<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[Das angebrochene Leben: angebrochen]]></title><description><![CDATA[Essays über die Dinge, über die man eigentlich nicht schreibt, aber eigentlich sollte. 
Aus dem Alltag eines Nobody, der ein Everybody ist. Vielleicht findest du dich darin wieder.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/s/angebrochen</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BqlC!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fc5ab2e76-fcdc-47b7-aaab-6ed1361407a3_1254x1254.png</url><title>Das angebrochene Leben: angebrochen</title><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/s/angebrochen</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Wed, 05 Aug 2026 05:35:01 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.dasangebrocheneleben.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Kay Puppa]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[kay@dasangebrocheneleben.de]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[kay@dasangebrocheneleben.de]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Kay Puppa]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Kay Puppa]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[kay@dasangebrocheneleben.de]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[kay@dasangebrocheneleben.de]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Kay Puppa]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Und dann erreichen sie, was sie wollten]]></title><description><![CDATA[Ich bin w&#252;tend &#8211; und deshalb ungewohnt kurz. &#220;ber Angst, Zahlen und die Frage, was uns eigentlich zusammenh&#228;lt.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/und-dann-erreichen-sie-was-sie-wollten</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/und-dann-erreichen-sie-was-sie-wollten</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 29 Jul 2026 05:02:12 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!9oL8!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff4061fc5-2fa4-4d06-a3fe-5e1ebe571cf0_1200x630.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Wei&#223;t du <strong></strong>, eigentlich sollte hier heute ein anderer Text stehen, aber ich bin einfach unfassbar w&#252;tend. Ich habe oft gedacht, dass ich es jetzt schaffe, Dinge, die ich nicht &#228;ndern kann, gelassener hinzunehmen. Doch ich kann es einfach nicht. Die Welt, wie sie aktuell funktioniert. Sie reibt mich auf.</p><p>Und deswegen muss ich hier einen Text schreiben, der etwas anders ist als sonst. Ich versuche, meine Wut, wie es meine Art ist, zu kontrollieren. Dabei helfen mir Zahlen. Daf&#252;r wird dieser Text zu diesem schweren Thema kurz.</p><p>Der j&#252;ngste Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin betrifft mich nicht direkt. Ich bin weder in Berlin, noch kenne ich jemanden, der betroffen war, noch bin ich selbst Teil der LGBTQ+-Community. Und trotzdem betrifft er mich. Denn wenn Menschen auf diese Weise sterben, ist das kein Unfall, kein technischer Defekt. Da hat sich ein Mensch entschieden, anderen Menschen das Leben zu nehmen, und bis auf die Eingrenzung der Gruppe war ihm egal, wen er da trifft. Das ist furchtbar und es gibt nichts, was diesen Verlust ersetzen kann. Auch dass er bei einem Polizeieinsatz erschossen wurde, bringt keine Wiedergutmachung. Ein Mensch ist gestorben und viele weitere sind verletzt, mehrere schwer. Verletzungen heilen, Narben bleiben, Tote kehren nie zur&#252;ck.</p><p>Wir k&#246;nnen ihn nicht mehr fragen, was ihn an der Existenz dieser Menschengruppe so gekr&#228;nkt hat. W&#228;hrend die polizeilichen Ermittlungen beginnen, l&#228;uft die Maschinerie in den sozialen und den traditionellen Medien an. Der Bild-Kommentar fragt &#8222;was uns unsere Freiheit wert ist&#8221;.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> Die Journalistin <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;Laura Fr&#246;hlich&quot;,&quot;id&quot;:531841732,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/978fa4d6-982a-404f-88a7-0fef8b34357d_1080x1080.png&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;58ac85c7-e0de-4058-a0de-b01fbe67865f&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span> stellt hier auf Substack eine bessere Frage: </p><p style="text-align: center;"><mark data-color="#fff2cc" style="background-color: rgb(255, 242, 204); color: rgb(0, 0, 0);">Was h&#228;lt eine offene Gesellschaft eigentlich zusammen?</mark><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></p><p>Sie schreibt in ihrem Text von Vertrauen. Den stillen Vertrag, den Menschen in einer Gesellschaft eingehen, wenn sie sich im &#246;ffentlichen Raum bewegen. Mit diesen Gedanken m&#252;ssen wir uns noch einmal in Erinnerung rufen, was das oberste Ziel von Terrorismus ist.</p><p>Einem F&#252;nfj&#228;hrigen w&#252;rde ich Terrorismus in etwa so erkl&#228;ren: Terrorismus ist, wenn jemand ganz vielen Menschen Angst machen will, damit sich alle f&#252;rchten, so wie ein Monster, das laut br&#252;llt, damit sich niemand mehr traut, etwas dagegen zu sagen.</p><p>Und mein erwachsenes Ich wei&#223;, dass dieses Ziel dadurch erreicht wird, dass Terrororganisationen m&#246;glichst unvorhersehbar Menschen hinterh&#228;ltig ermorden oder verletzen. Sie st&#246;ren den stillen Vertrag, den Vertrauensvorschuss, den wir uns geben.</p><p>Das Bundeskriminalamt z&#228;hlt zwischen 2011 und 2025 sechzehn vollendete islamistisch motivierte Anschl&#228;ge in Deutschland.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> Der Anschlag in Berlin ist der erste in diesem Jahr. Dem stehen rund f&#252;nfundzwanzig Anschlagsvorhaben gegen&#252;ber, die die Sicherheitsbeh&#246;rden nach eigenen Angaben verhindert haben.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a></p><p>Das sind unbestritten zu viele Taten. Doch was diese Statistik ebenso zeigt, ist, dass unsere Polizei mit den Mitteln bereits Erfolge erzielen kann. </p><p>Denn dieser Mann war den Beh&#246;rden bekannt. Im Mai hatte ihn ein Gericht verurteilt, weil er sich dem IS anschlie&#223;en wollte; der Haftbefehl wurde aufgehoben<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a>. Trotzdem tritt einen Tag sp&#228;ter bereits die Polizeigewerkschaft auf den Plan und fordert weitreichende Einschr&#228;nkungen unserer Freiheit, die auch durch den Datenschutz gew&#228;hrleistet wird.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a>  Im selben Artikel meldet sich der CDU-Politiker G&#252;nter Krings zu Wort. Er stellt einen Vorbehalt voran: Sollten sich die Anzeichen best&#228;tigen, unterstreiche der Anschlag &#8222;die hohe Gef&#228;hrlichkeit des islamistischen Terrors in Deutschland". Und liefert den Forderungskatalog gleich mit. Dabei braucht es keine neuen Werkzeuge f&#252;r eine Polizei, die die Gef&#228;hrlichen bereits kennt, sondern konsequentes Handeln mit denen, die wir haben.</p><p>Ich wiederhole: <em>Jedes. Opfer. Ist. Eines. Zu. Viel.</em></p><p>Und trotzdem lohnt der Blick auf ein Risiko, das wir jeden Tag eingehen, ohne dar&#252;ber zu sprechen. Im Jahr 2025 sind im Stra&#223;enverkehr 170 Menschen get&#246;tet und 17.900 Menschen verletzt worden bei Unf&#228;llen, an denen mindestens eine alkoholisierte Person beteiligt war. Die Zahl der Verkehrstoten insgesamt in Deutschland ist so hoch, dass ich es mal so ausdr&#252;cken m&#246;chte: acht Menschen pro Tag.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a></p><p>Das sind Menschen, die genauso wie die Opfer des Anschlages in Berlin eine L&#252;cke im Leben von Eltern, Geschwistern, Liebenden und Freunden hinterlassen. Die morgens die T&#252;r hinter sich zugezogen haben, ohne zu wissen, dass sie sie niemals wieder &#246;ffnen werden. </p><p>Niemand, der ins Auto steigt, tut es in der Absicht zu t&#246;ten. Das ist der Unterschied zu Berlin, und er ist erheblich. Aber acht Tote am Tag l&#246;sen keine Pressekonferenz aus, keine Gewerkschaftsforderung, keinen Gesetzentwurf binnen vierundzwanzig Stunden. Wir haben uns entschieden, dieses Risiko zu tragen, weil wir das Auto nicht aufgeben wollen. </p><p>Die Frage in der Bild tr&#228;gt die Forderung nach mehr Ma&#223;nahmen und M&#246;glichkeiten der Polizei implizit in sich. Forderungen der Polizei, aber auch die von Politikern, die fertige Gesetzespakete an unabgeschlossene Ermittlungen h&#228;ngen, sind Wasser auf die M&#252;hlen der Angst.</p><p style="text-align: center;"><mark data-color="rgb(255, 242, 204)" style="background-color: rgb(255, 242, 204); color: rgb(0, 0, 0);">Was h&#228;lt eine offene Gesellschaft eigentlich zusammen?</mark></p><p>F&#252;r mich ist es der gemeinsame Glaube, nicht an einen gemeinsamen Gott, sondern an eine gemeinsame Welt, in der wir in allen Farben leben.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!9oL8!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff4061fc5-2fa4-4d06-a3fe-5e1ebe571cf0_1200x630.