Endlich neues Science-Fiction-Spektakel im Kino, davon kann ich nie genug bekommen. Meine Liebe zu diesem Genre wurde stark durch meinen Vater geprägt, mit dem ich mir diesen Film deswegen unbedingt in der Releasewoche ansehen wollte. Der Film basiert auf einem Roman des Autors Andy Weir, der damit bereits die zweite Romanvorlage für einen Kinofilm liefern durfte. „Der Marsianer“ mit Matt Damon in der Hauptrolle gefiel mir ebenfalls schon gut. Also war es Zeit, sich am Freitagnachmittag aufzumachen in das örtliche IMAX, in der Hoffnung, ein Bildspektakel zu sehen.
Ryan Gosling spielt den in Deutschland namensgebenden Astronauten. Seine Figur Ryland Grace ist eigentlich Lehrer an einer Schule und unterrichtet Naturwissenschaften. Trotzdem erwacht er ohne Erinnerung, allein auf einem Raumschiff. Nach und nach kann er für sich rekonstruieren, dass er auf einer Mission ist, die Erde vor dem Sterben zu bewahren. Etwas sorgt dafür, dass die Sonne in 30 Jahren verdunkelt und es breitet sich im Weltraum aus. Er ist auf dem Weg zu dem einzigen Ort, bei dem das nicht so ist. Was macht diesen Ort so anders? Kann diese Information helfen, unsere Welt zu retten?
Bereits der Trailer spoilert, dass Grace nicht allein ist. Auf seiner Mission trifft er auf ein weiteres Wesen. Für mich war das ein kleiner Schock, denn ich hatte befürchtet, dass die Enthüllung, dass Grace auf einen Außerirdischen trifft, sich in eine lange Reihe unnötiger Trailer-Spoiler einreihen würde. Tatsächlich ist dieses Vorwissen nahezu egal, denn die Begegnung mit dem von Grace auf den Namen Rocky getauften Alien passiert relativ früh im Film.
Viele Dinge machen diesen Film zu einem besonderen Erlebnis. Zum einen wäre da Ryan Goslings Schauspiel, das sich wieder mal am oberen Ende seiner Talentskala wiederfindet. Weite Passagen des Films trägt er gekonnt allein und spielt wunderbar mit seinem computergenerierten Gegenpart. Womit wir auch bei der Frage sind, warum ausgerechnet Phil Lord und Christopher Miller die Richtigen für diesen Film sind. Ihre Vita wirkt bisher durchaus bunt. Bei den wenigen Regiearbeiten finden sich Animationsfilm und Komödie neben ein paar Serien-Episoden im Wechsel. Sonst kennen wir sie eher als Produzenten, zum Beispiel von Sonys großartigen „Spider-Man: A New Universe“-Animationsfilmen. Sony wählte sie letztlich auch aus, um „Der Astronaut“ zu vermarkten. Am Ende wirkt es ein wenig wie Vorbereitung, dass „Der Astronaut“ nun Animationsfilm durch die Figur von Rocky und Realfilm verbindet. Ohnehin wirkt der ganze Film wie eine Yin-Yang-Medaille, bei der immer alle Seiten im Gleichgewicht sind.
Humor und Ernsthaftigkeit, Animation und Realität sind nur zwei davon. Die Erzählstruktur, die ebenfalls zweigeteilt ist, ist eine weitere. Während wir Rocky und Grace dabei beobachten, wie sie versuchen, ihre Welten zu retten, erhalten wir immer wieder Einblicke in das, wie es dazu kam. Grace’ Erinnerungen kehren Stück für Stück zurück. Und auch hier sind Miller & Lord mit einem weiteren guten Paar gesegnet – Spannung und Entspannung geben dem Film das perfekte Tempo, das in den gut zweieinhalb Stunden nie Langeweile aufkommen lässt.
In vielen Magazinen wird „Der Astronaut“ bereits als der Film des Jahres gehandelt. Auf Rotten Tomatoes steht der Film sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern auf einem Score von über 95%. Das sind beste Voraussetzungen, um zumindest in der Top 10 für 2026 zu landen. Für den besten Film des Jahres ist es für mich im März noch ein wenig früh. Eine klare Sehempfehlung, insbesondere auf der Kinoleinwand, möchte ich natürlich dennoch geben. Ich sah den Film in einem IMAX-Saal und wir beide waren von den Bildern beeindruckt. Für Filme wie „Der Astronaut“ wurden Kinos gebaut.


