits 2002 gab es einen Fall in Südkorea, bei dem ein 24-Jähriger nach 86 Stunden am Stück Zocken verstorben ist, weil er weder richtig geschlafen, noch gegessen hatte.3 24 Jahre weiter in einer Welt mit viel mehr verfügbarer Ablenkung, ist es nicht unrealistisch, dass wir diesen Weg weitergehen und in der Good Luck-Version unserer Zukunft landen könnten.
In der Gegenwart ist Good Luck, Don’t Die, Have Fun genau der Kinospaß, den wir brauchen können, und ist absurd lustig, in einer gar nicht mehr so lustigen Welt.
Youtube: when you find a way to dance in every movie you’re in by CinemaStix
Youtoube: Trailer auf Deutsch auf KinoCheck
Quelle: N TV Artikel von 2002