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" 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stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Bild von <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/36223345/">Peter Dyllong</a> auf Pexels.com</figcaption></figure></div><p><em>Wenn wir jedoch unsere eigene Freiheit im &#220;berma&#223; beschneiden. Wenn wir anfangen Menschen anderer Herkunft oder anderer Religion pauschal zu misstrauen</em>. Dann bekommen die T&#228;ter, seien es organisierte oder einzelne, genau das, was sie wollen. Sie s&#228;en Angst und Zweifel und wir beginnen selbst, unsere Gesellschaft zu zersetzen.</p><p>Das d&#252;rfen wir nicht zulassen. </p><p>Wir sollten das Gegenteil tun und den Christopher Street Day noch lauter feiern, an seine Geschichte erinnern, an die Geschichte der Stonewall-Aufst&#228;nde und daran, dass die Gewalt gegen diese Community immer noch kein Ende genommen hat.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">F&#252;r Texte, die genau hinschauen, statt nur laut zu sein.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><div class="callout-block" data-callout="true"><p style="text-align: center;"><em>Wenn du nach diesem Text etwas tun m&#246;chtest: <br>LSVD+ unterst&#252;tzt Betroffene queerfeindlicher Gewalt, auch &#252;ber den Anschlag in Berlin hinaus, und tr&#228;gt mit seiner langj&#228;hrigen Arbeit zur Aufkl&#228;rung bei.<br></em><br><a href="https://www.lsvd.de/de/">https://www.lsvd.de/de/</a></p></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/kommentar-von-peter-tiede-was-ist-uns-unsere-freiheit-wert-6a65f38a12a8d0c8b62bb5ad">Bild Kommentar von Peter Tiede</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://substack.com/home/post/p-208566712">Laura Fr&#246;hlichs Text zum CSD 2026</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p><a href="http://mediendienst-integration.de/extremismus/extremistischer-islamismus/islamistische-anschlaege-in-deutschland/">Islamistische Anschl&#228;ge in Deutschland</a> auf  Mediendienst Integration</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.bka.de/DE/DasBKA/OrganisationAufbau/Fachabteilungen/IslamistischmotivierterTerrorismusExtremismus/IslamistischmotivierterTerrorismusExtremismus.html">BKA zu den Zahlen verhinderter Anschlagsversuche</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p><a href="http://zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/csd-terroranschlag-abdul-ballout-100.html">ZDF zum CSD Terror-Anschlag</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/attacke-am-rande-des-csd-csd-angriff-ruf-nach-hoheren-strafen-fur-junge-islamisten-15882447.html">Tagesspiegel &#8220;Attacke am Rande des CSD&#8221;</a> am Tag der Verlinkung ohne Paywall</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_238_46241.html">Verkehrsstatistik 2025</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Superman wäre das nicht passiert]]></title><description><![CDATA[383 Millionen Bewertungen. Ein Muster. Und die Frage, ob ich selbst Teil des Problems bin.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/superman-waere-das-nicht-passiert-gender-bias-kino-bewertungen</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/superman-waere-das-nicht-passiert-gender-bias-kino-bewertungen</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 15 Jul 2026 05:08:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e4551ae8-51e9-43e2-8cb3-165a82a2d674_1200x630.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Meiner Mutter war immer wichtig, dass ich lese. So sehr, dass sogar mein Vater sich &#252;berwunden hat und mir als kleinem Jungen vorlas. Ich w&#252;rde sagen: Mission gegl&#252;ckt. Heute lese ich nicht nur gerne, ich schreibe sogar, auch hier f&#252;r mich und f&#252;r euch. </p><p>Eine Faszination k&#246;nnte jedoch fast noch gr&#246;&#223;er sein: die f&#252;r bewegte Bilder. </p><p>Das habe ich meinem Vater zu verdanken. Denn er war es, der die bewegten Bilder in mein Leben brachte. Er war Schichtarbeiter und an vielen Tagen zu Hause, wenn ich aus der Grundschule kam, die nur einige hundert Meter entfernt war. Dann lief das Mittagsprogramm. Star Trek, M*A*S*H, das A-Team, sie und viele mehr waren da, bevor Talk- und sp&#228;ter Gerichtsshows die Sender zu diesen Zeiten &#252;bernahmen. Der Fernseher ist das Radio meines Vaters.</p><p>Es ist f&#252;r mich unz&#228;hlbar, wie oft wir das Vier-f&#252;r-drei-Angebot in der Videothek mitgenommen haben. Manchmal gab es keine Filme mehr, die wir nicht kannten. Sp&#228;ter schrieb ich Reviews f&#252;r ein Onlinemagazin, heute bin ich mit einer Kinoflatrate ausger&#252;stet und genie&#223;e es, jederzeit die gro&#223;e Leinwand zu sehen. </p><p>Das Kino hat sich in den letzten Jahren sehr ver&#228;ndert. W&#228;hrend ich als Kind noch im Nachbarort in das Mini &amp; Maxi gegangen bin, geht es heute in die Multiplex-S&#228;le und manchmal in diese Luxuskinos, die es seit einigen Jahren gibt. Insgesamt sind die S&#228;le leerer. Unser Konsumverhalten hat sich ver&#228;ndert. Und in der Folge der Film selbst. </p><p>Nur noch selten schauen wir wirklich den Film. Immer h&#228;ufiger l&#228;uft er zwar auf dem gro&#223;en Bildschirm, doch unsere Aufmerksamkeit liegt auf dem kleinen in unserer Hand. Social Media bindet uns, auch w&#228;hrend des Films. Meinungen sehen und die eigene Meinung kund tun - wichtiger Prozess in der Meinungsgesellschaft. Das lenkt ab und sorgt daf&#252;r, dass Filme d&#252;mmer werden und die Figuren aussprechen, was gesehen wird, damit niemand den Anschluss verliert. </p><p>Zwei Trends verstehe ich jedoch nicht. Der eine ist das Abfilmen von Szenen aus dem Kinosaal und das Posten dieser Schnipsel auf Social Media. Das f&#228;llt mir in letzter Zeit h&#228;ufig auf. Wer will denn bitte auf TikTok gespoilert werden, bevor selbst eine Chance bestand ins Kino zu kommen?</p><p>Der andere Trend fiel mir auf, als ich meine Kritik zu <em>Supergirl<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a></em> schrieb, und besch&#228;ftigte mich so sehr, dass er zu diesem Essay wurde.</p><p class="button-wrapper" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Jetzt abonnieren&quot;,&quot;action&quot;:null,&quot;class&quot;:null}" data-component-name="ButtonCreateButton"><a class="button primary" href="https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?"><span>Jetzt abonnieren</span></a></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!fxYM!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb442637f-560f-4d36-b51a-c895f7712789_6000x4000.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!fxYM!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb442637f-560f-4d36-b51a-c895f7712789_6000x4000.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!fxYM!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb442637f-560f-4d36-b51a-c895f7712789_6000x4000.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!fxYM!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb442637f-560f-4d36-b51a-c895f7712789_6000x4000.jpeg 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" 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Pers&#246;nlich sogar besser als den letzten Superman-Film. Die Figur ist f&#252;r mich interessanter und der Film deutlich weniger &#252;berladen. Zwar hat er Schw&#228;chen, die ich klar benenne. Doch f&#252;r einen Superheldenfilm hat mich die Geschichte von Kara Zor-El hervorragend unterhalten.</p><p>Schon bevor ich den Film sah, nahm ich zwei Diskussionen wahr. Bei der einen ging es darum, dass Hauptdarstellerin Milly Alcock nicht All-American Girl oder sollte ich sagen, nicht sexualisierbar genug ist? Denn eine Gruppe versuchte im Vorfeld, Schauspielerin Sydney Sweeney f&#252;r den Film zu pitchen, eine Schauspielerin, die als Sexsymbol gilt und damit genau das bedient, was sich ein Teil des m&#228;nnlichen Publikums offenbar von <em>Supergirl</em> erhofft hatte. Dabei ist Alcocks <em>Supergirl</em>-Darstellung gerade deshalb so gro&#223;artig, weil sie ohne Sexualisierung auskommt - und ohne den typischen Love-Interest, der weibliche Heldinnen trotz Hauptrolle oft auf eine Nebenhandlung reduziert. <em>Mann</em> erhofft sich wohl, dass es bei der Sweeney-Variante keine Shorts unter dem Rock gegeben h&#228;tte.</p><p>Eine weitere Diskussion, die auf den ersten Blick aussieht, als k&#246;nnten nur Nerds sie lostreten, ging darum, dass Supergirl Ohrringe tr&#228;gt und wie es denn angehen kann, da ihre Haut doch undurchdringbar ist. Dabei geben die Filme bereits die Erkl&#228;rung, dass Kryptonier auf Planeten mit roter Sonne keine Superkr&#228;fte haben. Erst wenn sie die Ohrringe herausnehmen w&#252;rde, w&#252;rde die Wunde sich schlie&#223;en. Warum funktioniert diese oberfl&#228;chliche Diskussion, obwohl sie bereits auf den zweiten Blick inhaltlich widersinnig ist? Und warum haben wir letztes Jahr keinen viralen Trend gehabt, der fragt, warum Supermans Anzug unbesch&#228;digt bleibt, obwohl doch nur sein K&#246;rper unverwundbar ist?</p><p>Doch sind das nur Symptome eines tiefer liegenden Problems. W&#228;hrend ich wenige Tage nach dem Erscheinen des Films meine Kritik schrieb, sah ich etwas, das sich heute Reviewbombing nennt. Denn mit zum Start 22 % 1-Sterne-Bewertungen auf der Film-Plattform IMDb hatte der Film einen ungew&#246;hnlich hohen Anteil an stark negativen Bewertungen. Dieser Teil ist zwar in der Zeit danach gesunken und pendelt sich jetzt bei etwa 14% ein, doch ist dieser immer noch &#252;berdurchschnittlich. Um das Extrem der Abweichung zu zeigen, m&#252;ssen wir jetzt ein wenig in Zahlen einsteigen.</p><p>Ein Durchschnittsfilm bekommt auf der IMDb ein Rating von etwa 6,3 von 10 Sternen. Ein anschauliches Beispiel, das knapp darunter liegt, aber immerhin 203.000 Bewertungen hat, ist <strong>Inferno</strong> mit Tom Hanks. Der dritte Teil der Reihe um die Figur Robert Langdon ist weit weg von einem Meisterwerk, aber auch von einem schlechten Film. </p><p>In der Grafik sehen wir, dass der Film zwar ein paar Ausrei&#223;er hat, aber weitestgehend dem Muster der Standardnormalverteilung, auch bekannt als Gau&#223;sche Normalverteilung<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a>, entspricht. Je nachdem, wie gut oder schlecht ein Film ist, verschiebt sich die Kurve um den Wertungspunkt, auf den sich die Masse einigt, und die anderen Werte gehen immer drumherum. Deswegen sind Ausrei&#223;er wie bei <em>Supergirl</em> signifikant.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg" width="1456" height="478" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/e8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:478,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:107387,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/i/203711451?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BI8W!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe8b932af-a24e-40e8-a335-92733b7da176_1456x478.jpeg 1456w" sizes="100vw" loading="lazy"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption"><em>Standardnormalverteilung und IMDb-Bewertung Inferno (2016) &#183; Quelle: Wikipedia / IMDb, Stand 29.06.2026</em></figcaption></figure></div><p>Diese Verteilung findet immer statt, bis zu dem Punkt, an dem irgendetwas das System st&#246;rt. </p><div><hr></div><p>Und meiner Hypothese nach ist der St&#246;rfaktor im System, dass wir hier einen Superheldenfilm mit einer Frau in der Hauptrolle sehen. Doch wie kann das belegt werden? Vor einigen Jahren entstand eine Reihe von Filmen, bei denen m&#228;nnliche Besetzungen durch weibliche ersetzt wurden. Das geschah nicht als Kopie, sondern als eigenst&#228;ndige Neuerz&#228;hlung. Ein prominenter Vertreter ist der Film <em>Ghostbusters</em>, bei dem zwei Dinge ins Spiel kommen. Das Original hat absoluten Legendenstatus und liegt lange genug zur&#252;ck, um &#252;ber drei&#223;ig Jahre sp&#228;ter die Geschichte mit Frauen in den Hauptrollen neu zu erz&#228;hlen.</p><p>Bereits im Vorfeld gab es negative Kampagnen zu dem Film. Das Branchenmagazin Screencrush<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> berichtete seinerzeit &#252;ber den Kinotrailer, dass er der unbeliebteste Kinotrailer auf YouTube mit den meisten Dislikes ist, und das Tage nach Erscheinen. Als Vergleich zieht der Autor Mike Sampson den <em>Fantastic Four</em>-Trailer vom Vorjahr heran. Dessen Trailer ist zum Zeitpunkt bereits ein Jahr auf YouTube verf&#252;gbar, der Film mit realen 4,3 von 10 Sternen<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> nachgewiesen schlecht. Trotzdem hatte er zum Zeitpunkt des Artikels nur 20.175 Dislikes, w&#228;hrend <em>Ghostbusters</em> schon auf 507.610 kam. Aus den Kommentaren unter dem Trailer leitet sich ab, dass hier Frauenhass Motor ist, der von einer Gruppe zu einer koordinierten Attacke gebracht wurde. User feierten sich f&#252;r das Pushen der Dislikes in den Kommentarspalten. Sony Pictures, Verleih und Produzent des Films, musste zahlreiche frauenverachtende Kommentare l&#246;schen.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg" width="1456" height="478" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/d3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:478,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:108424,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;topImage&quot;:false,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/i/203711451?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!cT9S!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd3ff96f0-d78c-427f-bfb9-f238d658191d_1456x478.jpeg 1456w" sizes="100vw" loading="lazy"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption"><em>IMDb-Bewertungen Ghostbusters (1984) und Ghostbusters (2016) &#183; Quelle: IMDb, Stand 29.06.2026</em></figcaption></figure></div><p>Diese Attacke setzte sich in den Bewertungen nach Kinostart fort. Noch heute wird in klein, unter den Wertungen, von der IMDb der sogenannte ungewichtete Mittelwert ausgewiesen. Der liegt bei <em>Ghostbusters</em> bei 5,2 Sternen. Allein, dass die Filmdatenbank eine Gewichtung in ihre Wertungsberechnung legen musste, um solche Aktionen auszugleichen, zeigt: Hier k&#246;nnte es ein strukturelles Problem geben - denn bei <em>Supergirl</em> sehen wir dasselbe Muster, wenn auch nicht in diesem extremen Ausma&#223;. Der Anteil der 1-Sterne-Bewertungen sank in den ersten Tagen von 22 % auf 14%, bleibt aber weit &#252;ber dem, was ein Film &#252;blicherweise als Bewertungsfeedback erzeugt. </p><div><hr></div><p>Meinem Essay kommt gelegen, dass sich zwei Forscher genau das vor einigen Jahren systematisch angesehen haben. Unter dem sperrigen Titel &#8222;Status und Konsens: Heterogenit&#228;t in Publikumsbewertungen weiblicher versus m&#228;nnlicher Hauptrollen in Filmen&#8221;<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> haben sie Bewertungen auf der IMDb von 4.012 Kinofilmen aus den Jahren 1992 bis 2018 betrachtet. Diese Daten sind frei verf&#252;gbar und nach Geschlecht der Benutzer getrennt aufgeschl&#252;sselt.</p><p>Bei ihrer Analyse haben sie festgestellt, dass auch ohne gezielte Aktionen Filme mit weiblichen Hauptrollen eine leicht schlechtere Durchschnittsbewertung bekommen. Das spannende Ph&#228;nomen entfaltet sich jedoch erst, wenn wir auf eine Ebene tiefer gehen. Dann sehen wir, dass M&#228;nner Filme mit Frauen in der Hauptrolle nicht nur schlechter, sondern auch deutlich uneiniger, also abweichend von der Normalverteilung, bewerten. Frauen hingegen machen keinen signifikanten Unterschied bei Filmen zwischen M&#228;nnern und Frauen, auch wenn in den letzten Jahren eine Tendenz zum Positiven bei weiblich gef&#252;hrten Filmen gesehen werden kann, jedoch weniger kontrovers und weniger stark ausgepr&#228;gt.</p><p>Die Forscher fragten sich, ob es m&#246;glich w&#228;re, dass die Filme mit Frauen in der Hauptrolle zuf&#228;llig deutlich schlechter sind. Um diese Frage zu beantworten, haben sie mit KI (LLM-Modellen) Filmszenarien generiert und 804 Teilnehmern eines Online-Experimentes vorgelegt. Alle Szenarien wurden identisch gelassen und lediglich die Hauptfigur mal m&#228;nnlich, mal weiblich &#8222;besetzt&#8220;. Dabei konnten sie genau diesen Effekt, den sie bereits bei den IMDb-Bewertungen sehen konnten, untermauern. </p><p>Als Begr&#252;ndung stellten die Forscher drei Erkl&#228;rungsans&#228;tze auf, machen dabei jedoch die Einschr&#228;nkung, dass es sich um sogenannte post-hoc-Theoriebildungen handelt. Sie hatten also zuerst die Muster und versuchten dann die Erkl&#228;rung zu finden. Sie selbst fordern weitere Forschungen, um die Mechanismen sauber zu trennen. Ich versuche sie hier in meinen Worten f&#252;r euch zu erkl&#228;ren:</p><p><em>Erstens: Was der Bauer nicht kennt&#8230;</em></p><p>Du kennst das: Du stehst vor einem Regal im Supermarkt, vor dir eine unsinnig gro&#223;e Auswahl an Oliven&#246;lflaschen. Du kennst keine der Marken und bist auch nicht tief in der Materie. Irgendwo in deinem Hinterkopf hast du aber ein paar Mal aufgeschnappt, gutes Oliven&#246;l kommt aus der Toskana. Vielleicht, weil du st&#228;ndig welches siehst, zum Beispiel beim Italiener. Vielleicht ist das aus Griechenland auch gut oder vielleicht sogar besser, aber aus Faulheit sagt dir dein Gehirn: Nimm das aus der Toskana.</p><p>Bei den Filmen ist es auch so. Wir sind m&#228;nnliche Hauptrollen gewohnt, deswegen halten wir m&#228;nnliche Hauptrollen f&#252;r etwas besser.</p><p><em>Zweitens: Wer sich &#252;berhaupt traut, hinzugehen</em></p><p>Aus erstens folgt hier direkt zweitens. Denn wir kennen haupts&#228;chlich die Toskana, also m&#228;nnliche Hauptrollen, weil sie im Mainstream am h&#228;ufigsten stattfinden. In der Probe der Studie war nicht einmal ein Viertel der Filme mit weiblichen Hauptrollen besetzt, weil nicht mehr da sind. Ein gro&#223;er Teil des Publikums geht lieber zu den Mainstream-Filmen, m&#246;chte das Bekannte sehen und bewertet sie entsprechend. Menschen, die sich bewusst f&#252;r die Abweichung entscheiden, bringen einen anderen Geschmack, andere Erwartungen und damit andere Blickwinkel mit ins Kino. Das Publikum sortiert sich vor der ersten Minute selbst. Ein Teil bleibt lieber weg und will den &#252;blichen Standard und ein Teil kommt bewusst. Kein Wunder, dass Bewertungen heterogener werden.  Und dies k&#246;nnte erkl&#228;ren, warum eher kleine Filme und Labels auf Frauen in der Hauptrolle setzen, sie ziehen von vornherein ein offeneres Publikum an.</p><p><em>Drittens: Die Sache mit der M&#228;nnlichkeit, die st&#228;ndig bewiesen werden muss</em></p><p>Hier wird es richtig interessant, weil es nicht um die Filme geht, sondern um ein Statusproblem, das seit Jahren in Studien und im echten Leben auftaucht: M&#228;nnlichkeit wird, anders als Weiblichkeit, von Soziologen seit Jahren als ein Zustand, der verdient werden muss, beschrieben. &#8222;Sei ein Mann&#8220; und &#8222;So etwas machen M&#228;nner nicht&#8220; f&#252;hren nahezu immer zu etwas Erlerntem, was Mann tut, und nicht zu etwas, das Mann hat. R&#252;ckt jetzt eine Frau in eine Rolle, die traditionell als m&#228;nnlich markiert war, nehmen wir das Geisterjagen oder im roten Cape B&#246;sewichte verpr&#252;geln, dann empfinden das manche nicht als filmkritikrelevantes Detail, sondern als pers&#246;nlichen Statusverlust.</p><p>Die Bewertung des Films wird also von der blo&#223;en Filmkritik zur Verteidigung des eigenen Selbstbilds. An dieser Stelle entwickeln sich dann, abh&#228;ngig davon wie gro&#223; der Film ist, diese Wellen, die wie koordinierte Attacken aussehen. Da sich aber nicht jeder Mann gleich stark in seiner M&#228;nnlichkeit bedroht sieht, f&#228;llt das Bewertungsmuster trotzdem uneinheitlich aus. </p><div class="pullquote"><p>Es sind wenige, die ausrasten, und der Rest, der schulterzuckend vorbeigeht. Das Mittel der Bewertungen wird schlechter, aber vor allem f&#228;llt die Einigkeit auseinander.</p></div><p>Und ich? Ich bin ein Mann und schreibe auf dieser Plattform Kritiken. Ich habe <em>Supergirl</em> gut gefunden. Und ich glaube, das habe ich ehrlich gemeint. Trotzdem frage ich mich, ob ich unbewusst wohlwollender war, weil ich das Muster kannte. Ich wei&#223; es nicht. Und dieses Nichtwissen ist vermutlich der Punkt, an dem ich anfangen muss.</p><p>Die Studie zeigt: Der Anteil weiblicher Hauptrollen ist von 23 % auf 32 % gestiegen. Die Tendenz ist steigend. Doch kein Trend ohne Ausnahme: derzeit zeichnet sich ab, dass <em>Supergirl</em> kein wirtschaftlicher Erfolg wird. Als sie 1984 das letzte Mal scheiterte, verschwand sie f&#252;r &#252;ber 40 Jahre von der Leinwand.</p><p>Superman hingegen durfte alles, wirtschaftlich scheitern, dreimal in den letzten 20 Jahren neu starten und dabei bessere Wertungen einfahren, einfach nur, weil er ein Mann ist. </p><div class="pullquote"><p><em><span>Restacks sind Substacks&#8217; Version von Mundpropaganda.</span></em><br><em><span>Wenn bei dir etwas h&#228;ngengeblieben ist, mach es wie in den Magazinen fr&#252;her:</span><br><span>rei&#223; es raus, teile es weiter.</span></em></p></div><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">St&#228;rker als Supergirl: dein Abo.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/supergirl-woman-of-tomorrow-2026-milly-alcock-filmkritik-dc-craig-gillespie?r=7uuvil&amp;utm_campaign=post&amp;utm_medium=web">Supergirl-Kritik auf Das angebrochene Leben</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung#Standardabweichung">Wikipedia.org zur Standardnormalverteilung</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>ScreenCrush: <a href="https://screencrush.com/ghostbusters-trailer-most-disliked-movie-trailer-in-history/">Why the &#8220;Ghostbusters&#8221; Trailer is the most &#8220;disliked&#8221; Movie Trailer in Youtube History</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://www.imdb.com/title/tt1502712/ratings/">IMDb Wertung von Fantastic Four (2015)</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>Open Access Studie: &#8220;<a href="https://lbsresearch.london.edu/id/eprint/3601/1/Strategic%20Management%20Journal%20-%202024%20-%20Stroube%20-%20Status%20and%20consensus%20%20Heterogeneity%20in%20audience%20evaluations%20of%20female%E2%80%90.pdf"><span>Status and consensus: Heterogeneity in<br>audience evaluations of female- versus male-<br>lead film</span></a><span>&#8221; von </span>Bryan K. Stroube und David M. Waguespack</p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die längsten zwei Minuten]]></title><description><![CDATA[Eine Szene in der U-Bahn, ein Moment des Z&#246;gerns. Ein Essay &#252;ber Zivilcourage und das, was zwischen Fremden passieren kann.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/vor-aller-augen-zivilcourage-u-bahn-hamburg-freudentraenen-alltag</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/vor-aller-augen-zivilcourage-u-bahn-hamburg-freudentraenen-alltag</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 01 Jul 2026 05:12:07 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/50ea48c7-3e21-4c09-93c6-5a42e86daf0d_1200x630.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr diese sonderbaren Menschen, die eine Lieblings-U-Bahn-Linie haben? Ich bin einer von ihnen. Bei mir ist es die U1. Die blaue Linie verbindet mich seit Kindertagen mit der bunten Stadtwelt. Fr&#252;her brachte sie mich von einem der Vororte Hamburgs in die Stadt, heute geht es in die andere Richtung zu meinen Eltern. Mittlerweile genie&#223;e ich solche Bahnfahrten wieder, denn vor einiger Zeit habe ich es mir zum Ziel gesetzt, meine Umwelt wieder mehr wahrzunehmen. Den Entschluss fasste ich jedoch nicht mit dem Gedanken, wieder mehr &#252;ber allt&#228;gliche Situationen zu schreiben, sondern einfach mehr im Hier und Jetzt zu sein. Seitdem fasziniert mich, wie sich die Fahrt mit dem &#246;ffentlichen Nahverkehr &#252;ber die Jahrzehnte ver&#228;ndert hat. Die Generation meiner Eltern hat sich noch mit gro&#223;fl&#228;chigen Papierzeitungen von ihrer Umwelt abgekapselt. Ich muss ein wenig schmunzeln, dass die Menschen, die heute &#252;ber die umherwandernden Smartphones meckern, die sind, die sich hinter wei&#223;-schwarzen W&#228;nden aus Buchstaben und Papier versteckten. Immerhin erreichen wir dasselbe mit viel kleinerem Raumanspruch, mit Kopfh&#246;rern oder eben dem gesenkten Blick auf das Smartphone. </p><p>Neben den Durchsagen &#252;ber ge&#228;nderte Streckenf&#252;hrungen, Informationen &#252;ber das Bettelverbot oder die Ansage der n&#228;chsten Haltestelle ist es ruhig geworden in Hamburgs Bahnwaggons. Die Qualit&#228;t unserer Kopfh&#246;rer ist mittlerweile so gut, dass wir nur noch etwas h&#246;ren, wenn der Sitznachbar seine TikToks einfach direkt &#252;ber Lautsprecher abfeuert. Und so wurde es still, nachdem ich den &#228;lteren Waggon betrat und die Ger&#228;uschkulisse des Menschenaustausches verebbte. Es fuhren um diese Zeit nur wenige Menschen, sodass noch einige Pl&#228;tze frei waren und ich mich direkt in einen Vierer auf der linken Seite setzen konnte. W&#228;hrend das blaue Licht der Smartphones hinter mir einige Sitze erhellte, war in den Bl&#246;cken vor mir weniger los. Im linken Block sa&#223; eine junge Frau mit dem R&#252;cken zu mir. Auf der anderen Seite sa&#223; ein P&#228;rchen, in dessen Blicken ich die verliebte Stille junger Liebe entdeckte. W&#228;hrend sich die T&#252;ren ger&#228;uschvoll, untermalt vom Piepwarnton, schlossen, richtete ich meinen Blick in die Welt au&#223;erhalb des Zuges.</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XX8v!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fed3ec3a2-298a-4fca-8a30-b342c85588ed_4007x2605.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!XX8v!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fed3ec3a2-298a-4fca-8a30-b342c85588ed_4007x2605.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Bild von <a href="https://pixabay.com/users/wal_172619-12138562/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=7750884">wal_172619</a> aus Pixabay</figcaption></figure></div><p><em>Bis ein Ger&#228;usch die Stille durchbrach.</em></p><p><em><strong>Jemand weinte. </strong></em></p><p>Schweigen, kann mehr als nur unangenehm auszuhalten sein. Wir sprechen zum Beispiel von peinlicher Stille. Doch das Gef&#252;hl, wenn eine fremde Person in unserem direkten Umfeld weint, daf&#252;r haben wir kein eigenes Wort. </p><p>Unbeholfen sitze ich auf meinem Platz und der Cocktail aus unbehaglichen Gef&#252;hlen breitet sich in mir und im Raum des Waggons aus. Ich ben&#246;tige einen Moment, bis ich feststelle, es ist die mit dem R&#252;cken zu mir sitzende Frau im n&#228;chsten Block, die die Quelle der Tr&#228;nen ist.</p><p>Die zwei Minuten zwischen den Stationen dehnen sich zur Unendlichkeit aus. Das monotone Ger&#228;usch der Zugfahrt signalisiert mir, dass es keine Option ist, den Zug jetzt zu verlassen. Ich blicke in die unendlich wirkende Dunkelheit des Bahntunnels und finde nur mein eigenes, angestrengt aussehendes Gesicht in der Spiegelung der Scheibe. In mir tobt ein Kampf um die Frage, was mir unangenehmer ist: <br>Mich einen Block nach vorn zu setzen, sie zu fragen, was los ist, und Trost zu spenden, oder zu hoffen, dass ich aus alter Gewohnheit irgendwo Kopfh&#246;rer habe und mich, wie der Rest der Welt, aus der Aff&#228;re ziehen kann.</p><p>Es w&#228;re mir vermutlich unangenehm, wenn ich in der gleichen Situation in der &#214;ffentlichkeit w&#228;re. Besonders wenn jemand auf mich zuk&#228;me. Doch es w&#252;rde mir auch guttun, Trost bei einer fremden Person zu finden. Darunter liegt eine viel wichtigere Frage. Wenn ich jetzt nicht gehe, warum sollte ich gehen, wenn es wirklich z&#228;hlt? Wenn jemand in gro&#223;er Not ist?</p><p>Auf einmal wird mir klar, dass ich keine andere Wahl habe: Ich muss jetzt aufstehen. Wie ein Skispringer lege ich meine H&#228;nde auf die Sitzfl&#228;che neben mir, als m&#252;sste ich unterbewusst Schwung holen, um eine unsichtbare Barriere der Scham zu &#252;berwinden, damit ich im Block vor mir auch wirklich ankomme. Und gerade als ich im Begriff bin, mich zu erheben, bemerke ich, wie die Frau aus dem anderen Block sich von ihrem Freund wegbewegt und sich gegen&#252;ber der weinenden Frau hinsetzt. </p><p>Sie war schneller als ich. </p><p>Ich sp&#252;re, wie mein Gesicht hei&#223; und damit vermutlich auch rot wird. Es ist mir unangenehm, gez&#246;gert zu haben, das ist gut, denn das bedeutet: N&#228;chstes Mal werde ich schneller aufstehen. Mein K&#246;rper wird sich an dieses Gef&#252;hl erinnern.</p><p>Ich sehe, wie die weinende Frau leicht ihren Kopf hebt, w&#228;hrend die andere ihre Hand zu ihr ausstreckt und einfach fragt: Was ist passiert?<br>Drei Worte, die eine T&#252;r &#246;ffnen. Sie bedr&#228;ngen nicht, sie lassen Raum. <br>Es dauert ein paar Sekunden, bis ich den verwirrten Ausdruck der Frau wahrnehme, die eben noch im anderen Block sa&#223;. Ihr Gesicht wirkt jetzt wie ein Mensch gewordener Ladebalken. Bis wir beide verstehen, dass das Ger&#228;usch, das sich unter die Tr&#228;nen mischt, Lachen ist, und sich ihr Gesicht erhellt.</p><p>Die junge Frau erz&#228;hlt in ungeschliffenem Deutsch, dass sie gerade per WhatsApp erfahren hat, dass ihr Ehemann Fronturlaub von seiner Einheit genehmigt bekommen hat. Seit ihrer Flucht in das fremde Deutschland verteidigt ihr Mann ihr Heimatland, das von Russland als Aggressor vor den Augen der Welt&#246;ffentlichkeit angegriffen wurde. &#220;ber zwei Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen, konnten sich nicht ber&#252;hren. Immer wieder bricht ihr beim Erz&#228;hlen aufgrund dieser Mischung aus Ergriffenheit und Freude die Stimme weg.</p><p>Das Gemurmel hinter mir zeigt, dass auch die Menschen in meinem R&#252;cken mitbekommen haben, dass hier etwas passiert. Die unangenehme Spannung in der Luft verwandelt sich in ein Band aus Menschlichkeit, geteilter Freude und Mitgef&#252;hl. Eine Handvoll Fremde werden Augenzeugen dieses emotionalen Momentes.</p><p>Das, was wir gerade erlebt haben, passiert an keinem au&#223;ergew&#246;hnlichen Ort. Kein Konzert, kein Stadion, keine Leseb&#252;hne&nbsp;&#8211; Orte, die wir sonst mit positiven Erlebnissen f&#252;llen. Ein &#228;lterer Waggon auf der U1. Irgendwo in den zwei Minuten, die zwischen den Stationen eine Welt bedeuten k&#246;nnen, haben wir hingeschaut, wollten Trost spenden und konnten etwas Gutes sehen. </p><blockquote><p>Die Welt ist nicht Schr&#246;dingers Katze: Wenn ihr das Gute sehen wollt, dann wird es in der Schachtel sein. </p></blockquote><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Nicht wegschauen&nbsp;&#8211; abonnieren.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><div><hr></div><p>Anmerkungen des Autors:</p><p>Diesen Text habe ich f&#252;r die Leseb&#252;hne von <a href="https://www.textfabrique51.de">Textfabrique51</a> geschrieben, die im Rahmen der Altonale 2026 in der <a href="https://www.diemotte.de/">Motte</a> veranstaltet wurde. Er wurde aus allen Einsendungen als einer von zehn Texten f&#252;r diesen Abend ausgew&#228;hlt.</p><p>Die Geschichte habe ich zu diesem Zweck erfunden. Inspiriert hat mich die Geschichte des Soldaten, der bei seiner Familie in Ganderkesee tats&#228;chlich Urlaub machen konnte. <a href="https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/ukraine-soldat-urlaub-ganderkesee-100.html">Hier findest du den Bericht</a>.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Abwesende Freunde]]></title><description><![CDATA[Wurde Goethe schon geghostet? &#220;ber das seltsame Verschwinden von Freunden &#8211; und was das wirklich bedeutet.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/abwesende-freunde-ghosting-freundschaft-warum-freunde-verschwinden</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/abwesende-freunde-ghosting-freundschaft-warum-freunde-verschwinden</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 17 Jun 2026 05:12:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/f3fc8c63-9360-4534-8fe4-df6f894ed8aa_1200x630.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><h4>An manchen Tagen sitze ich da und frage mich: Wo sind denn alle? </h4></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PTxE!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa7c3411f-6486-4513-887a-6c44dc5d8925_5472x3648.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!PTxE!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa7c3411f-6486-4513-887a-6c44dc5d8925_5472x3648.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg aria-hidden="true" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/stephaniealbert-8562402/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3418515">Stephanie Albert</a> auf Pixabay</figcaption></figure></div><p>Es gibt einige Dinge auf der Welt, die ich nicht verstehe. Ghosting ist eines davon. Eigentlich bekannt aus der Dating-Welt. Der spontane, vollst&#228;ndige Kontaktabbruch. Dabei geht mir eine Frage durch den Kopf: Wurde Goethe vielleicht schon geghostet?</p><p>Ich sehe ihn vor mir, wie er einer jungen Frau immer und immer wieder Briefe schrieb, sie m&#246;ge doch von sich h&#246;ren lassen. Leidend in der Welt wie der junge Werther, sich verzehrend nach ihrer N&#228;he. Ab dem wievielten Brief, der unbeantwortet blieb, galt der Dichterf&#252;rst wohl als geghostet?</p><p>Aus der Dating-Welt kommen viele Wortneusch&#246;pfungen oder vielmehr Wortumdeutungen f&#252;r die Entwicklungen zwischenmenschlicher Beziehungen bei mir an. Ein weiteres dieser Worte ist das sogenannte &#8222;Benching&#8220;. <br>Du wirst zum Auswechselspieler gemacht. Doch im Gegensatz zum Fu&#223;ball kommst du auf verschiedene Arten auf die Bank. Entweder weil die Person etwas Besseres gefunden hat und dich noch warmhalten m&#246;chte, falls du wieder ins Spiel kommst, oder weil sie m&#246;glichst lange unverbindlich bleiben will und die finale Aufstellung bis jetzt nicht steht. </p><p>Es ist am Ende egal, wie wir es nennen, beide Begriffe bezeichnen Verhalten, das wir nicht nur beim Dating, sondern scheinbar auch in normalen Freundschaften beobachten k&#246;nnen. Es wirkt, als w&#228;re dies ein Zeichen der zunehmenden Unverbindlichkeit der Gesellschaft der letzten Jahre. Wir wollen oder wir k&#246;nnen uns oft nicht f&#252;r oder gegen etwas entscheiden. Oft nicht einmal, wenn wir keine Alternativen zum Angebot haben.</p><p>Das f&#252;hlte sich in der Schulzeit leichter an. Klar gab es dort schon Cliquen, besonders sp&#228;ter in der Oberstufe, doch habe ich mich meiner Erinnerung nach entweder in einer gro&#223;en oder in mehreren befunden. Alles hat sich so nat&#252;rlich ergeben. Gro&#223;e Verabredungen, Tage im Voraus, die dann kurzfristig abgesagt wurden, gab es noch nicht. St&#228;ndig haben wir uns nach der Schule gesehen, entweder weil jemand spontan kam oder sich alle irgendwo getroffen haben. Dabei war in meinem Kreis oft das Haus meiner Eltern das Zentrum, wo wir uns sahen. </p><p>Je &#228;lter ich wurde, umso mehr ver&#228;nderte sich jedoch die Dynamik in diesen Freundschaften. Pl&#246;tzlich gab es die, die zu Treffen einluden, und die, die eingeladen wurden. Nur wenige waren einfach dazwischen. Dabei sind die Fragenden nicht unbedingt die unbeliebten Kids gewesen. Vielleicht waren sie die Offensiveren, die Organisatoren.</p><p>Dann gab es noch die, die nie fragten und st&#228;ndig keine Zeit hatten. Sie wurden durchgehend von Leuten gefragt und kamen aufgrund ihrer Situation nicht auf die Idee, selbst jemanden zu fragen. Sie hatten schlicht keine Zeit, denn bereits so waren zu viele Treffen zu koordinieren. Nur selten gab es etwas, das irgendwie dazwischen war. Zum Beispiel ich, der in der Oberstufe Cocktailpartys veranstaltete, auf denen wir uns zum Beispiel wie in den 1920ern kleideten. Noch heute bin ich meinen Eltern f&#252;r diese M&#246;glichkeit dankbar. Selbst an Wochenenden, an denen meine Eltern weg waren, musste ich nicht heimlich feiern. Sogar als wir einmal beim Aufr&#228;umen &#252;bersehen hatten, dass sich einer meiner G&#228;ste in den Vorgarten erbrochen hatte, blieben meine Eltern entspannt..</p><p>Mit wechselnden Freundeskreisen und Erfahrungen habe ich &#252;ber die Jahre auch festgestellt, dass diese Rollen wechseln k&#246;nnen. War ich in der Jugend der, der oft das Zentrum des Geschehens war und der gefragt wurde, bin ich heute eher der, der fragt. Sicherlich auch, aufgrund einer langen Phase meines Jobs, in der ich viel gearbeitet und mich leider mit wenig Freunden getroffen habe. Das tut mir heute noch leid, da ich damals &#252;berzeugt war, diese Treffen w&#252;rden mir zu viel Energie kosten. Heute wei&#223; ich es besser: Diese Treffen laden, in richtigen Ma&#223;en genutzt, meinen Akku wieder auf.</p><p>Insofern kenne ich das freundschaftliche Verabreden von beiden Seiten. Trotzdem f&#228;llt es mir immer noch schwer zu fragen. Wer bekommt schon gerne einen Korb? K&#246;rbe tun nicht nur in der Dating-Welt weh, sondern auch von Freunden, die einfach nicht k&#246;nnen, aber keinen Alternativvorschlag aufgeben. Was w&#228;re so schwer daran, an ein &#8222;Da kann ich nicht&#8220; ein &#8222;aber wie w&#228;r&#8217;s am Soundsovielten&#8220; dranzuh&#228;ngen? Vermutlich nichts. Doch die andere Seite denkt nicht dar&#252;ber nach und meint es auch fast nie b&#246;se.</p><p>Trotzdem f&#252;hrt es dazu, dass ich mich hinterfrage und denke, ob der andere &#252;berhaupt Zeit mit mir verbringen will. Eine unsch&#246;ne Kette, bei der ich lange ben&#246;tigte, um mich aus solchen Denkmustern herauszuk&#228;mpfen. Diese Muster werden zudem von unserer Gesellschaft befeuert. Immerhin teilen wir Menschen in der Regel nicht mit, wenn wir nicht mit ihnen befreundet sein oder uns nicht mit ihnen treffen wollen. Wir lassen es oft auslaufen und hoffen, dass es versandet. Ghosten also irgendwie auch schon wieder&#8230;</p><p>Zus&#228;tzlich gibt es diesen Typ Freund, der in der heutigen Zeit zu verpeilt oder kein guter Kommunikator ist. Ich habe offen gesagt noch nicht so richtig herausgefunden, woran es wirklich liegt. Lange hatte ich das Gef&#252;hl, ich kommuniziere in einem leeren Raum. Bei einem Freund hatte ich sogar einmal kurz &#252;berlegt, ob ich einen Mikroblog schreibe, der nur einen Follower hat. Das geht so einige Wochen, und pl&#246;tzlich wirst du zum Essen oder zu anderen Aktivit&#228;ten eingeladen. In der Regel direkt verbunden mit der Entschuldigung, es war eben viel los in letzter Zeit. In letzter Zeit hei&#223;t eigentlich immer.</p><p>Das Verr&#252;ckte an diesen Freundschaften, ich kenne mich aus, denn ich habe wirklich ungesund viele davon, ist, dass es mit fast allen im pers&#246;nlichen Kontakt so ist, als w&#228;re die Pause nie da gewesen. Wie Freunde von fr&#252;her, die ich wieder treffe und bei denen es nach Jahren noch klickt, nur mit dem kleinen Unterschied, dass jedes Mal Tage bis Wochen vergehen, bis wir uns wieder sehen oder h&#246;ren. Dabei war ins Leere kommunizieren fr&#252;her gar nicht so ungew&#246;hnlich.</p><p>Wie muss es sich angef&#252;hlt haben, als der Dirigent Gustav Mahler die Kontinente gewechselt hat und mehrere Wochen weg war? Briefe konnte er w&#228;hrend der Zeit auf dem Schiff nicht schicken. Als er ankam, war die einzige M&#246;glichkeit, Briefe auf dem gleichen Weg zur&#252;ckzusenden, auf dem er gekommen war: per Schiff. Was wieder mehrere Wochen dauerte. Selbst wenn er in dem Moment seiner Ankunft in New York einen Brief auf das zur&#252;ckreisende Schiff warf und es auch direkt losfuhr, mit der Information, dass er gut angekommen ist, h&#228;tte dieser Brief von dem Moment seiner Abreise in Deutschland zwei bis vier Wochen zu seinem Empf&#228;nger gebraucht, je nachdem, welche Schiffe zur Verf&#252;gung standen. Sehr moderne brauchten um 1907 nur noch gut eine Woche, doch wem standen die ernsthaft zur Verf&#252;gung?</p><p>Damals war es f&#252;r Mahlers Freunde normal, lange nichts von ihm zu h&#246;ren. Es wurde pers&#246;nlicher Kontakt aufgenommen, und wenn das nicht funktionierte, wurden bis dahin lange Briefwechsel mit gro&#223;en Pausen gef&#252;hrt. Alternativ wurde gewartet, bis er zur&#252;ck in Deutschland war.</p><p>An Situationen wie diesen k&#246;nnen wir ablesen, wie schnelllebig unsere Welt geworden ist. H&#246;ren wir nur ein paar Tage nichts von einem Freund, fragen wir uns, wo er steckt. Einige Menschen werden schon nerv&#246;s, wenn eine Chatnachricht einige Stunden unbeantwortet bleibt. Reisen wir in ferne L&#228;nder, sind alle &#252;ber die Statusanzeige mit dabei.</p><p>Unweigerlich komme ich &#252;ber die ganzen Status, die wir in WhatsApp und Co. betrachten, zu unserem inflation&#228;ren Gebrauch des Wortes &#8222;Freund&#8220;. Wir haben daf&#252;r gesorgt, dass jemand weit &#252;ber 500 Freunde haben kann. Danke Facebook und allen Socials, die folgten, an dieser Stelle. Das soziale Berufsnetzwerk LinkedIn versucht, es realistischer zu bezeichnen, indem es nur noch von einem Netzwerk und Kontakten statt von Freunden spricht. Beziehungstheoretisch betrachtet beschreibt das Wort &#8222;Kontakt&#8220; auch viel treffender, was ein Facebookfreund f&#252;r einen ist. Jemand, den ich kenne, aber nicht sehr eng. Vielleicht habe ich die Person auch nur einmal kurz irgendwo im Vorbeigehen gesehen. Bei LinkedIn wirkt es auf mich nicht viel anders, dort habe ich nahezu t&#228;glich Kontaktanfragen von Menschen, von denen ich noch nie etwas geh&#246;rt habe.</p><p>Dabei erwarte ich gar keine andauernde Kommunikation, keinen starken Austausch, egal auf welche Art, oder h&#228;ufige Treffen von meinen Kontakten oder Bekannten. Daf&#252;r habe ich enge Freunde. </p><h3>Moment, enge Freunde?</h3><p>Wie viele Freunde braucht der Mensch &#252;berhaupt? Wie viele k&#246;nnen wir sinnvoll pflegen? Nat&#252;rlich haben Wissenschaftler wie Dunbar<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> sich dazu &#252;ber die Jahre Gedanken gemacht und geforscht. Das Ergebnis, etwa 15 Menschen, k&#246;nnen wir ernsthaft als Freunde bezeichnen. Also fernab von Facebook oder anderen Kontakten: Menschen, die in unserem Leben pr&#228;sent und relevant sind. Laut Studien sind davon etwa f&#252;nf unsere engsten Vertrauten. Mit ihnen haben wir meist mindestens einmal die Woche Kontakt.</p><p>Das klingt f&#252;r mich beim ersten Lesen &#252;berraschend wenig. Und damit meine ich die H&#228;ufigkeit des Kontaktes. H&#228;ttest du nicht auch gedacht, dass wir insgesamt mit den engsten Menschen &#246;fter in Kontakt sind? Nehmen wir mal den Kontakt &#252;ber Gruppen aus der Gleichung heraus. Wie oft kommunizierst du wirklich direkt mit Menschen, die dir wichtig sind?</p><p>Rechne ich das zeitlich realistisch hoch, stelle ich fest: Ich kann mehr als 15 Menschen gar nicht sinnvoll als Freunde bespielen. Im Rahmen der Studien wurde ermittelt, dass die Gr&#246;&#223;e unseres Freundeskreises &#252;ber unsere Lebensspanne stabil bleibt, die Menschen in diesen Kreisen jedoch wechseln. Im Zug meines Lebens setzen sich immer neue Menschen in das gleiche Abteil, in dem ich selbst sitze, daf&#252;r steigen andere aus. Das kann, ohne es b&#246;se zu meinen, auch f&#252;r einen Teil gelten, bei dem die Freundschaft wechselnd intensiv ist. Ich stelle mir das in etwa so vor, dass einige der maximal 15 Menschen, vielleicht zwei bis drei, st&#228;ndig im Fluss sind, mit einem erweiterten Freundeskreis aus n&#228;heren Bekannten, die einen in verschiedenen Phasen mal mehr, mal weniger intensiv begleiten.</p><p>Aus meiner Sicht und Erfahrung muss sich dieses Modell im Prinzip schon fast zwangsl&#228;ufig so ergeben und erkl&#228;rt auch einfach wunderbar das Ph&#228;nomen der abwesenden Freunde, sogar ganz ohne manipulative oder toxische &#8222;Offenhaltungstaktiken&#8220; wie Benching oder Ghosting. </p><p><strong>Am Ende sind wir wie die Planeten unseres Sonnensystems. Wir kreisen auf Bahnen um unser Zentrum und sind uns dabei mal n&#228;her, mal ferner, und bis wir uns wiedersehen, vergeht unterschiedlich viel Zeit.</strong></p><p>Wenn ich also das n&#228;chste Mal l&#228;nger nichts von einem Freund h&#246;re und er aus meinem Leben abwesend ist, denkt er sich vermutlich nichts B&#246;ses und ist nur intensiv mit anderen Beziehungen besch&#228;ftigt. Das macht unsere gemeinsame Geschichte nicht schlechter, weniger wertvoll oder beendet. Denke ich an eine Person, melde ich mich bei ihr. Dann bin ich eben derjenige, der sich immer meldet. Na und? Wenn wir die gemeinsame Zeit genie&#223;en, wo ist das Problem?</p><p>Ich versuche zuk&#252;nftig, weniger dar&#252;ber nachzudenken, wer die Beziehung vorantreibt, und weniger Schuldgef&#252;hle zu haben, warum wir uns so lange nicht gemeldet haben. In einer Freundschaft hatte ich mal das Gef&#252;hl, ich h&#228;tte den Punkt verpasst, an dem ich die Beziehung wieder aufleben lassen kann. Ich er&#246;ffnete mit dieser Sorge meine Nachricht. Die wundervolle Antwort? </p><blockquote><p><em>Einen Punkt verpasst man nicht, den hat man nur selbst im Kopf.</em></p></blockquote><p>Es liegt in unserer Natur, die Zeiten ohne Kontakt zu &#252;berbr&#252;cken. Warum soll, was vor &#252;ber hundert Jahren galt, nicht auch heute funktionieren? </p><p>Ich melde mich und wir beginnen eine neue Phase als gl&#252;ckliche Planeten, die wieder einen kurzen Abschnitt des Lebens gemeinsam begehen.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Bleib auf meiner Umlaufbahn. Und unterst&#252;tze mich mit einem kostenlosen Abo.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div><p></p><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>Hier ein toller Artikel von Quarks in dem auch die Dunbar-Zahl erkl&#228;rt wird: <a href="https://www.quarks.de/gesellschaft/darum-haben-nicht-alle-menschen-in-deinem-leben-platz/">Darum haben nicht alle Menschen Platz in deinem Leben </a></p><p></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Rentner-Stempelkarte]]></title><description><![CDATA[Was wir genie&#223;en und was wir zugeben &#8211; das ist manchmal nicht dasselbe. Ein Essay &#252;ber eine L&#252;cke, die wir alle kennen.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-rentner-stempelkarte</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-rentner-stempelkarte</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 03 Jun 2026 05:34:30 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/56bfae85-69fb-4bbb-a533-1bac0d982090_1200x630.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Woran denkst du, wenn ich dich frage, ob wir an diesem Mittwoch etwas Verr&#252;cktes machen wollen? <br>Vielleicht an Nacktbaden am See?  Oder an Bungee-Jumping?</p><p>Eine gute Stunde sp&#228;ter sitzen wir am Wasser. Die Sonne glitzert auf der Oberfl&#228;che der Elbe. Wir sind beide bereit f&#252;r das, was jetzt passieren wird.<br>Der Wind l&#228;sst f&#252;r einen Moment nach und in deiner N&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-rentner-stempelkarte">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[St. Pauli ist die einzige Möglichkeit]]></title><description><![CDATA[Eine Liebeserkl&#228;rung in 1910 Worten]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/st-paul-ist-die-einzige-moglichkeit</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/st-paul-ist-die-einzige-moglichkeit</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 20 May 2026 05:34:36 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!5BOV!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F3770fdb5-71e1-41e9-9dbd-5dbfd8fb6845_1600x1066.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe diesen Text einen Spieltag vor Saisonende. Wenn der Text erschienen ist, dann liegt das Endspiel in Wolfsburg hinter uns. Der Verein kann abgestiegen sein oder in der Relegation um den Klassenerhalt weiterk&#228;mpfen d&#252;rfen. Den Text schreibe ich jetzt, weil der Ausgang der Saison f&#252;r ihn nicht egaler sein k&#246;nnte. <br>Doch, ein Schritt nach dem and&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/st-paul-ist-die-einzige-moglichkeit">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ich war niemand, bis ich die Maske aufsetzte]]></title><description><![CDATA[Schlechter Schlaf, verlorene Energie und die sp&#228;te Erkenntnis, dass ich aufgeh&#246;rt hatte, ich selbst zu sein.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ich-war-niemand-bis-ich-die-maske</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ich-war-niemand-bis-ich-die-maske</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 06 May 2026 05:34:48 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!vVgI!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F0622bf73-0abc-4a7b-8cf1-dea85a52ef63_1536x1024.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Ich war der m&#252;deste Mensch der Welt, so etwas gibt es eben. Immerhin gibt es unglaublich viele Gr&#252;nde, warum man m&#252;de sein kann, und das, obwohl man schl&#228;ft. Falsche Ern&#228;hrung, zu wenig Bewegung, schlechte Raumluft, komisches Wetter, irgendwas eingefangen&nbsp;&#8211; aber auch &#220;bergewicht kann m&#252;de machen. Irgendwann hatte ich mich daran gew&#246;hnt, m&#252;de zu sein, un&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ich-war-niemand-bis-ich-die-maske">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Lass es sein]]></title><description><![CDATA[Wie ein einziger Satz eine Stimme zum Schweigen brachte]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/lass-es-sein</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/lass-es-sein</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 05:17:46 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!DCYg!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F9725b611-bd3a-491d-9848-2c04f9e7f09c_1536x1024.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2005 habe ich meinen Abschluss an der Oberstufe gemacht, doch drei Jahre zuvor fand ein ganz anderer H&#246;hepunkt in meinem Leben statt: der Abschluss der Mittelstufe mit der zehnten Klasse und damit die Abschlussfeier, auf der ich meinen bisher einzigen Auftritt vor gr&#246;&#223;erem Publikum hatte.</p><p>Eines Tages in der Mittelstufe kam ein neuer Lehrer an die&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/lass-es-sein">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das Symbol der Freiheit]]></title><description><![CDATA[Unabh&#228;ngigkeit wird aus Metall und Plastik gemacht]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-symbol-der-freiheit</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-symbol-der-freiheit</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 08 Apr 2026 05:32:37 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!BnYd!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ff3388e3e-918a-4460-8daa-32391534832b_1654x1181.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Mein erstes motorisiertes Gef&#228;hrt kaufte ich mit sechzehn Jahren. Eine Vespa ET2 in Schwarz mit braunen Sitzen. Ein gro&#223;artiges Ding. Nicht nur, weil sie noch f&#252;nf&nbsp;km/h schneller war, als die neue 45-km/h-Beschr&#228;nkung es zulie&#223;, sondern weil ich mich dadurch wie ein Rebell f&#252;hlte. Dabei kam ich zum Roller aus ganz erwachsenen Gr&#252;nden. Er sollte mich sch&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-symbol-der-freiheit">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ein zufälliger Akt der Freundlichkeit]]></title><description><![CDATA[Was Fremde uns sagen, wenn wir zuh&#246;ren]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ein-zufalliger-akt-der-freundlichkeit</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ein-zufalliger-akt-der-freundlichkeit</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Fri, 03 Apr 2026 06:31:53 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!foN3!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F88f98b92-8a0c-429d-82af-9abd857820f0_1326x872.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Vor nicht allzu langer Zeit waren meine Partnerin und ich im gro&#223;en Einkaufszentrum im Hamburger Alstertal unterwegs. Wir hatten vor, einige Geschenke zu besorgen, und das macht man am besten nicht mit leerem Magen. Wir a&#223;en in einer ungew&#246;hnlich netten Sitzecke im Innenbereich, nahe der Rolltreppen. Keine Stelle, an der man eine Insel erwarten w&#252;rde. D&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/ein-zufalliger-akt-der-freundlichkeit">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Welt ist eine Scheibe]]></title><description><![CDATA[Life has Surface Noise. Eine Liebeserkl&#228;rung]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-welt-ist-eine-scheibe</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-welt-ist-eine-scheibe</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 25 Mar 2026 06:30:47 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!yxMf!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F0acd7950-6f64-4f01-acc9-0b0e033dfa57_1536x1024.heic" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Der Portugiese Ferdinand Magellan hat im Jahr 1520 bewiesen, dass die Erde eine Kugel und somit nicht flach ist. Und trotzdem ist f&#252;r mich auch heute noch die Welt eine Scheibe, wenn auch nicht so, wie man es erwarten w&#252;rde.</p><p>Eine der gro&#223;en Leidenschaften in meinem Leben ist die Musik. Schon fr&#252;h in meiner Jugend entwickelte ich einen Musikgeschmack, der&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/die-welt-ist-eine-scheibe">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das letzte Mal]]></title><description><![CDATA[Warum ich das letzte Glas Whisky monatelang in der Flasche lasse &#8211; und was das &#252;ber das Leben sagt.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-letzte-mal</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-letzte-mal</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Wed, 11 Mar 2026 06:10:01 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Xos_!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd0083fef-41c4-487e-85cd-c0e2ca511a35_1344x756.heic" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Hermann Hesse wusste zu allem etwas zu sagen. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne &#8211; das kennt fast jeder. Aber warum haben wir keine Augen f&#252;r das letzte Mal? Warum hat das letzte Mal eigentlich keinen Zauber f&#252;r uns?</p><p>Wer wei&#223; noch, wann er oder sie zum letzten Mal etwas getan hat? Wann ist man das letzte Mal vom Beckenrand gesprungen und hat eine Arschbo&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.dasangebrocheneleben.de/p/das-letzte-mal">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[... und was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Leben?]]></title><description><![CDATA[&#220;ber die Fragen der Lebensmitte &#8211; und warum ein Nobody eigentlich ein Everybody ist.]]></description><link>https://www.dasangebrocheneleben.de/p/und-was-machen-wir-jetzt-mit-dem</link><guid isPermaLink="false">https://www.dasangebrocheneleben.de/p/und-was-machen-wir-jetzt-mit-dem</guid><dc:creator><![CDATA[Kay Puppa]]></dc:creator><pubDate>Sat, 07 Mar 2026 15:11:43 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!0qlg!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F7c79cbab-b9a5-4fc5-a691-f0661c1d5f71_256x256.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Es ist Sonntagmorgen, ich sitze an meinem Schreibtisch neben der Heizung. Typisch Hamburg: Der Oktober sieht bereits etwas grau aus, drau&#223;en ist es k&#252;hl und leicht windig. Wie im Leben wechseln sich an diesem Morgen Regenschauer und warme, goldene Sonnenstrahlen kontinuierlich ab.</p><p>In dem Moment, als ich diese Worte schreibe, ist es nun gut eineinhalb Jahre her, seit ich dieses Projekt gestartet habe, von dem du jetzt den ersten Teil liest. Einige Zeit nach meinem 39. Geburtstag schrieb ich den ersten Text. Ich hatte das Gef&#252;hl, an einem Punkt angekommen zu sein, an dem ich zwar viele Antworten gefunden hatte &#8211; aber auch verstand, dass die Fragen wohl nie aufh&#246;ren w&#252;rden. N&#228;chstes Jahr werde ich zwanzig Jahre in meinem Beruf arbeiten und allein mit den Gedanken hierzu lie&#223;e sich ein Buch f&#252;llen. Ich habe die Phase des Kindseins, des Teenagers, des jungen Twens hinter mir gelassen und trage sie doch alle immer noch in mir. Es ist noch nicht so weit, dass ich einer der heute sogenannten Best Ager bin und ich bin noch sehr weit weg davon, grau und altersweise zu sein.</p><p>Gerade jetzt komme ich in der Mitte des Lebens an. Zwischen etwa 40 und 55 Jahren erleben die meisten Menschen ihre Midlife-Crisis - und ich beginne zu ahnen, warum. Dabei wird es meinem Gef&#252;hl nach selten darum gehen, seine Familie zu verlassen, um eine zwanzig Jahre j&#252;ngere Frau zu daten. Jeder Mensch stellt sich andere und doch dieselben Fragen.</p><p>Warum wirkten die Menschen, die Mitte drei&#223;ig waren, als ich Anfang zwanzig war, so souver&#228;n? Ich hingegen sitze hier und denke: Ich habe kaum etwas im Griff. Die ersten Altersleiden erscheinen, vielleicht aufgrund meines &#220;bergewichts, ein wenig fr&#252;her, doch unabh&#228;ngig davon frage ich mich:</p><p>Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Leben?</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!F-LR!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg" width="259" height="334.19354838709677" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/053459d1-707d-4a63-bf9e-1d8b8c35832e_1240x1600.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:false,&quot;imageSize&quot;:&quot;normal&quot;,&quot;height&quot;:1600,&quot;width&quot;:1240,&quot;resizeWidth&quot;:259,&quot;bytes&quot;:337134,&quot;alt&quot;:&quot;Gr&#252;ner M&#252;lleimer&nbsp; im Freien, beklebt mit mehreren Stickern. 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Das Bild zeigt einen gr&#252;nen M&#252;lleimer im Park, an dem ebendieser Aufkleber befestigt ist. Ich stelle fest, ich liebe die Aufkleberkultur, in der Menschen selbst Aufkleber gestalten und damit humorvoll, ironisch oder ernst die T&#246;ne spielen. Gro&#223;e Kunst, die wir im t&#228;glichen Vorbeigehen &#252;bersehen k&#246;nnten, wie das, was uns im Leben wichtig ist. Jeden Tag laufen wir daran vorbei und sehen es vielleicht nicht mehr, weil es mit der Umgebung verschmolzen oder es uns noch nie bewusst aufgefallen ist.</p><p>Dieser Aufkleber wurde von einem Menschen gestaltet und dann vielleicht bewusst oder unbewusst auf einem M&#252;lleimer angebracht. Ist die Antwort auf die Frage, sollen wir das angebrochene Leben wegwerfen und ein neues anfangen? &#214;kologisch w&#228;re das sicher nicht sinnvoll, ich schmei&#223;e auch nicht den halben Liter Milch weg, nur weil ich noch nicht wei&#223;, was ich damit noch kochen k&#246;nnte.</p><p>Eine andere m&#246;gliche Lesart dieser Frage ist auch: Soll es das jetzt sein? Sieht mein Leben jetzt jeden Tag so aus?</p><p>Was also machen wir jetzt mit dem angebrochenen Leben? Wie finden wir das heraus? Und warum soll es einem helfen, die Gedanken dieses Nobodys zu lesen, der nichts Herausragendes geleistet und keine &#246;ffentliche Anerkennung f&#252;r irgendwas bekommen hat? Der ist ja nicht mal Influencer.</p><p>Nun, zun&#228;chst mal habe ich, genauso wie du, Herausragendes geleistet. Wie bei vielen Menschen ist die Messlatte immer anders, und in beruflichen Dingen, die lange mein pers&#246;nlicher Ma&#223;stab f&#252;r Lebensleistung waren, habe ich wirklich herausragendes geleistet.</p><p>Ein anderer wichtiger Punkt f&#252;r mich ist jedoch, dass der Nobody im Grunde ein Everybody ist. Klar sind wir alle individuelle Gestalten, unsere Lebenslinien verlaufen h&#246;chst unterschiedlich und komplex, doch sind wir uns alle auch &#228;hnlicher, als wir denken. Das lehrt uns die Wissenschaft, aber leider auch unser Konsum und unsere Wirtschaft.</p><p>Warum also nicht mal die Erfahrungen eines anderen Menschen lesen, der nicht &#252;ber seine Grenze hinausgehen musste, um den Everest zu besteigen? Der nicht in ein unbekanntes Amerika aufgebrochen ist und auf sich allein gestellt als Siedler durch das Land an die Westk&#252;ste gezogen ist. Der nicht Bundeskanzler oder CEO war, kein Schauspieler, der den Oscar gewonnen hat, kein Philosoph, der Deutschland w&#246;chentlich im Podcast die Welt erkl&#228;rt.</p><p>Wir Menschen sind die Summe unserer Erfahrungen. Nahezu jede Erfahrung ist einzigartig. Wir alle sehen denselben Hamburger Michel &#8211; aber wir sehen ihn unterschiedlich. Unsere Wahrnehmung ist individuell, gefiltert durch die Brille unseres Lebens.</p><p>Eine weitere F&#228;higkeit macht uns Menschen besonders. Die Empathie. Wir k&#246;nnen uns in andere Menschen hineinversetzen, mit ihnen mitf&#252;hlen und dadurch lernen und von ihren Erfahrungen profitieren.</p><p>Die Frage, wohin es geht, was man mit dem angebrochenen Leben anfangen will, f&#252;hrt zu der Frage, wer ich bin und damit in der Konsequenz zu der Frage, wer ich war. Welchen Weg bin ich hierher gegangen? Welche Erfahrungen pr&#228;gen meine Entscheidungen und mein Handeln? Will ich diesen Weg weiter gehen oder einen neuen beschreiten?</p><p>Nur eine Sache ist sicher: Ich kann nicht zur&#252;ck. Was war, bleibt Teil meiner Geschichte.</p><p>Das alles macht meine Texte h&#246;chst subjektiv, in meinen Augen auch einzigartig. Ich glaube an die Kraft der Diversit&#228;t und gerade darum glaube ich daran, dass meine Gedanken und Erfahrungen in Teilen auch f&#252;r dich, liebe lesende Person, hilfreich sein k&#246;nnen. Und wenn nur um dich zu fragen, wie du eigentlich zu den Themen stehst, welche Erfahrungen du gemacht hast, die dich dahin gebracht haben, wo du jetzt bist. Wir alle k&#246;nnen voneinander lernen. Nur eines steht f&#252;r die Zukunft fest, sie ist der Weg, den wir noch nicht gegangen sind.</p><p>Ich hoffe, dass dich meine Gedanken und Erfahrungen weiterbringen oder zumindest w&#228;hrend der Lekt&#252;re unterhalten. Ich gehe jetzt etwas machen mit meinem angebrochenen Leben.</p><div class="subscription-widget-wrap-editor" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://www.dasangebrocheneleben.de/subscribe?&quot;,&quot;text&quot;:&quot;Abonnieren&quot;,&quot;language&quot;:&quot;de&quot;}" data-component-name="SubscribeWidgetToDOM"><div class="subscription-widget show-subscribe"><div class="preamble"><p class="cta-caption">Danke f&#252;rs Lesen von &#8222;Das angebrochene Leben&#8220;! Abonnieren kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterst&#252;tzen.</p></div><form class="subscription-widget-subscribe"><input type="email" class="email-input" name="email" placeholder="E-Mail-Adresse eingeben &#8230;" tabindex="-1"><input type="submit" class="button primary" value="Abonnieren"><div class="fake-input-wrapper"><div class="fake-input"></div><div class="fake-button"></div></div></form></div></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>